Hakel: Kulturpolitik muss digitalen Wandel gestaltend begleiten

Zweitägiges Kultursymposium des SPÖ-Klubs über Ökonomisierung, Digitalisierung und Repolitisierung in Kunst und Kultur

Wien (OTS/SK) - „Kulturpolitik im Neoliberalismus“ ist das Thema eines zweitägigen Symposiums, veranstaltet vom SPÖ-Parlamentsklub, der Österreichischen Gesellschaft für Kulturpolitik und der Kulturpolitischen Gesellschaft Deutschland, das heute, Donnerstagnachmittag, in Wien startet. Die Initiatorin des Symposiums, SPÖ-Kunst- und Kultursprecherin Elisabeth Hakel, wird sich in ihrem Eröffnungsvortrag mit den Herausforderungen für Kunstschaffende und für die Kulturpolitik durch die Digitalisierung befassen. „Das Internet und die digitale Technologie verändern auch das Verständnis von Kunst, deren Produktionsweise, sowie Vertriebswege und natürlich auch die Einkommensmöglichkeiten. Kulturpolitik hat den Auftrag, diesen strukturellen Wandel aktiv zu begleiten und zu gestalten und auf gerechte Beteiligung der KünstlerInnen zu achten“, so Hakel. ****

Hakel weist darauf hin, dass die digitale Revolution alle Lebensbereiche umfasst und somit auch die Art, wie Menschen kreativ tätig sind. „Das Internet verändert bereits, was wir unter Kunst und Kultur verstehen“: Nicht mehr allein das „fertige Werk“ werde als Kunst verstanden, sondern zunehmend auch der Prozess des kulturellen Schaffens, den man dank neuer Medien miterleben könne. „Wir brauchen einen breiten Kulturbegriff, der auch das Prozesshafte integriert“, so Hakel. Aber nicht nur das Verständnis, was eigentlich Kunst ist, auch die Produktion verändere sich. Heute sei es möglich, mit einem Smartphone einen Kurzfilm zu drehen, der bei der Berlinale einen Goldenen Bär gewinnt, verweist Hakel als Beispiel auf den koreanischen Regisseur Park Chan-Wook.

Besonders augenfällig sei natürlich die Veränderung der Vertriebswege: Streaming-Dienste, E-book-stores, Netflix etc. machen den analogen Vertriebswegen und Kulturträgern Konkurrenz – „und hier entsteht die besondere Herausforderung für die Entlohnung des kreativen Schaffens“. Denn alte Geschäftsmodelle brechen weg, und die Verluste konnten noch nicht durch neue Geschäftsmodelle kompensiert werden. Hakel sieht es deshalb als zentrale Aufgabe sozialdemokratischer Politik, „dass auch bei neuen Geschäftsmodellen die Kreativen angemessen beteiligt werden“. Die im Sommer beschlossene Novelle des Urheberrechts könne dabei nur „ein Zwischenschritt sein“, betont sie. Notwendig sei etwa auch ein starkes Urhebervertragsrecht.

Eine weitere zentrale Aufgabe der Politik sieht Hakel beim Breitband-Ausbau. „Wir müssen sicherstellen, dass alle Bürgerinnen und Bürger Zugang zu einem schnellen Netz erhalten und eine drohende ‚digitale Spaltung‘ verhindern“, so Hakel. Und schließlich brauche es eine Medienförderung, die digitale Medien miteinschließt und dort den Qualitätsjournalismus fördert. „Politik kann bestimmte Entwicklungen nicht zurückdrehen. Wir müssen uns damit auseinandersetzen und darauf reagieren“, so Hakel abschließend. (Schluss) ah/mb

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