Industrie zu Arbeitsmarkt: Wachstum und Beschäftigung brauchen mehr Flexibilisierung und weniger Bürokratie

IV-GS Neumayer: Beschlossene Lohnnebenkostensenkung erster wichtiger Schritt – Zeitgemäße Arbeitszeitflexibilisierung endlich umsetzen

Wien (OTS) - „Mit rund 430.000 Personen ohne Arbeit neigt sich das Jahr 2015 einem mehr als unerfreulichen Ende zu. Vor allem in Wien ist der Anstieg um fast 17 Prozent beträchtlich – mehr als ein Drittel aller Arbeitslosen wohnen also in der Bundeshauptstadt“, zog der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, angesichts der heute, Dienstag, veröffentlichten Daten zur aktuellen Arbeitsmarktlage eine erste Bilanz. Entscheidend sei nun, weiter wirksam gegenzusteuern. Seit Jahresbeginn hätten immerhin fast 91.000 Personen über 50 Jahre aus der Arbeitslosigkeit heraus einen Arbeitsplatz gefunden. „Diesen Trend gilt es durch geeignete Maßnahmen zu verstärken. Die jüngst beschlossene Senkung der Lohnnebenkosten war ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir müssen den Arbeits- und Industriestandort Österreich wieder zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität, vor allem für Investoren, verhelfen. Denn nur Unternehmen können Arbeitsplätze schaffen, indem sie investieren“, hob der IV-Generalsekretär hervor.

Neumayer: Bürokratie abbauen, Arbeitszeitregeln modernisieren

„Unsere Betriebe sind einer enormen Überregulierung ausgesetzt, die endlich abgebaut werden muss. Zwar hat der Nationalrat jüngst die Anhebung der Tageshöchstarbeitszeit auf zwölf Stunden bei aktiver Reisezeit beschlossen – nicht aber bei der Gleitzeit, wie es im Regierungsprogramm vorgesehen ist“, kritisierte der IV-Generalsekretär, der hinzufügte: “Dringend notwendig sind weitergehende Schritte in Bezug auf zeitgemäße, wettbewerbsfähige Arbeitszeitregelungen. Stattdessen wurden weitere Restriktionen im Arbeitsvertragsrecht festgelegt. Auch Beschäftigungsquoten für Ältere sind und bleiben ein grundlegend falsches Signal.“

Steigende Beschäftigung positiv, aber noch kein Grund zum Aufatmen

„Gerade in Oberösterreich und der Steiermark werden verstärkt offene Stellen gemeldet, hier steigt der Bedarf an gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Daneben ist die weiter steigende Beschäftigung, insbesondere in der Gruppe der über 50-Jährigen, ein Lichtblick in der aktuellen Entwicklung“, so Neumayer. Zwar habe die Zahl der Arbeitsuchenden in dieser Altersgruppe zugenommen, doch sei auch die Zahl der Beschäftigten mit 6,7 Prozent deutlich stärker als die durchschnittliche Beschäftigung mit 0,9 Prozent gestiegen. Ein Grund zum Aufatmen sei dies aber noch nicht. „Während sich in den anderen europäischen Ländern konjunkturelle Erholung einstellt und sich die internationale Konkurrenz im Aufschwung befindet, werden unsere heimischen Betriebe durch unkluge oder nicht gesetzte Maßnahmen weiter belastet“, so Neumayer, der abschließend betonte:
„Nur durch ein klares Bekenntnis der Politik und ein gemeinsames Handeln für ein attraktives und wirtschaftsfreundliches Umfeld kann es uns gelingen, Österreich wieder auf die Überholspur zu bringen, dadurch neue Arbeitsplätze zu schaffen und bestehende zu sichern.“

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