GLOBAL 2000: Vorreiterrolle entwickelter Industrienationen zum Start der Klimakonferenz gefordert

Höhere Ambition bei Reduktion von Treibhausgasen und Unterstützung von Entwicklungsländern sind für ein faires Abkommen notwendig.

Wien/Paris (OTS) - Nachdem gestern weltweit 2.300 Klimaschutzaktionen in 175 Ländern mit 570.000 TeilnehmerInnen stattfanden, startet heute die Klimakonferenz mit der Anreise von fast 150 Staats- und Regierungschefs. GLOBAL 2000 fordert vor allem die entwickelten Industrienationen auf, eine Vorreiterrolle einzunehmen. „Wir sehen vor allem entwickelte Industrienationen gefordert, sich konstruktiver zu verhalten und ihre Angebote zu erhöhen. Sie sind für den größten Teil der bisherigen Treibhausgasemissionen verantwortlich und haben größere finanzielle und technische Möglichkeiten zu handeln. Ohne eine Vorreiterrolle von entwickelten Industrienationen wird es kein faires Abkommen geben. Bundeskanzler Faymann muss daher in seiner Rede klarmachen, dass auch Österreich zu seiner Verantwortung steht“, betont Johannes Wahlmüller, Klima-und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

Rechtsverbindliches internationales Abkommen gefordert

In Paris muss es gelingen, ein rechtsverbindliches Klimaschutzabkommen abzuschließen. Für GLOBAL 2000 ist wichtig, dass dieses Abkommen gewährleistet, dass die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius eingedämmt werden kann. Mit den derzeitigen Zusagen werden laut dem UN Environment Programme (UNEP) aber im Jahr 2030 etwa 14 Mrd. Tonnen CO2 zu viel ausgestoßen, was eine globale Erwärmung von mehr als 2 Grad bedeuten würde. „In Paris muss ein Weg gefunden werden, die Ambition zu erhöhen. Derzeit wird diskutiert, die nationalen Klimaschutzpläne alle fünf Jahre einer Überprüfung zu unterziehen. Das ist völlig unzureichend. Der Ausstieg aus fossiler Energie muss beschlossen werden und die Emissionen müssen schon jetzt stärker sinken. Wir können nicht jahrelang tatenlos dasitzen und zusehen, wie sich eine schlimme Klimakrise anbahnt“, so Wahlmüller weiter.

Unterstützung für Entwicklungsländer auf den Weg bringen

Gleichzeitig muss die notwendige Unterstützung für Entwicklungsländer auf den Weg gebracht werden. Zugesagt wurden jährlich 100 Mrd. USD pro Jahr ab 2020. „In Paris müssen die Versprechen mit einem konkreten Fahrplan versehen und ein ansteigender Pfad der Unterstützung ab 2020 beschlossen werden. Sonst droht ein Scheitern in Paris, denn dieser Punkt ist vielen Entwicklungsländern sehr wichtig“, erklärt Wahlmüller. „Auch Österreich ist dabei gefordert, seinen fairen Beitrag zur Klimafinanzierung zu leisten und seinen im internationalen Vergleich äußerst niedrigen Beitrag zu erhöhen.“ Bis dato hat Österreich lediglich einen Einmalbetrag von 20 Mio. Euro für den Green Climate Fund zur Verfügung gestellt, der Entwicklungsländer bei Klimaschutzmaßnahmen unterstützen soll. Dieser im internationalen Vergleich niedrige Betrag soll nun um 12 Mio. Euro erhöht werden. Ein Einmalbetrag von 100 Mio. Euro und jährlich zusätzlich 80 Mio. Euro wäre hingegen ein ernstzunehmender Schritt, der zeigen würde, dass Österreich seine Verantwortung auch wahrnimmt.

Klare Regeln und Sanktionsmechanismen gefordert

Für GLOBAL 2000 ist weiters wichtig, dass ein robustes Regelwerk für die Bilanzierung von Treibhausgasen und die Überprüfung der nationalen Klimaschutzbeiträge beschlossen wird. Dazu braucht es Sanktionsmechanismen bei Nichteinhaltung, die derzeit aber nicht am Tisch liegen. „Die Staats- und Regierungschefs müssen begreifen, dass sie mit dem Klimasystem nicht verhandeln können und große Verantwortung auf ihren Schultern liegt. Sie müssen heute zeigen, dass es noch Hoffnung gibt“, unterstreicht Wahlmüller abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

GLOBAL 2000 Klimasprecher: Johannes Wahlmüller (bis 13. Dezember vor Ort in Paris), +43 699 14 2000 41 bzw. johannes.wahlmueller@global2000.at
GLOBAL 2000 Pressesprecherin: Lydia Matzka-Saboi (8.-12. Dezember vor Ort in Paris), +43 699 14 2000 26 bzw. lydia.matzka@global2000.at bzw. presse@global2000.at
GLOBAL 2000 Pressesprecher: Michael Lachsteiner (für Medienanfragen in Wien), +43 699 14 2000 20 bzw. michael.lachsteiner@global2000.at bzw. presse@global2000.at

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