Zielpunkt/Schirnhofer: Leitl und Foglar setzen sich gemeinsam für rasche Auszahlung aus dem Insolvenzfonds ein

Mehr als 3.000 MitarbeiterInnen warten auf Geld vom Insolvenzentgeltfonds

Wien (OTS) - Die Lebensmittelkette Zielpunkt hat gestern, Montag, am Wiener Handelsgericht Konkurs angemeldet. Betroffen sind rund 2.700 MitarbeiterInnen, denen Zielpunkt ihre November-Gehälter sowie das Weihnachtsgeld nicht mehr auszahlen konnte. Auch der oststeirische Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren, Schirnhofer, ist von der Insolvenz betroffen. Schirnhofer beschäftigt etwa 300 MitarbeiterInnen. Beim AMS-Frühwarnsystem wurden bereits 70 Kündigungen deponiert. Auch die Schirnhofer-Beschäftigten warten noch auf ihre Novembergehälter. Hier muss nun der Insolvenzentgeltsicherungsfonds einspringen.

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl und ÖGB-Präsident Erich Foglar werden sich gemeinsam sowohl beim Masseverwalter als auch beim Insolvenzfonds bzw. im Sozialministerium dafür einsetzen, dass die Belegschaft unbürokratisch und vor allem so rasch wie möglich zu ihrer Entlohnung kommt.

Leitl: „Gerade in der Vorweihnachtszeit macht diese Situation besonders betroffen. Jetzt gilt: Wer schnell hilft, hilft doppelt.“ Er erwarte, dass die Menschen rechtzeitig vor Weihnachten zu Geld kommen, und zwar rasch und unbürokratisch. Dies könnten und müssten die Sozialpartner im konstruktiven Zusammenwirken bewerkstelligen.

Für ÖGB-Präsident Erich Foglar bleiben auch nach Anmeldung der Insolvenz die Vorgänge des Zielpunkt-Managements mehr als fragwürdig. „Es geht um rund 2.700 Menschen und um deren Schicksale.“ Kurz vor Weihnachten von der Insolvenz erfahren zu müssen, sei alleine schon schlimm genug. Ausstehende Löhne und Gehälter inklusive Weihnachtsgeld würden die Situation der Betroffenen besonders verschärfen. „Gewerkschaften und das Insolvenzbüro von AK und ÖGB arbeiten bereits mit Hochdruck daran, die Ansprüche der Beschäftigten so rasch wie möglich in strukturierter Weise abzuwickeln. Die GPA-djp hat bereits gestern, Montag, mit Betriebsversammlungen begonnen, die im Laufe der Woche bundesweit stattfinden werden. Ein wichtiger Schritt ist dabei, dass die KollegInnen von den Betroffenen bevollmächtigt werden, um in deren Namen das Geld einzufordern. Im Falle der Firma Schirnhofer ist die zuständige Gewerkschaft PRO-GE bereits in Kontakt mit dem Betriebsrat, und wird sofort alle notwendigen Schritte einleiten, sobald feststeht, wie es hier weitergeht. “ Foglar rät daher, keine Alleingänge zu starten, sondern sich an die GPA-djp bzw. die PRO-GE zu werden.

In Richtung Zielpunkt-Management bekräftigt Foglar: „Die professionelle Arbeit der Sozialpartnerschaft, die ihre Hausaufgaben bereits seit Tagen macht, steht hier in krassem Gegensatz zur fragwürdigen und unprofessionellen Vorgangsweise des Eigentümers. Hier fordere ich eine lückenlose Aufklärung aller Vorgänge, die letztendlich zur Insolvenz geführt haben.“

Leitl und Foglar appellieren an die Banken, betroffenen MitarbeiterInnen keine Verzugszinsen zu berechnen und bei finanziellen Engpässen behilflich zu sein. Die Bemühungen jener Geldinstitute, die Unterstützungen bereits in die Wege geleitet haben, anerkennen die beiden Präsidenten im Interesse der Betroffenen. Sie sehen weiters die Notwendigkeit einer raschen Jobvermittlung sowie gegebenenfalls Qualifikationsverbesserungen, zum Beispiel durch das bewährte Instrument der Arbeitsstiftungen. Es gebe Beispiele, dass Menschen nach einer solchen Weiterbildung einen besseren, sichereren und ertragreicheren Job gehabt haben als vorher.

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