70 Jahre Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband – 70 Jahre sind noch nicht genug

Situation kleiner Selbständigen verbessern – mehr Wachstum für Europa - Spendenaktion für Kinderfreunde Flüchtlings-Projekt „connect“

Wien (OTS) - Im Beisein von rund 200 Gästen beging der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband Österreich (SWV) vergangenen Freitagabend im Architekturzentrum seinen 70. Geburtstag. Zu den zahlreichen Ehrengästen sprachen Christoph Matznetter, Präsident des SWV und SPÖ-Wirtschaftssprecher, sowie Bundeskanzler Werner Faymann. Auch Bundesminister Rudolf Hundstorfer feierte bei gemütlicher Atmosphäre mit den SWV-Gästen und Freunden.

„Wär hätte geglaubt, dass in der Wiege unserer Bewegung auch ein Klein- und Mittelunternehmer stand“, begann SWV-Präsident Christoph Matznetter seine Eröffnungsrede. Er sprach von Friedrich Engels, ohne dessen Hilfe als kleiner Buchdrucker in Mainz, Karl-Marx seine Werke, vom Kommunistischen Manifest bis zu den drei Bänden des Kapitals, wahrscheinlich nicht entstanden wären.

„Sieht man sich heute die Umstände kleiner Selbstständigen an, weiß man, dass 70 Jahre noch nicht genug sind“, betonte Matznetter. Er verwies auf den 20-prozentigen Selbstbehalt, die prekäre Arbeitssituation der Generation Praktikum sowie die der PflegerInnen. „Wir haben heute zigtausende Selbstständige, die in Verhältnissen leben, wie die jener lohnabhängigen ArbeiterInnen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Daher muss unser Kampf ein weitergehender sein, einer der über die 70 Jahre hinaus geht“, so Matznetter und bedankte sich bei allen FunktionärInnen, MitarbeiterInnen und ehrenamtlichen UnterstützerInnen für ihre Arbeit.

In seiner Rede tauchte Matznetter außerdem in die Geschichte des SWV ein, vom Beginn einer sozialistischen Gruppe von Kleingewerbetreibende in Ottakring im Jahr 1897, über die im Linzer Parteiprogramm 1926 verankerte Pflichtversicherung für Gewerbetreibende - die erst dreißig Jahre später unter dem SWV-Präsidenten Ludwig Kostroun verwirklicht wurde - bis zur Gleichstellung des Sozialrechts für Selbstständige und die Anerkennung des Dienstverhältnisses des im Betrieb mittätigen Ehepartners in der Ära Kreisky. Der amtierende SWV-Präsident huldigte in seinen Worten die Vorgänger Ludwig Kostroun, Kurt Mühlbacher, René Alfons Haiden und Herbert Schmidtmeier als Sozialdemokraten, die es stets als ihre Aufgabe sahen, sich der sozialen Situation kleiner Selbstständigen anzunehmen – bis heute.

Bundeskanzler Werner Faymann war am Wort. Er sei überzeugt, „dass Österreich beispielhaft dafür ist, wie respektvoll UnternehmerInnen und ArbeitnehmerInnen miteinander umgehen können.“ Faymann verwies jedoch auf die Ängste der Menschen, die nach einer Finanz-, Wirtschafts- und jetzt einer Flüchtlingskrise nicht mehr darauf vertrauen, dass die Europäische Union diese Krisen bewältigen können. „Unsere politische Arbeit steht sehr stark auf dem Prüfstand“, stellte der Bundeskanzler fest.

„Aber trotz dieser Generalablehnung der Politik, in einem friedlichen Europa, müssen wir politisch stark genug sein, auf die Ängste der Menschen einzugehen. Wir brauchen ein fruchtbares Wachstum, mit dem Wirtschaft angekurbelt, öffentliche Investitionen ermöglicht, Arbeitslosigkeit bekämpft und auch Rahmenbedingungen für Kleinst- und Mittelbetriebe verbessert werden kann. Und weil ihr dabei so eine wichtige Rolle spielt“, richtete sich der Bundeskanzler direkt an die Mitglieder des SWV, „so wollte ich heute hierher kommen und mich für euren Einsatz danken. Ich weiß, dass es sich auszahlt für eine faire Gesellschaft zu kämpfen und bin daher auf eurer Seite.“ So Faymann abschließend.

Neben dem Flying-Buffet und dem gemütlichen Beisammensein als einer der Highlights des Abends rief der SWV zur Spendenaktion auf. Mit dem Projekt „connect“ bieten die Kinderfreunde an mehreren Standorten Bildungs- und Freizeitangebot für minderjährige Flüchtlinge, wie zum Beispiel in Traiskirchen, in Wien-Erdberg, am Wiener Westbahnhof oder am Bahnhof Salzburg an. „Sie bringen Organisationen, ehrenamtliche HelferInnen und minderjährige Flüchtlinge zusammen und organisieren Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien. Es großartiges Projekt!“, so SWV-Bundesgeschäftsführerin Daniela Fazekas, die das Projekt vorstellte und zum Spenden aufrief. Das kann man selbstverständlich auch jetzt noch tun, denn jede Geldspende hilft. Mehr Informationen, s. Link.

Fotos zur Veranstaltung sind verfügbar unter:
https://flic.kr/s/aHskmK9WZT

Links:
http://www.kinderfreunde.at/News/Aktuelle-News/connect
http://www.wirtschaftsverband.at

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