ÖAMTC: Opferzahlen bei Pkw-Unfällen heuer bereits um 24 Prozent gestiegen

Bilanz verschlechtert sich auch im Motorrad- und Fußgängerbereich

Wien (OTS) - "Die Unfallstatistik 2015 hat bei den Opferzahlen der tödlich Verunfallten eine unerfreuliche Tendenz", sagt ÖAMTC-Verkehrsexperte David Nosé. "Mit Ende November haben die Unfallzahlen mit 438 Getöteten im Straßenverkehr bereits den Gesamtwert des Vorjahres übertroffen." Besonders auffallend ist der Pkw-Sektor. Heuer sind schon 41 Personen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres bei Pkw-Unfällen tödlich verunglückt. "Viele Lenker verzichten leider nach wie vor auf den lebensrettenden Gurt", weiß der ÖAMTC-Experte. Alleine 53 Lenker, die heuer tödlich verunglückt sind, waren nicht angeschnallt. Das sind bereits um sieben Personen mehr als im gesamten Vorjahr. Und auch die Anzeigenstatistik der Exekutive spricht eine klare Sprache: Alleine 2014 wurden rund 130.000 Anzeigen wegen fehlender Gurtverwendung ausgesprochen.

Auch im Motorradsektor ist die Anzahl der tödlich verunfallten Personen bereits um 11 Prozent (+ acht Personen) über dem Vorjahresniveau desselben Zeitraums. Ähnlich sind die Zahlen im Fußgängersektor mit einer Erhöhung um vierzehn Prozent (+ neun Personen). Lediglich bei Moped und Fahrrad liegen die Zahlen derzeit noch unter dem Wert von 2014.

Einen beträchtlichen Anstieg von 83 Prozent (+ 10 Personen) gab es auch bei Getöteten an Eisenbahnkreuzungen. Viele der Getöteten sind an nicht technisch bzw. nur mit Lichtzeichen gesicherten Bahnübergängen zu beklagen. Hier gilt es, bauliche Verbesserungen durchzuführen. Zudem muss bei den Verkehrsteilnehmern ein verstärktes Gefahrenbewusstsein für diese Situationen vermittelt werden.

Als besonders gefährlich erweist sich nach wie vor das niederrangige Straßennetz. Ein Großteil der tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmer war auf Landes- und Gemeindestraßen unterwegs. "In die Straßeninfrastruktur muss ausreichend investiert werden, damit die Qualität und damit auch das Verkehrssicherheitsniveau steigen bzw. zumindest erhalten bleiben", fordert Nosé. "Gerade bei den häufigen Abkommensunfällen und Unfällen im Begegnungsverkehr kann man mit gezielten Maßnahmen Gefahrenstellen gut entschärfen."

Neben der Infrastruktur ist auch das Verhalten der Verkehrsteilnehmer ein wesentlicher Aspekt im Ringen um mehr Verkehrssicherheit. "Jegliche Unachtsamkeiten und Ablenkungen sind nach wie vor häufige Unfallauslöser", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. "Die Konzentration muss immer beim Verkehrsgeschehen liegen. Multitasking funktioniert nicht und ist im schlimmsten Fall lebensgefährlich." Dasselbe gilt für nicht angepasste Fahrweise. "Gerade in den kommenden Wochen werden die Straßenverhältnisse wieder besonders herausfordernd", appelliert Seidenberger an alle Verkehrsteilnehmer, ihre Zeiteinteilung und ihre Fahrweise an die Straßen- und Wetterverhältnisse anzupassen.

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