Hohe Standards sozialer Absicherung erhalten und verbessern

Wien (OTS) - Die Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) hielt am 2. Dezember 2015 die zweite Generalversammlung des Jahres und die letzte in der sich zu Ende neigenden Funktionsperiode der SVB-Verwaltungsgremien ab. Dies bot Raum, um die geschaffenen Leistungen der sozialen Absicherung vor allem in der Krankenversicherung zu beleuchten und gemeinsam in die Zukunft zu blicken.

SVB-Obfrau Vizepräsidentin ÖKR Theresia Meier begrüßte die zahlreich erschienenen VersichertenvertreterInnen aus ganz Österreich und sprach allen ihren Dank für die engagierte Arbeit im Dienste der bäuerlichen Familien aus.

Das Jubiläumsjahr 2015, in dem das 50jährige Bestehen einer eigenen bäuerlichen Krankenversicherung gefeiert wird, nahm sie zum Anlass, daran zu erinnern, dass eine Krankenversorgung für Bäuerinnen und Bauern nicht immer eine Selbstverständlichkeit dargestellt hat. Die bäuerliche Krankenversicherung wurde durch den Einsatz von BauernvertreterInnen mit viel Mut und Weitblick auch gegen Widerstand in den eigenen Reihen geschaffen und ist heute unverzichtbarer Bestandteil des bäuerlichen Lebens in Österreich. „Die Verantwortung dafür liegt auch in den eigenen Reihen“, mahnte die Obfrau zum Zusammenhalt in Hinblick auf zukünftige Herausforderungen. „Wir müssen Bedacht darauf nehmen, den hohen Standard, den wir haben, auch erhalten zu können.“, meinte die Obfrau und sprach damit auch die Notwendigkeit solidarischer Beitragszahlungen an.

Die Grundlage für die Beitragsgestaltung in der bäuerlichen Sozialversicherung stellt der Einheitswert dar, der derzeit neu berechnet wird. Durch die Einheitswerthauptfeststellung 2014 konnte dieses Pauschalsystem erhalten werden. Durch die Neuberechnung des Einheitswertes, die ab 2017 in der Sozialversicherung Anwendung findet, wird es für einzelne Betriebe auch zu Beitragserhöhungen kommen. Ein im Zuge der Steuerreform bereitgestelltes Budget von 15 Millionen Euro wurde von der SVB dazu gewidmet, Beitragserhöhungen unbürokratisch abzufedern und einen Teil zurückzuerstatten.

Die Obfrau berichtete weiters über wichtige Teile der berufsspezifischen bäuerlichen Sozialversicherung wie Prävention und Gesundheitsförderung, bei der auch Ernährung und Bewegung eine große Rolle spielen, sowie eine Rehabilitation z.B. nach Unfällen, die auf die Bedürfnisse der Berufsgruppe zugeschnitten ist. Auch bei „Kuren“ wird von der SVB über ihre teilprivatisierten Kliniken nach einem klar definierten Ziel das angeboten, was von den Patienten benötigt wird. Sie betonte, dass in der gesetzlichen Krankenversicherung kein Platz für Verkaufsangebote und Geschäftemacherei im medizinischen Bereich sei.

Mit den stark steigenden Medikamentenpreisen hat die Sozialversicherung nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa zu kämpfen, denn die Kosten bei neu entwickelten Medikamenten explodieren. Internationale Pharmakonzerne zielen auf maximale Renditen ab. Die Obfrau und der Generaldirektor der SVB Mag. Ledermüller drängen in diesem Bereich auf eine Stärkung der Position gesetzlicher Sozialversicherungen durch einheitliche europäische Zulassungsverfahren und mehr Transparenz bei der Kostenentwicklung. In Österreich hat der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger Verhandlungen mit der Pharmawirtschaft geführt, um Vereinbarungen über Medikamentenpreise für die kommenden Jahre abzuschließen.

