- 02.12.2015, 13:13:28
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ÖH: Bessere Bedingungen für Medizinstudierende
Österreichische Hochschüler_innenschaft fordert arbeitsrechtliche Mindeststandards für das Klinisch-Praktische Jahr
Utl.: Österreichische Hochschüler_innenschaft fordert
arbeitsrechtliche Mindeststandards für das Klinisch-Praktische
Jahr =
Wien (OTS) - Beim heutigen Pressegespräch der Ärztekammer wurde die
eklatant hohe Abwanderungsquote von Absolvent_innen des Human- und
Zahnmedizinstudiums angesprochen. Von durchschnittlich 1300
Studierenden jährlich, die ein Medizinstudium beenden, wandern pro
Jahr rund 500 ins Ausland ab oder wechseln überhaupt in eine andere
Berufsgruppe. "Um einem Mangel an Ärzt_innen vorzubeugen, müssen die
Startbedingungen für Absolvent_innen des Medizinstudiums deutlich
verbessert werden", so Magdalena Goldinger vom Vorsitzteam der ÖH.
Viele Jungärzt_innen werden in Österreich für administrative Aufgaben
eingeteilt, die wenig mit dem ursprünglichen Berufswunsch zu tun
haben. Mängel in der Basisausbildung und das Klinisch-Praktische Jahr
verleiten viele Studierende dazu, sich nach Alternativen umzusehen.
Für Assistenzärzt_innen gibt es bundesweit keine einheitlichen
Ausbildungspläne, die von Seiten der Studierendenvertretungen
gefordert werden. "Es ist kaum verwunderlich, dass unter diesen
Rahmenbedingungen, viele Absolvent_innen ins benachbarte Ausland
abwandern oder in die Privatwirtschaft wechseln", so Goldinger
weiter.
Die Lösung des Problems liegt daher in einer Aufwertung des KPJ und
der Verbesserung der Ausbildungsbedingungen in Turnus. So müssen etwa
für das KPJ bundesweit gleiche Bedingungen und arbeitsrechtliche
Mindeststandards geschaffen werden, eine faire Entlohnung ist hier
die Mindestanforderung. "Viele Studierende absolvieren zur Zeit ihre
Praxisstunden, ohne dafür auch nur irgendwie entlohnt zu werden. Hier
muss sich etwas ändern, sonst wird die Abwanderungsquote wohl noch
weiter steigen", so Goldinger.
Die Realität sieht leider düster aus – im Burgenland wird das
Klinisch-Praktische Jahr ab Jänner nicht mehr entlohnt. "Rückschritt
statt Fortschritt – so werden die Probleme im medizinischen Bereich
wohl nicht gelöst werden", so Goldinger abschließend.
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