- 02.12.2015, 11:24:09
- /
- OTS0100 OTW0100
Starker Rückgang bei tödlichen Arbeitsunfällen
Bericht der Arbeitsinspektion 2014
Utl.: Bericht der Arbeitsinspektion 2014 =
Wien (PK) - Mit einem höchst erfreulichen Ergebnis kann der aktuelle
Bericht der Arbeitsinspektion aus dem Jahr 2014 aufwarten, nämlich
der Reduktion der tödlichen Arbeitsunfälle von 98 (2013) auf 65 (III-
214 d.B.). Ein Unterschied von 33 Menschenleben, hebt Sozialminister
Rudolf Hundstorfer im Vorwort hervor. Er weist weiters auf die im
Vorjahr gesetzten Schwerpunktaktionen hin, die nicht nur ein
Augenmerk auf die Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten von Maschinen
legten, die für zwei Drittel der schweren Arbeitsunfälle
verantwortlich sind, sondern auch die Bereiche Bergbau, mobile
Pflege, Möbeltischlereien und Handverletzungen umfassten.
Der 2014 vorgelegte Evaluationsbericht des "Senior Labour Inspectors
Committee" der EU stellt der österreichischen Arbeitsinspektion ein
sehr gutes Zeugnis aus. Als good practice-Beispiele werden sowohl die
Nationale Arbeitsschutzstrategie, die Jahresarbeitspläne als auch die
breite Kooperation mit anderen Organisationen ins Treffen geführt.
Tätigkeit der Arbeitsinspektion: Leichte Zunahme bei den
Übertretungen
Im Berichtsjahr wurden insgesamt 48.244 Arbeitsstätten von insgesamt
12.985 Unternehmen überprüft. Dabei wurden 66.927 Besichtigungen
durchgeführt, bei denen je nach Anlassfall routinemäßige Kontrollen,
Überprüfungen besonderer Aspekte oder Schwerpunkterhebungen
erfolgten. Zusätzlich zu diesen Besichtigungen kontrollierten die
InspektorInnen 402.832 Arbeitstage von LenkerInnen und nahmen an
16.128 behördlichen Verhandlungen teil. Ferner wurden 18.924
Beratungen vor Ort in den Betrieben, 10.236 Vorbesprechungen
betrieblicher Projekte sowie 63.442 arbeitsinspektionsärztliche
Beurteilungen und 24.354 sonstige Tätigkeiten (z.B. Kooperation mit
Behörden, Tagungen) vorgenommen. Bei den dabei festgestellten
Übertretungen von Schutzvorschriften gab es eine leichte Zunahme, und
zwar von 40,6% auf 41,9%.
Von den insgesamt 102.371 Übertretungen (ohne Kontrollen von
LenkerInnen) betrafen 90.227 den technischen und arbeitshygienischen
ArbeitnehmerInnenschutz und 12.144 den Verwendungsschutz. Im
Zusammenhang mit der Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen wird
darauf hingewiesen, dass die meisten Übertretungen das Beherbergungs-
und Gastronomiewesen (28,9%) betrafen.
Im Berichtsjahr sank die Zahl der anerkannten Arbeitsunfälle
unselbständig Erwerbstätiger im engeren Sinn (ohne Wegunfälle) von
90.419 um 1 % auf 89.502. Die Anzahl der tödlichen Arbeitsunfälle
reduzierte sich erfreulicherweise von 98 auf 65, also um 33,7%. Die
Zahl der meldepflichtigen Unfälle betrug im Berichtsjahr 53.939
(53.965). Einen leichten Rückgang gab es bei den anerkannten
Berufserkrankungen, und zwar von 1.274 auf 1.175; 99 davon hatten
einen tödlichen Ausgang.
Bundesdienst: Ein tödlicher Unfall bei einer Bundesheerübung
Im Bundesdienst wurden im letzten Jahr 342 Dienststellen besichtigt
sowie 133 Beratungs- und Beurteilungstätigkeiten vor Ort in den
Dienststellen und 272 sonstige Tätigkeiten (insbesondere
Behördenbesprechungen und Projektvorbesprechungen) durchgeführt. Die
Arbeitsinspektion nahm an elf behördlichen Verhandlungen
(insbesondere Bauverhandlungen) teil. Was die Arbeitsunfälle in
diesem Bereich betrifft, so wurden im Jahr 2014 insgesamt 2.251
registriert, davon einer mit tödlichen Ausgang: Im Gebiet der
Wattener Lizum verunglückte ein Hubschrauber des Bundesheers bei
einer Übung mit drei Personen an Bord. Wie bereits in den letzten
Jahren weisen zwei Ressorts eine vergleichsweise höhere Unfallquote
auf, das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport sowie das
Innenministerium.
Verkehrs-Arbeitsinspektorat seit dem Jahr 2012 im Sozialministerium
Seit dem 1. Juli 2012 ressortiert das Verkehrs-Arbeitsinspektorat,
das für Spezialaufgaben bei den Verkehrsbetrieben (Eisenbahnen,
Straßenbahnen, Seilbahnen, Luftfahrt, Schifffahrt, Post und Telekom)
zuständig ist, im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und
Konsumentenschutz. Im Berichtsjahr wurden 468 Arbeitsstätten mit
insgesamt 27.513 Bediensteten besucht.
EU-Arbeitsschutzstrategie 2014-2020 und Initiative für gesunde
Arbeitsplätze
Im Mittelpunkt des neuen strategischen Rahmens der EU im
Arbeitsschutz (Strategie 2014-2020) stehen folgende Prioritäten:
praktische Umsetzung des Arbeitsschutzes, insbesondere in
Kleinbetrieben; Bekämpfung neuer Risiken (u.a. psychosoziale
Gefährdungen, Prävention von arbeitsbedingten Krebserkrankungen);
Bewältigung der Herausforderungen der alternden Erwerbsbevölkerung
u.a. durch entsprechende Arbeitsbedingungen. Die Mitgliedstaaten sind
gefordert, entsprechende konkrete Maßnahmen zu setzen. Ein Beispiel
für eine europäische Kampagne ist die Initiative "Gesunde
Arbeitsplätze - Den Stress managen". Für Österreich sei dieses Thema
von großer Bedeutung, da mit der Novelle des
ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes, die am 1.1.2013 in Kraft getreten
ist, die Wichtigkeit der psychischen Gesundheit und der Prävention
arbeitsbedingter psychischer Belastungen stärker betont wird.
Die Ausgaben für die Arbeitsinspektion betrugen im Jahr 2014
insgesamt 31,46 Mio. €. Der Großteil davon (27,26 Mio. €) entfiel auf
den Personalsektor (307 ArbeitsinspektorInnen, 107
Verwaltungsfachkräfte sowie 22 MitarbeiterInnen auf dem Gebiet des
Verkehrswesens). (Schluss) sue
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NPA






