Hundstorfer: Weiter steigende Arbeitslosigkeit im November – positiv sind mehr offene Stellen und leicht sinkende Jugendarbeitslosigkeit

Hohe Dynamik im Handelsbereich – Teil der ZielpunktmitarbeiterInnen werden hoffentlich bald durch Filialübernahmen rasch wieder einen Arbeitsplatz erhalten

Wien (OTS) - „Der Monat November ist von weiter steigender Arbeitslosigkeit, wenn auch auf einem etwas flacheren Niveau als in den vergangenen Monaten, gekennzeichnet“, unterstrich Sozialminister Rudolf Hundstorfer zu den Arbeitsmarktdaten für November. So sind Ende November 2015 359.293 Personen beim Arbeitsmarktservice Österreich arbeitslos gemeldet. Das sind um 27.537 Personen bzw. 8,3 Prozent mehr als zum Vergleichszeitpunkt des Vorjahres. Weitere 70.814 Personen nehmen gegenwärtig ein Schulungsangebot des Arbeitsmarktservice in Anspruch. Gegenüber dem Vorjahr ist diese Zahl damit um 4.636 (6,1 Prozent) rückläufig. Inklusive dieser Gruppe beträgt die Zahl der beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Personen aktuell 430.107. Damit liegt sie um 22.901 bzw. 5,6 Prozent über dem entsprechenden Vergleichswert. Erfreulich ist, so der Minister, dass die Beschäftigung weiter steigt und im November nun 3.52 Mio. unselbstständig Beschäftigte beträgt und damit auf einen neuen Rekordwert gestiegen ist. Das sind um 32.000 Beschäftigte mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition beträgt Ende November 9,2 Prozent, sie liegt um 0,6 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor. Der aktuell verfügbare Wert der international vergleichbaren Arbeitslosenquote gemäß EUROSTAT wird für Österreich mit 5,6 Prozent angegeben, die Jugendarbeitslosenquote mit 10,4 Prozent. „Als Lichtpunkte sind die steigende Zahl an gemeldeten offenen Stellen , die um 25,4 Prozent zugenommen hat und die leicht sinkende Jugendarbeitslosigkeit, zu sehen“, so Hundstorfer.****

„Denn bei den Jugendlichen entwickelt sich der Arbeitsmarkt weiterhin besser als beim Gesamtdurchschnitt“, sagte der Minister. So liegt die Arbeitslosigkeit der 15- bis 24-Jährigen Ende November mit 46.335 um 0,6 Prozent bzw. 267 Personen unter dem vergleichbaren Wert des Vorjahres. Bei den jüngsten ArbeitsmarkteinsteigerInnen – den 15 bis 19-Jährigen – ist sie sogar um 2,5 Prozent rückläufig. Die Zahl der Lehrstellensuchenden liegt allerdings Ende November nach wie vor um 6,6 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Gleichzeitig steigt jedoch auch die Zahl der offenen Lehrstellen etwas an. Ende November sind 3.263 Lehrstellen unbesetzt, das bedeutet eine Zunahme um 1,2 Prozent. „In Oberösterreich, Salzburg und Tirol besteht nach wie vor ein Überhang an offenen Lehrstellen, in Wien kommen dagegen auf eine offene Lehrstelle mehr als acht vorgemerkte Lehrstellensuchende“, stellte der Sozialminister fest.

Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen liegt Ende November 2015 mit 31.021 um 25,4 Prozent über dem Vorjahreswert. In Summe der ersten elf Monate wurden dem Arbeitsmarktservice gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres um knapp 21.000 bzw. 5,5 Prozent mehr offene Stellen gemeldet. „Die überdurchschnittliche Zunahme in den besonders konjunktursensiblen Bereichen Warenproduktion um 13,2 Prozent (3.779) bzw. Arbeitskräfteüberlassung um 7,0 Prozent (6.315) dürfte als ein gutes Signal in Richtung einer doch allmählich wieder anziehenden Konjunktur zu werten sein“, so Hundstorfer. Darüber hinaus wurden auch im Handel seit Jahresbeginn um 2.222 bzw. 3,9 Prozent mehr offene Stellen gemeldet.

„Mit den nunmehr im Parlament beschlossenen zusätzlichen 300 Mio. Euro an Arbeitsmarktmittel für 2016 wird es möglich, die besonders von Ausgrenzung bedrohten Gruppen noch intensiver zu unterstützen“, erläuterte Hundstorfer. Insgesamt werden im nächsten Jahr dadurch voraussichtlich bis zu 50.000 zusätzliche Beschäftigungsaufnahmen von Arbeitssuchenden ab 50 Jahren, Langzeitbeschäftigungslosen und anerkannten Schutzsuchenden gefördert.

Angesichts der Insolvenz von Zielpunkt sei natürlich die Arbeitsmarktlage im Einzelhandel von ganz besonderem Interesse, sagte der Sozialminister. Gegenwärtig sei noch offen, wie viele der von Zielpunkt beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldeten 2.658 Personen tatsächlich arbeitslos werden. Es sei davon auszugehen, dass ein Teil durch Filialübernahmen oder direkte Beschäftigungswechsel relativ kurzfristig wieder einen Arbeitsplatz hat. „Insgesamt entwickelt sich die Beschäftigung im gesamten Umfeld Groß- und Einzelhandel mit einem Plus von 4.300 Beschäftigten (aktueller Wert vom Oktober) gegenüber dem Vorjahr durchaus positiv und auch die Dynamik bleibt in diesem Bereich mit 68.700 Beschäftigungsaufnahmen seit Jahresbeginn relativ hoch“, unterstrich der Minister. Allerdings sei – wie in der Gesamtwirtschaft – auch im Handel die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Personen ansteigend. Ende November sind mit 50.609 Personen um 3.793 bzw. 8,1 Prozent mehr Personen beim Arbeitsmarktservice arbeitslos gemeldet als ein Jahr zuvor. Inklusive der TeilnehmerInnen an Schulungen beträgt die Zahl der vorgemerkten Personen im Handelsbereich 59.711. Davon waren zuvor 38.539 im Einzelhandel tätig. Gegenüber dem Vorjahr ist der Wert um 1.408 Personen bzw. 3,8 Prozent angestiegen. Nicht zuletzt auf Grund der hohen Fluktuation und einem größeren Saisonanteil in den Tourismusgebieten ist die Arbeitslosigkeit im Einzelhandel höher als in der Gesamtwirtschaft. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 10,1 Prozent (Wert vom Oktober). Zwei Drittel der arbeitslos vorgemerkten Personen im Einzelhandel (68 Prozent bzw. 25.994) sind Frauen.

Insgesamt nimmt Ende November – wie in den Vormonaten – die Arbeitslosigkeit bei Männern mit 8,4 Prozent weiterhin stärker zu als bei Frauen (8,2 Prozent). Abschließend unterstrich Hundstorfer, dass für die Gruppen, die es besonders schwer am Arbeitsmarkt haben, wie Ältere, gesundheitlich Beeinträchtigte oder Menschen mit nichtösterreichischer Staatsbürgerschaft bzw. anerkannten Flüchtlingen zahlreiche neu beschlossene Maßnahmen zu gute kommen. Hundstorfer verwies auf die zusätzlichen Mittel für diese Gruppen, auf das Bonus-Malus-System, auf die Kompetenzchecks oder das freiwillige Integrationsjahr.(Schluss)

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