Bei den CT- und MRT-Untersuchungen konnten seitens der SVB Verkürzungen der Wartezeit erreicht werden und auch bei den Transportkosten der Flugrettung und der Zahnspangenversorgung für Kinder wurden Verbesserungen umgesetzt.
Die elektronische Gesundheitsakte wird noch heuer in öffentlichen Spitälern in Wien und der Steiermark eingeführt, wodurch Erfahrungen mit den Gesundheitsdaten im live-Betrieb gesammelt werden können.

Obfrau Meier schloss ihren Bericht mit der Beteuerung ihrer Überzeugung, dass eine vereinte Sozialversicherung der Bauern den Versicherten die bestmögliche Versorgung anbieten kann.

SVB-Generaldirektor Mag. Franz Ledermüller, der auch die Sozialversicherung als Unternehmen mit einer Notwendigkeit finanzieller Stabilität verstanden wissen will und an die harten Sanierungsmaßnahmen der SVB ab dem Jahr 2004 erinnerte, konnte abermals einen positiven Rechnungsabschluss und das Bilanzergebnis für das Jahr 2014 anhand von Statistiken präsentieren. In der Krankenversicherung wurde wieder ein gutes Ergebnis erzielt. Durch den Wegfall des Bundesbeitrages in der Unfallversicherung wies dieser Bereich einen erwartbaren Verlust auf, der aber durch Mittel aus der Krankenversicherung ausgeglichen wird. Das Ergebnis in der Pensionsversicherung war ausgewogen. Die Verwaltungskosten lagen wie schon in den letzten Jahren auch 2014 unter dem dafür vorgesehenen Deckelbetrag.

Mag. Ledermüller betonte, dass die SVB zwischenzeitlich beinahe den gesamten zusätzlichen Finanzierungsbedarf aus dem Jahr 2004 an den Bund zurückgezahlt hat und die nun erzielten Überschüsse der SVB zustehen.

„Eine finanziell angeschlagene Sozialversicherung hat keine Luft, sich um die Anliegen der Versicherten Gedanken zu machen. Wir haben uns aus dieser Situation befreit… Die Überschüsse gehören nun der SVB.“

Der Generaldirektor ging weiters auf die Problematik eines bevorstehenden Ärztemangels im ländlichen Bereich ein, der durch die hohe Ärztedichte in Österreich auf den ersten Blick eigenartig anmutet, aber durch verschiedene Faktoren forciert wird. Ländliche Standorte erscheinen Medizinern unattraktiver und sind schwerer mit den Lebenskonzepten junger Ärztinnen und Ärzte vereinbar. Zudem werden zu wenige Jungmediziner im Bereich Allgemeinmedizin ausgebildet. Die PHC-Modelle der Gesundheitsreform, die einem Ärztemangel durch neue Praxisformen entgegenwirken sollen, sind in erster Linie auf Ballungszentren anwendbar. Mag. Ledermüller sieht eine Lösung im Ausbau der Ambulanzen in Bezirksspitälern zu Zwecken der Primärversorgung.

Von der Generalversammlung wurden mittels Satzungsänderung auch Leistungsverbesserungen in wichtigen Bereichen der Gesundheitsversorgung beschlossen. So wurde der Kostenzuschuss für eine einstündige psychologische Behandlung von 20 auf 50 Euro deutlich erhöht sowie der Pflegekostenzuschuss zur Behandlung in Krankenanstalten, mit denen keine sonstigen vertraglichen Regelungen bestehen, erhöht. Damit kann Versicherten in belastenden Situationen besser geholfen werden.

Im Anschluss diskutierten die VersichertenvertreterInnen die aktuellen Themen und brachten ihre Sicht sowie die Anliegen der Versicherten ein. Bei der darauf folgenden Sitzung des beratenden Gremiums des Beirates der SVB wurden die Themen nicht zuletzt anhand konkreter Mitglieder-Anfragen weiter vertieft.

Rückfragen & Kontakt:

Sozialversicherungsanstalt der Bauern
Dr. Georg Schwarz
Tel.: 01 797 06-2201
georg.schwarz@svb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SVB0001