Anlässlich der UN-Klima-Konferenz: „Universum“ dokumentiert, wie das Klima unsere Welt verändert

„Fünf Grad plus“ am 1. Dezember um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Wissenschafter sagen für dieses Jahrhundert eine Temperaturerhöhung von drei bis sechs Grad für den Alpenraum voraus. Ganze Landstriche sollen sich verändern, unter den Lebewesen wird es Verlierer und Gewinner geben. Anlässlich der UN-Klimakonferenz in Paris zeigt ORF 2 am Dienstag, dem 1. Dezember 2015, um 20.15 Uhr die mehrfach ausgezeichnete „Universum“-Dokumentation „Fünf Grad plus“, die den ersten Anzeichen dieser Veränderung auf der Spur ist. Regisseurin Waltraud Paschinger und Kameramann Franz Posch sind mit ihrem Team den Spuren der schmelzenden Gletscher gefolgt und unter das „ewige Eis“ eingestiegen. Aktuelle Berichterstattung in TV, Radio und Internet sowie Beiträge in den ORF-Magazinen „heute konkret“, „Report“, „Eco“ und „Orientierung“ ergänzen das Programm. Nähere Informationen zur ORF-Berichterstattung im Zeichen des Klimawandels sind unter http://muttererde.ORF.at abrufbar.

Sie haben Tiere auf und unter der Erde an Hitzetagen beobachtet und jene gesucht, die derzeit noch selten sind, aber von einer Erwärmung profitieren könnten und auch jene, die zu den Verlierern zählen werden. Sie haben Wissenschafter zu ihren Untersuchungen begleitet und einen bekannten österreichischen Zeitzeugen vor die Kamera gebeten: Sepp Forcher – er kennt die Bergwelt des Alpenraums wie kaum ein anderer. Der Film ist eine Koproduktion von ORF, Posch TV und Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur mit Unterstützung des Landes Steiermark, des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung und des Lebensministeriums.

„Fünf Grad plus“ zeigt die Schönheit der derzeitigen Alpenwelt ebenso wie die einer möglichen neuen Welt – und versucht, den Wandel dazwischen in beeindruckenden Bildern näherzubringen. Die Gletscher schmelzen immer schneller. Rückgänge von 100 Metern pro Jahr sind keine Seltenheit mehr. Es entstehen neue Landschaften. Wir leben mitten in diesem Umbruch. Zwei Tiroler Geologen werden zum Bliggferner gerufen, um die Steinschlaggefahr zu beurteilen. Was sie dann hautnah erleben, ist der Zusammenbruch eines Gletschers: „Ein Tsunami aus Geröll, haushohen Felsbrocken, Wasser und Eis“, wie der Tiroler Landesgeologe Günther Heissel berichtet. Die Filmdokumente dieses Geschehens haben die Experten dem „Universum“-Team zur Verfügung gestellt.

Die Zahl der Hitzetage im Sommer nimmt zu. Die Tiere reagieren bereits darauf, sie wandern weiter nach Norden oder in höhere Regionen. Die Ersten sind Insekten. Sie können sich rasch vermehren und schnell auf Veränderungen reagieren. Ehemalige Tieflandbewohner wie die Gottesanbeterin gehen neuerdings auch in den Alpen auf Jagd. Für die grasgrüne Jägerin erweitert sich der Lebensraum durch ein milderes Klima in den Bergen. Sie wird zu den Gewinnern einer Klimaerwärmung zählen.

„Es werden die kleinen Lebewesen sein, die die Welt verändern“, so Regisseurin Waltraud Paschinger. Mit ihrem Team war sie für „Fünf Grad plus“ auch auf den Spuren der Borkenkäfer unterwegs und ist einem neuen, noch ungeklärten Phänomen nachgegangen: der Abwanderung von Milliarden von Schwebfliegen über die Alpenpässe. Was das bedeutet, gibt den Wissenschaftern noch Rätsel auf, ebenso wie quecksilberbelastete Fische in Bergseen. Manches lässt sich in seinen Auswirkungen berechnen, aber vieles kommt unerwartet. So begleitet „Fünf Grad plus“ auch ein Wissenschafterteam an den Tiroler Schwarzsee in 2.800 Metern Höhe. Eher zufällig waren die Forscher darauf gestoßen, dass die Saiblinge im Bergsee höhere Schwermetallbelastungen aufweisen als Fische, die in Industriebereichen leben. Und je wärmer es wird, desto massiver werden die Vergiftungen.

Die steigenden Temperaturen wirken in viele Bereiche. So hat das „Universum“-Team an Hitzetagen Tiere beobachtet, die schon jetzt ganz oben in den Bergen leben und nicht in höhere, kühlere Regionen flüchten können. Ein Beispiel dafür sind die Murmeltiere. „Sie sind enorm im Stress, wenn es heiß ist und kommen kaum zum Fressen“, berichtet Waltraud Paschinger. Die Folge ist, dass sie nicht genügend Fett für den Winter ansetzen können, um zu überleben. Wenn es wärmer wird, werden die pelzigen Nager zu den Verlierern des Klimawandels zählen. Eng wird es auch für unzählige Wasserbewohner. Denn flache Teiche, Lacken und auch Seen werden austrocknen. Viele Zugvögel könnten dann ausbleiben. Der größte See Österreichs, der Neusiedler See, würde verschwinden. Doch wo ein Lebensraum stirbt, bildet sich unverzüglich ein neuer. Seit Entstehung der Erde war es viele Millionen Jahre wärmer als heute. Die Erde ist unzählige Male zwischen Kalt- und Warmzeiten gependelt. Die Natur hat sich immer wieder angepasst. Und das tut sie auch jetzt. Und zeigt dabei ihre ureigene Kraft.

Das bestätigt auch einer, der die Berge kennt wie kaum ein anderer:
Sepp Forcher. Er hat sich mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen Produzent Franz Posch und dem steirischen „Universum“-Team für diesen Film gern zur Verfügung gestellt. Sepp Forcher kennt die Pasterze, Österreichs größten Gletscher am Fuße des Großglockners, seit den 1950er Jahren. Damals hatte er hier als Träger gearbeitet und Waren zu Fuß zu den Hütten gebracht. Wo er heute durch eine Landschaft aus feinem Schlamm, sich ständig verändernden Flussläufen und kleinen blauen Seen wandert, war damals – vor 60 Jahren – ein 40 Meter dicker Gletscher. Das Eis ist völlig verschwunden. Eine neue Landschaft entsteht. „Eine Prachtlandschaft“, wie Sepp Forcher schwärmt, wenn er die blühende Vielfalt betrachtet, die sich aus den Spalten und Ritzen der Schuttlandschaft herauskämpft.

Auch Kameramann und Produzent Franz Posch stimmt ihm zu: „Wo auch immer wir waren: Wenn sich Landschaft verändert, entsteht dort sofort etwas Neues und Spannendes, nicht nur für die Kamera.“ Die Natur erobert alles zurück.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0007