Alles spricht dafür: So wird Oberösterreich noch familienfreundlicher

Forum Familienfreundlichkeit in Linz - Oberösterreichische Vorzeigeunternehmen und Gemeinden gaben Einblicke in ihre Ansätze für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Linz (OTS) - Am heutigen Vormittag war Linz erneut der Nabel der Familienfreundlichkeit in Österreich. 100 TeilnehmerInnen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft trafen sich in der oberösterreichischen Landeshauptstadt zum Forum Familienfreundlichkeit. Die vor Ort spürbare Dynamik beeindruckte Bundesministerin Dr. Sophie Karmasin sehr, für die Familienfreundlichkeit ein entscheidender Wirtschafts-, Standort- und Lebensfaktor der Zukunft ist.

„Familienfreundlichkeit ist ein wesentlicher Standortfaktor für Gemeinden und ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Wirtschaft. Höhere Motivation und Mitarbeiter/innenbindung sowie weniger Fluktuation und Krankenstände sind dabei nur einige positive Argumente, die sich durch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie erreichen lassen. Vielmehr ist Familienfreundlichkeit aber auch ein zentraler Standort- und Wettbewerbsfaktor im Kampf um die besten Köpfe, insbesondere in Oberösterreich. Die Vereinbarkeit ist zudem bei der Jobauswahl bereits jetzt der zweitwichtigste Aspekt nach guter Bezahlung. Es spricht also alles dafür, dass wir uns gemeinsam für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzten und Österreich noch familienfreundlicher machen“, betonte die Ministerin gleich zu Beginn die Wichtigkeit des Themas.

Familienfreundlichkeit zum Anfassen

Den besonderen Spirit des Forum Familienfreundlichkeit machte aus, dass Unternehmerinnen und Unternehmer selbst zu Wort kamen und mit ihren Erfahrungen und Best-Practice-Beispielen für Inspiration sorgten. Mit dem Experten Mag. Lothar Wenzl von trainconsulting gab ein erfahrener Manager und Berater tiefe Einblicke, wie erfolgreiche Betriebe wirkungsvolle Rahmenbedingungen schaffen können, in denen Menschen Arbeit mit Sinn und Freude finden.

Spannender Blick in die Praxis

Viele der skizzierten Ansätze konnten auch prompt bei den Best-Practice-Unternehmen im darauf folgenden „Reality-Check“ beobachtet werden. Spannende Einblicke in die Praxis gaben dabei Mag. Ingrid Trauner (Geschäftsführerin der Trauner Druck GmbH), Mag. Lothar Egger (Partner der LeitnerLeitner Steuerberatung GmbH), Mag. Dieter Kaiserseder (Geschäftsführer der Hofer Zentralverwaltung) und Mag. Christine Hiebl (Leiterin des Referats Familienservice an der Johannes Kepler Universität Linz). Dabei wurden verschiedene Zugänge zum Thema Familienfreundlichkeit sowie Initiativen und Projekte vorgestellt, die für eine bessere Vereinbarkeit sorgen und in der Praxis einfach umzusetzen sind. Schnell wurde klar: Es muss nicht immer der große Wurf sein. Denn mit einer familienfreundlichen Grundeinstellung können auch kleine Maßnahmen bereits viel Positives bewirken.

Talk-Runde: Alles spricht für Familienfreundlichkeit

Abgerundet wurde das Forum Familienfreundlichkeit in Linz mit einer spannenden Talk-Runde, im Rahmen derer Einblicke, Ideen und Erfahrungen von Sozialpartnervertreter/innen, Betrieben, Gemeinden und Manager/innen unter Beteiligung des Publikums ausgetauscht wurden.

Bundesministerin Karmasin wurde einmal mehr in ihrem ambitionierten Bestreben bestätigt, Österreich zum familienfreundlichsten Land Europas zu machen. „Familienfreundlichkeit liegt eindeutig im Trend, das haben wir auch heute bei der Veranstaltung in Linz gesehen. Vor allem bin ich begeistert von der Fülle an Maßnahmen, die in der Praxis in den Unternehmen und Gemeinden bereits unter aktiver Einbindung aller Beteiligten gesetzt werden“, so die Familien- und Jugendministerin.

