„kreuz und quer“ am 1. Dezember: „Mütter kämpfen gegen den Dschihad“ und „Kateri – Die Indianerheilige“

Wien (OTS) - Nach den Anschlägen von Paris ist das Problem gewaltbereiter islamischer Extremismus nicht nur in Europa brisanter denn je. Die Dokumentation „Mütter kämpfen gegen den Dschihad“ von Christian Kugler, die als TV-Erstausstrahlung in „kreuz und quer“ – präsentiert von Doris Appel – am Dienstag, dem 1. Dezember 2015, um 22.35 Uhr in ORF 2 zu sehen ist, zeigt die Bemühungen der österreichischen Soziologin Edit Schlaffer, die Rolle der Frauen und Mütter in den islamischen Communities zu stärken, um die Radikalisierung Jugendlicher zu verhindern.

Anita Lackenberger begibt sich für die Dokumentation „Kateri – Die Indianerheilige“ um 23.25 Uhr auf Spurensuche nach einer jungen Frau, die bis heute ungebrochen große Bedeutung in der Native American Community besitzt. Recherchiert man über die Zeit des ersten Kontakts zwischen Europäern und der First Nation Amerikas, wird man auf zahlreiche Schlachten, Krankheiten, Blutvergießen stoßen. Was man aber selten findet, sind Namen, vor allem von amerikanischen Ureinwohnern. Der Name von Kateri Tekakwitha (1656 bis 1680) hat jedoch die Jahrhunderte überlebt, mit ihrer Heiligsprechung am 21. Oktober 2012 wurde die junge Mohawk, die in den USA und Kanada lebte, weit über die Landesgrenzen bekannt.

„Mütter kämpfen gegen den Dschihad“ – Ein Film von Christian Kugler

„Mein Sohn kam als Selbstmordattentäter ums Leben, und ich habe es nicht verhindert!“ – dieser Satz stammt von einer pälestinensischen Mutter. Es ist die Mischung aus Trauer und Schuldgefühlen, die Mütter von radikalisierten Jugendlichen dazu motiviert, anderen Frauen zu helfen, damit nicht auch sie ihre Kinder an islamistische Dschihadisten verlieren. Unterstützt und motiviert werden sie dabei von der internationalen Organisation „Frauen ohne Grenzen“ mit Sitz in Wien. Gründerin ist die Wissenschafterin, Frauen-Aktivistin und Buchautorin Edit Schlaffer.

Die Organisation gründet mit Hilfe von einheimischen Frauen oder hiesigen NGOs Müttergruppen in islamisch dominierten Regionen in Pakistan, Indien, Indonesien, Tadschikistan oder Nigeria. Im Laufe mehrerer Monate beginnen die Frauen in diesen Gruppen die engen Grenzen von Familie, Ehre und rigider islamischer Tradition langsam aufzubrechen und über ihre Gefühle und ihre Beziehungen zu ihren Töchtern und Söhnen zu sprechen. Ziel des Projekts ist es, durch eine Änderung der innerfamiliären Dynamik und die Sensibilisierung der Mütter die islamische Radikalisierung von Jugendlichen zu verhindern.

Bei den Schulungen werden Testimonials von betroffenen Frauen eingesetzt, deren Söhne in Selbstmordattacken in den USA und Großbritannien involviert waren, manche kamen dabei ums Leben. Die Dokumentation zeigt die Statements dieser Mütter ebenso wie die Arbeit von Edit Schlaffer in Indonesien und Indien. Die Flüchtlingskatastrophe, die durch den islamischen Extremismus in Syrien und im Irak ausgelöst wurde und die Europa vor nie gekannte Herausforderungen stellt, zeigt die Brisanz des Engagements von Edit Schlaffer.

