ÖH zu OECD: Hochschulbildung ist kein Rechenspiel!

Neue Berechnungsmethode verfälscht Blick auf Österreichs Hochschulsystem

Wien (OTS) - Heute wurde die OECD- Studie „Bildung auf einen Blick“ vorgestellt. Sie gibt Auskunft über die aktuelle Situation zum Thema Bildung in den OECD-Ländern. Aus der Studie geht hervor, dass die Akademiker_innenquote in Österreich von 2012 auf 2014 um ganze 10 Prozent gestiegen ist, was jedoch auf eine Veränderung der Berechnungsmethoden zurückzuführen ist. Demnach gibt es unter den 24 bis 64-jährigen Österreicher_innen 30 Prozent Hochschulabsolvent_innen, 2012 waren es nur 20 Prozent. Wer den 4. Und 5. Jahrgang in einer BMS abgeschlossen hat, hat sich laut der neuen Berechnungsmethode einer akademischen Kurzausbildung unterzogen. Dadurch werden auch diese Personen für die Akademiker_innenquote relevant.

Österreich hat von der Veränderung im Ländervergleich überdurchschnittlich profitiert. Lucia Grabetz vom Vorsitzteam der Bundesvertretung der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH) zeigt sich besorgt: „Die neue Berechnungsmethode lässt Österreich in einem besseren Licht dastehen. Tatsächlich liegen wir aber sogar damit immer noch unter dem OECD- Durchschnitt von 34 Prozent.“

Wer welchen Bildungsweg einschlägt entscheidet sich in Österreich überdurchschnittlich stark durch die soziale Herkunft. „Die Struktur in Österreich lässt nicht zu, dass Menschen die ins Hochschulsystem wollen, auch dahin gelangen. Vielmehr bleibt das Glück der Geburt ausschlaggebend.“
Denn die soziale Mobilität im Bildungssystem ist nach wie vor gering:
nur 21 Prozent der 25- bis 34-jährigen erreichen einen höheren Bildungsabschluss als ihre Eltern (OECD: 32 Prozent). „Mit der nun höheren Akademiker_innenquote wird versucht über diese Situation hinwegzutäuschen. Das Problem muss aber an der Wurzel angegangen werden!“, fordert Grabetz.

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Pia Spilauer
Pressesprecherin ÖH Bundesvertretung
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