Die Relevanz des Themas aus Sicht der Wirtschaft unterstrich auch die Vizepräsidentin der WKOÖ, Mag. Angelika Sery-Froschauer: „Wir haben 92.000 Unternehmen in Oberösterreich, wovon 47 Prozent Klein- und Kleinstbetriebe sind. Diese können gar nicht anders und müssen sich mit den drängenden Fragen und Herausforderungen auseinandersetzen, die der gesellschaftliche Wandels mit sich bringt. Fest steht, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer wichtiger wird und Familienfreundlichkeit ein wichtiger Standortfaktor für Oberösterreich ist. Eine große Herausforderung in diesem Zusammenhang ist vor allem, mehr Flexibilität zu ermöglichen. Daher müssen wir gemeinsam bestehende Rahmenbedingungen aufbrechen und insbesondere Themen wir Arbeitszeitflexibilisierung in Angriff nehmen, damit Oberösterreichs Unternehmen auch in Zukunft weiterhin erfolgreich sein können.“

Auf die Wichtigkeit attraktiver Angebote ging dabei insbesondere Erich Traxler, Bürgermeister der Marktgemeinde Windhaag bei Freistadt ein: „Für mich ist es wichtig, dass sich die Menschen in der Gemeinde wohlfühlen. Dazu gehört auch, dass es ausreichende Angebote im Bereich der Kinderbetreuung oder auch bei der Altenpflege gibt. Heutige Eltern sind wesentlich aufgeschlossener und teilen aktiv mit, was sie sich von ihren Arbeitgebern und auch von der Politik erwarten. Als kleine Gemeinde kämpfen wir mit Abwanderung, weshalb es umso wichtiger ist, im öffentlichen Bereich ausreichend Anreize und Angebote zu schaffen, damit die Menschen, die am Land leben wollen, es auch können.“

Bestätigt wurde er dabei von Mag. Johannes Michael Blätterbinder, dem Geschäftsführer der Energie AG Oberösterreich Personalmanagement GmbH, der ergänzte: „Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für uns ein ganz zentraler Faktor des Unternehmenserfolgs. Insbesondere Flexibilität spielt eine entscheidende Rolle in der Vereinbarkeitsthematik, auf die bei der Energie AG alle anderen Maßnahmen und Ansätze aufbauen. Damit wir als attraktiver Arbeitgeber auch in Zukunft die bestqualifizierten Arbeitskräfte bekommen, war es uns wichtig, die Unternehmenskultur in diese Richtung weiterzuentwickeln. Dazu haben wir unter anderem Führungskräfte geschult, die Wichtigkeit des Themas intern stark kommuniziert und auch konkrete Maßnahmen wie beispielsweise Kooperationen mit regionalen Kinderbetreuungseinrichtungen umgesetzt.“

Auch Landtagsabgeordnete Dr. Elisabeth Manhal unterstrich die Relevanz des Themas und betonte: „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat zweifelsohne eine sehr bedeutende wirtschaftliche Komponente. Nicht vergessen dürfen wir, dass dazu auch viele emotionale Eindrücke gehören und Familienfreundlichkeit immer auch ein Generationenthema ist. Individuelle Wahlfreiheit ist wichtig, setzt aber auch tatsächliche Wahlmöglichkeiten voraus. Daher braucht es ein breites Angebot an Kinderbetreuung und am Ende des Tages vor allem auch ein gewisses Bewusstsein, dass sich Erwerbs- und Familienleben nicht gegenseitig ausschließen.“

Als Experte für die Implementierung von familienfreundlichen Maßnahmen unterstrich auch Mag. Lothar Wenzl, Managing Director von trainconsulting die Vorteile von Familienfreundlichkeit und appelliert: „Wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen wir zwangsläufig familienfreundlicher werden. Überall dort, wo mehr Gleichheit zwischen allen möglichen Playern in der Gesellschaft besteht, steigen Produktivität, Leistungsfähigkeit, Motivation und Zufriedenheit. Familienfreundlichkeit sorgt nachweislich dafür, dass Unternehmen besser performen und familienfreundliche Unternehmen bekommen dadurch im Kampf um die besten Köpfe nicht nur Zugang zu mehr, sondern auch höher qualifizierten BewerberInnen.“

Von dem positiven Spirit am Forum Familienfreundlichkeit in Linz angetan, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit viel Elan nach Hause reisen. Damit setzte die Initiative „Unternehmen für Familien“ ihren erfolgreichen Weg als Hebel für eine familienfreundliche Gesellschaft in Österreich weiter fort.

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Bundesministerium für Familien und Jugend
Sven Pöllauer, M.A.
Sprecher der Bundesministerin
+43-1-71100-633404; Mobil: +43-664-320 96 88
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