Der Film begleitet Schlaffer bei ihren Reisen durch Indonesien, Kaschmir und Indien. In Teilen Indonesiens ist das Projekt der Mütterschulen bereits erfolgreich etabliert: Die Absolventinnen der Mütterschulen werden auf kommunaler Ebene als Vorkämpferinnen gefeiert. In Kaschmir kämpfen die Frauen mit den Mütterschulen gegen eine weitere Radikalisierung im Grenzgebiet von Indien und Pakistan. In der Region südlich von Delhi wiederum haben die Teilnehmerinnen der Mütterschulen ein regionales Radioprogramm gegründet, das mittlerweile mehrere hunderttausend Frauen erreicht und gegen extremistische Gewalt genauso sensibilisiert wie für die Rechte von Frauen.

Die Dokumentation zeigt auch das letzte Interview mit dem vor wenigen Wochen verstorbenen Autor und Psychoanalytiker Arno Gruen, der die psychologischen Hintergründe der Radikalisierung und den Stellenwert der Mutterbeziehung kommentiert. Das Projekt der Mütterschulen wird noch heuer auf Österreich, Belgien und Schweden ausgedehnt. Auch dort werden Müttergruppen innerhalb der islamischen Community gegründet.

„Kateri – Die Indianerheilige“ – Ein Film von Anita Lackenberger

Kateri Tekakwitha wurde in einer Zeit geboren, als die Kolonialisierung Nordamerikas schon in vollem Gange war. Uralte Bräuche und Lebensweisen wie etwa die Langhaus-Tradition wurden von den europäischen Siedlern zerstört. Auch die Missionare waren eifrig darin, die amerikanischen Ureinwohner zum „richtigen Glauben“ zu bekehren. Geboren als Tochter eines Irokesenhäuptlings und einer bereits christianisierten Algonkin-Indianerin überlebte sie, schwer gezeichnet, die Pockenepidemie, die ihren Eltern und ihrem Bruder den Tod brachte. Schon früh begeisterte sie sich für den neuen Glauben, den die Jesuiten in ihr Dorf brachten. Schließlich konvertierte sie zum katholischen Glauben und ließ sich taufen. Sie musste vor ihrer Familie, die gegen ihre religiöse Überzeugung war, flüchten und verbrachte die letzten Jahre ihres Lebens in Kanada, wo sie auf Gleichgesinnte stieß. Kateri wurde von der Lebensform der dortigen Nonnen in Montreal inspiriert. Für ihre Gemeinschaft heilend tätig zu werden, wurde ihr höchstes Ziel. Mit nur 24 Jahren starb die unverheiratete Kateri Tekakwitha. Im Jahre 2012 – mehr als 300 Jahre nach ihrem Tod – wurde sie von der römisch-katholischen Kirche heiliggesprochen.

Dies wird jedoch von vielen Indianern auch kritisch betrachtet, da sie darin eine weitere Vereinnahmung ihrer Kultur durch die Kirche bzw. die Europäer sehen. Dieser alte Konflikt ist gerade heute aktueller denn je, da sich viele Nachkommen der amerikanischen Ureinwohner wieder auf ihre traditionellen Wurzeln besinnen. Manch andere sind hingegen eine Symbiose mit dem katholischen Glauben eingegangen, ohne dabei auf ihre kulturelle Herkunft zu vergessen. Alte Riten greifen auf faszinierende Art mit dem katholischen Glauben ineinander. So wird etwa als Teil der heiligen Messe eine traditionelle Räucherung praktiziert.

„Kateri – Die Indianerheilige“ wurde im US-Bundesstaat New York sowie in Kanada rund um Montreal gedreht und beleuchtet das dunkle Kapitel der Kolonialisierung. Der Film ermöglicht einen faszinierenden Einblick in die Zeit des ersten Kontakts zwischen Europäern und den amerikanischen Ureinwohnern im Osten Amerikas. Eine Zeit, die die Zerstörung einer Kultur auslöste, die vormals den ganzen Kontinent Amerikas umspannt hatte.

Beide Sendungen sind auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0005