ORF-DialogForum: „Wer rettet den Qualitätsjournalismus?“

ORF-Generaldirektor Wrabetz: „Wandel der Kommunikationskultur muss von einem starken Public Service Media Network begleitet werden!“

Wien (OTS) - Der harte Wettbewerb um Reichweiten und der Aufstieg neuer Konkurrenten aus dem Netz setzen besonders Qualitätsmedien stark unter Druck. Wie reagieren Medien und welche Zukunftsmodelle zeichnen sich ab? Welche neuen Allianzen und Finanzierungsmodelle entstehen? Was macht Qualitätsmedien künftig erfolgreich? Kurz: „Wer rettet den Qualitätsjournalismus?“ Dieser Frage widmete sich das ORF-DialogForum am Montag, dem 30. November 2015, um 19.00 Uhr im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses. Eröffnet wurde das DialogForum, das diesmal mit Unterstützung des Europäischen Forums Alpbach stattfand, von ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz und Dr. Caspar Einem, Vizepräsident des Europäischen Forums Alpbach. Nach der Keynote von Peter Bale (CEO des 2014 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Center for Public Integrity in Washington) diskutierten unter der Leitung von Dr. Klaus Unterberger, Leiter des ORF-Public-Value-Kompetenzzentrums, Lutz Hachmeister (Institut für Medien- und Kommunikationspolitik, Berlin), Markus Lust (Editor-in-Chief VICE Alps), Anke Plättner (Internationale Journalistenprogramme IJP, TV-Moderatorin PHOENIX, Berlin) und Lisa Totzauer (Info-Chefin ORF eins, Wien).

Dieser Tage stelle sich nicht nur die Frage, wer den Qualitätsjournalismus rettet, sondern auch „wie rettet man Europa und die Werte, für die es steht?“, betonte ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz zur Eröffnung des DialogForums:
„Qualitätsjournalismus spielt dabei eine zentrale Rolle! Es geht erstens darum, auch die wachsende Gruppe der ‚Informationsvermeider‘, die sich von der Welt abkapseln und in sozialen Netzwerken verlieren, zu erreichen. Als Voraussetzung dafür muss – zweitens – der durch die Digitalisierung ausgelöste Wandel der Medien- und Kommunikationskultur von einem starken öffentlich-rechtlichen Netzwerk im Sinn eines Public Service Media Network begleitet werden, um weiterhin demokratische und rechtstaatliche Teilhabe für alle Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen!“

„Die Förderung der Wissenschaften und Künste, der Demokratie und der Werte Europas hat sich auch das Europäische Forum Alpbach zum Ziel gesetzt!“, unterstrich Dr. Caspar Einem, Vizepräsident des Forums, in seinen Begrüßungsworten. Qualitätsjournalismus sei eine wesentliche Voraussetzung für aufgeklärte, demokratische Gesellschaften, weshalb sich das Forum Alpbach auch in der Förderung von Journalistinnen und Journalisten engagiere und hier auch mit dem ORF gerne zusammenarbeite.

Peter Bale vom Center for Public Integrity betonte in seinem Keynote-Statement, dass es „nie zuvor mehr Qualitätsjournalismus gegeben habe als heute“, sich aber gleichzeitig die Geschäftsmodelle der Medien massiv verändern würden und traditionelle Medien zunehmend unter Druck kommen würden. Auch in der digitalen Medienwelt sei es „Aufgabe der Journalistinnen und Journalisten, Unterprivilegierten eine Stimme zu geben und Ungleichheit zum Thema zu machen!“ Sie sei die größte Gefahr für den Gesellschaftsvertrag in demokratischen Staaten. Dafür müssten verstärkt auch die Möglichkeiten der neuen Medien genutzt werden.

Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, das Gespräch mit seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben. Eine Aufzeichnung des ORF-DialogForums ist auf zukunft.ORF.at als Video-on-Demand abrufbar und am Montag, dem 7. Dezember 2015, um 17.00 Uhr in ORF III zu sehen.

Abermals Gold für den ORF-„Public-Value-Bericht“

Über eine neuerliche Auszeichnung für seinen „Public-Value-Bericht“ kann sich der ORF und sein Public-Value-Kompetenzzentrum freuen. Nachdem der „Public-Value-Bericht“ des ORF 2014 beim ARC in New York, dem weltweiten Wettbewerb der Jahresberichte, sowie den Fox Awards insgesamt dreimal mit Gold ausgezeichnet worden war, folgte nun für die Ausgabe 2015 eine goldene Ehrung bei ICMA (International Creative Media Award). Die Grafikagentur Rosebud Design GmbH hatte den für den ORF gestalteten Bericht zur sechsten Auflage der Awards eingereicht – und mit dem „Public-Value-Bericht“ aus dem Feld von 411 Einreichungen aus 17 Staaten die internationale Jury überzeugt. Einreichungen zu diesem Wettbewerb kamen neben Deutschland, der Schweiz und Österreich u. a. von Designerinnen und Designern aus den Benelux-Staaten, Italien und Großbritannien. Einreichungen außerhalb Europas kamen unter anderem aus Singapur, Brasilien, Indien, Australien, Neuseeland, Kanada, den USA und Russland.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GOK0002