• 03.12.2015, 10:11:02
  • /
  • OTS0055 OTW0055

AK-Arbeitsgesundheitsmonitor: Beruf beeinflusst die Gesundheit

Wien (OTS) - Die aktuelle Auswertung des Österreichischen
Arbeitsgesundheitsmonitors widerlegt die vor allem in
Unternehmerkreisen weit verbreitete Ansicht, dass vor allem der
persönliche Lebensstil der Beschäftigten für deren gesundheitliche
Probleme verantwortlich sei. So fällt auf, dass Beschäftigte, die
vorwiegend körperliche Arbeit verrichten, ihre gesundheitliche
Verfassung konstant schlechter bewerten als jene, die nur selten oder
nie körperlich arbeiten. Die Daten des Arbeitsgesundheitsmonitors
zeigen aber auch, dass gutes Führungsverhalten der Vorgesetzten und
sinnvolle Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung positive
Auswirkungen auf die Gesundheit der Arbeitnehmer/-innen haben.

Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie, Reinigungskräfte sowie
Textilarbeiter/-innen schätzen ihre gesundheitliche Verfassung am
schlechtesten ein. So geben 38 Prozent der im Gastgewerbe
Beschäftigten an, ihr derzeitiger gesundheitlicher Zustand sei
mittelmäßig bis schlecht. Diese Aussage trifft auch auf 37 Prozent
der Textilarbeiter/-innen und auf 36 Prozent der Reinigungskräfte zu.
Tendenziell zeigen die Daten des Arbeitsgesundheitsmonitors, dass
sich Beschäftigte in Arbeiterberufen häufiger gesundheitlich belastet
fühlen, während z.B. Wissenschaftler/-innen und Angestellte in
Berufen wie IT/EDV, Banken oder Fitness/Wellness ihre derzeitige
gesundheitliche Verfassung zu über 90 Prozent als gut bis sehr gut
einschätzen.

Häufig körperliche Beschwerden
Deutlich stehen bei den Arbeitern/-innen die körperlichen Beschwerden
im Vordergrund: 61 Prozent der Gastronomiebeschäftigten, 67 Prozent
der Reinigungskräfte und 68 Prozent der Textilarbeiter/-innen nennen
sogar mehrfache körperliche Belastungen. Aber auch viele
Bauarbeiter/-innen (64 Prozent) und Fabrikarbeiter/-innen (55
Prozent) haben mehrfache physische Beschwerden.

63 Prozent der im Gastgewerbe Beschäftigten und 59 Prozent der
Reinigungskräfte klagen häufig über Kopfschmerzen. Fast 40 Prozent
der Textilarbeiter/-innen sagen, sie haben hohen Blutdruck, mehr als
die Hälfte (59 Prozent) nennt Rückenschmerzen als gesundheitliches
Problem. Ein Viertel beklagt Hautausschläge, was eher spezifisch für
die Textilbranche ist, denn dieses Problem wird von Beschäftigten
anderer Berufsgruppen kaum genannt. Schlafstörungen kommen bei 46
Prozent der im Gastgewerbe Beschäftigten vor, was mit der häufigen
Abend- und Nachtarbeit zusammen hängt.

Guter Führungsstil und betriebliche Gesundheitsvorsorge wirken
„Zwei Erkenntnisse des aktuellen Arbeitsgesundheitsmonitors sind
wesentlich“, erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: „Erstens, ein
guter Führungsstil wirkt sich positiv auf die Gesundheit der
Mitarbeiter/-innen aus. Beachtliche 28 Prozent der Beschäftigten, die
mit ihrer Führungskraft zufrieden sind, nennen keine körperlichen
Beschwerden. Zweitens, die manchmal nicht ganz ernst genommene
betriebliche Gesundheitsförderung hat ebenso positive Auswirkungen
auf das Befinden der Beschäftigten. Schon einzelne Maßnahmen, wie
z.B. ergonomische Büromöbel oder Förderung von Fitnesstraining,
verbessern die Gesundheit der Mitarbeiter/-innen“.

Arbeitsinspektion ausbauen, vorbildliche Betriebe belohnen
„Der klassische Arbeitnehmerschutz muss ernster genommen werden“,
appelliert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer an die
Arbeitgeber/-innen. Für die Kontrolle der Einhaltung der
Arbeitnehmerschutzbestimmungen muss die Arbeitsinspektion mehr
Kompetenzen und Ressourcen bekommen. Mehr zum Thema unter
ooe.arbeiterkammer.at/arbeitsklima

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel