Mückstein: Serientestungen bei dreieinhalbjährigen Kindern sind menschenverachtend

150.000 Kinder in Österreich bekommen Therapien zur Entwicklungsförderung nicht

Wien (OTS) - In der heutigen Tageszeitung „Der Standard“ spricht sich der Genetiker Markus Hengstschläger für Serientestung bei Kindergartenkindern und dem nicht genug, auch noch für die Verbindung mit den Gesundheitsdaten dieser Kinder aus. "Das ist das Abwegigste, was ich seit langem gehört habe! Ich hoffe, dass niemand eine solche Form von Bildungskompass weiterverfolgt“, zeigt sich Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen über eine solche Idee entsetzt.

Dreieinhalbjährige sollen demnach, gehe es nach Hengstschläger, routinemäßig auf ihre sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten hin getestet werden. Die Ergebnisse sollen zudem mit den Gesundheitsdaten eines Kindes verbunden werden, um "Pathologien" herauszufiltern. "Herr Hengstschläger hat sich offenbar noch nie mit der Situation in der Praxis auseinander gesetzt“, ist Eva Mückstein überzeugt. Es gibt in Österreich an vielen Orten genügend Kompetenz, um Entwicklungsdefizite festzustellen.

Die Grünen haben zusammen mit der politischen Kindermedizin bereits im Jahr 2010 festgestellt, dass in Österreich rund 150.000 Kinder mit Entwicklungsbeeinträchtigungen nicht die Therapien bekommen, die sie brauchen, um sich gesund entwickeln zu können. In Österreich fehlt es nicht an gutem Willen der Eltern, ihre Kinder fördern und behandeln zu lassen. Es fehlen über 100.000 kostenlose Therapieplätze, die auch von Familien in Anspruch genommen werden können, die ein geringes Einkommen haben. "Dafür sollten wir uns gemeinsam einsetzen und nicht für das von Kindesbeinen an stigmatisierte, gläserne Kind!“, appelliert Eva Mückstein an Markus Hengstschläger.

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