Brauner: „Mit dem Qualifikationspass Wien auf direktem Weg zum Lehrabschluss“

Neues Service von AMS Wien und waff für WienerInnen mit höchstens Pflichtschulabschluss erfasst alle Berufserfahrungen und Weiterbildungen

Wien (OTS) -

Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner gab am Freitag den Startschuss für den Qualifikationspass Wien, ein neues Service von AMS Wien und waff. Sie stellte Frau Dimitrina Dimnitrova und Herrn Akbar Azizi die ersten beiden Pässe aus. Der Qualifikationspass unterstützt und begleitet WienerInnen, die nur Pflichtschulabschluss haben oder eine im Ausland erworbene Qualifikation am österreichischen Arbeitsmarkt nicht verwerten können, Schritt für Schritt bis zu einem Ausbildungsabschluss, etwa den Lehrabschluss. In dem von einer speziellen Datenbank gestützten Dokument wird erfasst, welche Kompetenzen die betreffende Person bereits mitbringt, was das konkrete Ausbildungsziel ist, welche Qualifizierungsschritte in diese Richtung schon gesetzt wurden und welche noch offen sind. Brauner: „Wer eine Ausbildung abschließt, hat bessere Chancen im Beruf und damit auch auf ein besseres Einkommen. So tragen Menschen mit abgeschlossener Lehre nur ein Drittel des Risikos, arbeitslos zu werden im Vergleich zu jenen, die nur einen Pflichtschulabschluss haben. Deswegen unterstützen wir die Wienerinnen und Wiener umfassend beim Nachholen von Bildungsabschlüssen. Der Qualifikationspass ist der Kompass für einen sicheren und guten Weg zu neuen beruflichen Perspektiven, weil er auf direktem Weg zu einem Ausbildungsabschluss führt. Denn die Beraterinnen und Berater von AMS Wien und waff können mit Hilfe dieses persönlichen Dokumentes auf einen Blick sehen, wo die betreffende Person gerade steht und punktgenau Unterstützungsmaßnahmen anbieten.“ Meißl: „Qualifikationspass stellt lückenlose Qualifizierung bei Wechsel von Beschäftigung in Arbeitslosigkeit und umgekehrt sicher“ Waff-Geschäftsführer Fritz Meißl ergänzt: „Ein wichtiger Vorteil des Qualifikationspasses: Beschäftigte werden im Falle eines Jobverlustes bei den noch ausständigen Bildungsschritten lückenlos durch das AMS weiter unterstützt. Das gilt auch im umgekehrten Fall. Gerade für Berufstätige ist es keine Selbstverständlichkeit, sich höher zu qualifizieren und einen Bildungsabschluss nachzuholen. Da auch erworbene Kompetenzen und Berufserfahrungen im Pass festgehalten werden, leistet er einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Selbstvertrauens und hilft insbesondere auch beschäftigten Personen, ihr berufliches Ziel zu erreichen.“ Draxl: „Qualifikationspass zeigt den Menschen, dass ihre bereits vorhandenen Kompetenzen etwas wert sind“ „Mehr als die Hälfte der Wiener Arbeitslosen hat höchstens die Pflichtschule abgeschlossen – für sie gibt es in Wien fast keine Jobs“, sagt AMS-Wien-Chefin Petra Draxl. „Mit dem Qualifikationspass geben wir den Menschen einen Plan in die Hand, der ihnen die weiteren Schritte auf dem Weg zur Berufsausbildung weist – der aber auch zeigt, dass die bereits vorhandenen Kompetenzen etwas wert sind. Damit stoßen wir für viele die Tür zum Arbeitsmarkt wieder auf, denn auf einer guten Berufsausbildung kann man auch eine stabile Karriere aufbauen.“ Pilotprojekt bis Ende April für 1.000 Personen Der Qualifikationspass Wien ist ein freiwilliges Angebot und wird für arbeitslose Personen von den Berufsinformationszentren des AMS Wien und für beschäftigte Personen vom waff- Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung als persönliches Dokument angelegt. Die BeraterInnen dort unterstützen bei der Entscheidung, welche Berufsausbildung die besten Chancen bietet, empfehlen die dafür notwendigen Bildungsschritte und aktualisieren die Einträge in der Datenbank, die dem Qualifikationspass zugrunde liegt. Alle arbeitsrelevanten Unterlagen, wie Lebenslauf, Bewerbungsschreiben oder Teilnahmebestätigungen von Kursen werden im Qualifikationspass gesammelt. Im Rahmen des Qualifikationspasses Wien kooperieren AMS Wien und waff eng mit