Huainigg: Eine Ministerin und ein Taxifahrer im Rollstuhl. Was Österreich von Albanien lernen kann

Albanische Vize-Sozialministerin Bardhylka Kospiri zu Gast im Österreichischen Parlament

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Die Austrian Development Agency (ADA) fördert eine Kooperation zwischen Caritas Albanien und Caritas Niederösterreich, die sich zum Ziel setzt, die Situation für Menschen mit Behinderung in Albanien auf vielerlei Ebenen zu verbessern. „Der erste Schritt war, behinderte Menschen in Albanien überhaupt erst einmal zu lokalisieren und zu registrieren, denn aufgrund von Aberglaube, Scham und befürchteter Rufschädigung der Familie blieben sehr viele von ihnen jahrzehntelang versteckt. Sie lebten als unsichtbare BürgerInnen bei ihren Familien, ohne gesellschaftlichen Anschluss, geschweige denn entsprechende Schul- oder Berufsausbildung. So wurde in weiterer Folge ein Tageszentrum mit Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen. Im Bereich der Schulausbildung beginnt man darauf zu achten, dass Schulen barrierefrei ausgestattet und PädagogInnen darin ausgebildet werden, behinderte Kinder zu unterrichten“, beschreibt Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg die Projektausrichtung und erklärt weiter: „Derzeit arbeitet man daran, Sozialleistungen für Menschen mit Behinderung zugänglich zu machen. Man versucht, Wissenslücken zu schließen und die Menschen zu den Angeboten zu bringen, die es sehr wohl gibt“.

Dies bestätigte die albanische Vize-Sozialministerin Bardhylka Kospiri, die sich aktuell vom österreichischen Kooperationspartner ADA / Caritas NÖ ein Bild macht und im Zuge dessen auch Gespräche in Wien führt, um neue Ideen und Perspektiven zu entdecken und zu generieren. Anlässlich des heutigen Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung traf sie den ÖVP-Sprecher für Internationale Zusammenarbeit und Menschen mit Behinderung, Franz-Joseph Huainigg. Sie ergänzte Huainiggs Ausführungen: „Diese Zusammenarbeit zwischen Österreich und meiner Heimat Albanien ist vorbildlich für eine Entwicklungspolitik auf Augenhöhe. Es ist gut und wichtig, dass diese erprobten Maßnahmen auch Eingang fanden in die aktuelle Albanien-Strategie des Österreichischen Außenamtes. Das ist ein brauchbarer Wegweiser für uns beide“.

Huainigg reiste 2014 zu einer Tagung in die albanische Hauptstadt Tirana, wo er die Projekte persönlich kennenlernen durfte. „Ich war begeistert und fasziniert, was bereits alles geschaffen wurde durch diese Kooperation, und bin zuversichtlich für die weiteren Jahre. Fasziniert war ich darüber hinaus von zwei Tatsachen, die in Österreich noch eher ins Reich der Wünsche gehören: zum einen, wie schon erwähnt, eine Ministerin im Rollstuhl, und zum anderen ein Taxifahrer im Rollstuhl! Ich staunte nicht schlecht! Dieses Staunen, dieses sich freidenken sollten wir mehr zulassen. Von einer Verunmöglichung zur Ermöglichung!“, streut Huainigg Mut am heutigen Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung.
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