der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Wien (Überprüfung der Berufspraxis, Entscheidung über die Zulassung zur außerordentlichen Lehrabschlussprüfung) und dem Beratungszentrum für MigrantInnen (Beratung und Begleitung bei der Anerkennung von mitgebrachten Qualifikationen). In der jetzt gestarteten Pilotphase, die bis Ende April 2016 läuft, soll für 100 beschäftigte und 900 arbeitssuchende WienerInnen ein Qualifikationspass angelegt werden. Nach erfolgreichem Abschluss des Pilotprojektes erfolgt die Ausrollung. Im verbleibenden Jahr 2016 sind Qualifikationspässe für insgesamt 1.000 beschäftige und 2.500 arbeitssuchende WienerInnen geplant. Dimitrina Dimitrova (32 Jahre) kommt aus Bulgarien und lebt seit rund 2 Jahren in Österreich. In ihrem Herkunftsland war sie Restaurantmanagerin. Sie hat eine Ausbildung im Bereich Wirtschaft, Verwaltung und Tourismus absolviert. In Wien ist sie derzeit als Teilzeitkraft bei einer Supermarktkette beschäftigt: “Mein Ziel ist es, mein Deutsch zu verbessern und dann den Lehrabschluss als Bürokauffrau zu machen. Ich möchte einfach einen besseren Job haben und dafür brauche ich eine abgeschlossene Berufsausbildung. Danach wär mein Ziel, hier in der Tourismusbranche als Bürofachkraft zu arbeiten. Dank Qualifikationspass ist der Weg dorthin für mich sehr klar und überschaubar. Ich finde es großartig, dass ich bei meiner Qualifizierung vom waff auch finanziell unterstützt werde.“ Akbar Azizi (33 Jahre) hat im Iran maturiert, hat aber keine Berufsausbildung gemacht. In Wien hatte er nur Gelegenheitsjobs in der Gastronomie. „Mein Ziel ist, mit dem Qualifikationspass jetzt eine Ausbildung zum Elektroanlageninstallateur zu machen“, sagt Azizi. Mit dieser Ausbildung hat er ausgezeichnete Chancen auf eine gute Karriere, denn von Hilfsjobs hat er genug. „Dank der Hilfe des AMS Wien kann ich wahrscheinlich im April bereits damit starten.“ Damit das klappt, lernt er jetzt einmal sehr intensiv Deutsch. Nachholen des Lehrabschlusses ist ab 2016 auch für Berufstätige kostenlos Ab kommendes Jahr können übrigens auch berufstätige Wienerinnen und Wiener den Lehrabschluss kostenlos nachholen. Mehr als 2.000 WienerInnen treten pro Jahr in Wien zu einem „außerordentlichen Lehrabschluss“ an. Etwa die Hälfte davon bereitet sich mit Unterstützung des AMS Wien auf die Prüfung vor und kann somit kostenlos Kurse absolvieren. Rund 400 berufstätige Wienerinnen und Wiener haben in der Vergangenheit mit Hilfe des waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) pro Jahr diesen wichtigen Bildungsabschluss nachgeholt. 95 Prozent haben die Prüfung auch tatsächlich geschafft. Der waff fördert jetzt schon mit dem Chancenscheck alle notwendigen Weiterbildungsmaßnahmen zu 90 Prozent bis zu maximal 3.000 Euro und übernimmt die Prüfungsgebühren. Ab 2016 bekommen alle, die die Prüfung bestanden haben, auch den 10 prozentigen Selbstbehalt zurück! Das bringt der Qualifikationspass Wien für die PassinhaberInnen: o Er hilft bei der beruflichen Orientierung. o Er zeichnet den Weg bis zum Ausbildungsabschluss vor und gliedert ihn in überschaubare Schritte.

o Er erleichtert es, sich zielgerichtet höher zu qualifizieren.
o Er motiviert, sich beruflich weiter zu entwickeln.
o Er ermöglicht punktgenaue Unterstützungsmaßnahmen, z.B. hinsichtlich Aus- und Weiterbildung.

o Er Hilft bei der Jobsuche, da alle relevanten Informationen übersichtlich dokumentiert sind.
Informationen für Beschäftigte: www.waff.at, Tel.: 01 21748-555; für Arbeitsuchende: www.ams.at, Tel.: 01 87871

Rückfragen & Kontakt:

Heike Hromatka-Reithofer
Mediensprecherin Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner
Tel.: 01/4000-81219
E-Mail: heike.hromatka-reithofer@wien.gv.at

Gabriele Philipp
Mediensprecherin des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff)
Tel.: 01/217 48-318
E-Mail: gabriele.philipp@waff.at

Sebastian Paulick
Pressesprecher AMS Wien
Tel.:01/87871 50114
E-Mail: sebastian.paulick@ams.at

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