Industrie zu Bildung: OECD bestätigt Forderung nach weiteren, tiefgreifenden Reformen

IV-GS Neumayer: Österreich noch immer vom Spitzenfeld der bildungsintensiven Länder entfernt – Bildungsqualität stagniert trotz steigender Bildungsausgaben – Reformweg weitergehen

Wien (OTS) - „Jedes Jahr wieder legt die OECD einerseits den Finger auf die bekannten Problemfelder des heimischen Bildungswesens, zeigt dabei aber auch dessen positive Seiten auf“, so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, heute, Dienstag, zur aktuellen OECD-Studie „Education at a Glance 2015“. „Unser im internationalen Vergleich starker heimischer berufsbildender Sektor ist auch heuer wieder mehr als herzeigbar. Und auch der vergleichsweise niedrige Anteil an NEETs (Jugendliche, die weder am Arbeitsmarkt noch am Bildungssystem partizipieren) ist erfreulich – wenn auch jede einzelne Schulabbrecherin und jeder einzelne Schulabrecher einer zu viel ist. Dennoch belegen die Ergebnisse den Erfolg des österreichischen Berufsausbildungssystems und sind ein klares Signal, die Qualität in diesem Bereich weiterzuentwickeln“, so Neumayer weiter. Was allerdings die Bildungsausgaben betreffe, bescheinige die OECD Österreich dringenden Handlungsbedarf, um als Wissens- und Innovationsstandort international wettbewerbsfähig zu bleiben. „Obwohl wir jährlich mit 13.189 US-Dollar pro Kopf von der Volksschule bis zur Hochschule wesentlich mehr ausgeben als der OECD-Durchschnitt (10.220 US-Dollar), sind wir in punkto Bildungsqualität vom Spitzenfeld der bildungsintensiven Länder und Top-Performer noch immer ein großes Stück entfernt“, betonte Neumayer.

Neumayer: Input-Output-Problem und Spitzenreiter bei Bildungsvererbung

Das Geld komme nicht ausreichend bei den Schülerinnen und Schülern an, sondern versickere in der unübersichtlichen Schulverwaltungsstruktur: „Dieses bekannte Input-Output-Problem zeigt, wie dringend notwendig der Umbau zu einer schlanken, modernen Schulorganisation wäre, etwa in Form eines Schulträgermodells mit einer fairen Pro-Kopf-Finanzierung“, nahm der IV-Generalsekretär Bezug auf die vergangene Woche vorgestellten Maßnahmen der Bildungsreformkommission. Alarmierend seien auch heuer wieder die Zahlen zu Bildungsmobilität und Bildungsaufstieg: „Gerade einmal 21 Prozent der 25- bis 64-Jährigen erreichen einen höheren Bildungsabschluss als ihre Eltern. Damit sind wir eines jener Länder in der OECD, in denen ein Bildungsaufstieg am schlechtesten gelingt“, hob Neumayer hervor.

Neumayer: Reformweg in Österreich konsequent weitergehen

Vor diesem Hintergrund erneuerte der IV-Generalsekretär die Forderung der Industrie, auch nach dem 17. November den Reformweg konsequent fortzusetzen. „Auch wenn die Ergebnisse der Bildungsreform Teilerfolge darstellen – jetzt müssen wir uns den offenen inhaltlichen Herausforderungen widmen. Dazu gehören eine Reform der Pflichtschule hin zu mehr Bildungsqualität, der Ausbau der Ganztagsschulen, die Einführung einer Bildungspflicht mit mittlerer Reifeprüfung sowie weitere Reformschritte in der Elementarbildung“, so Neumayer, der abschließend festhielt: „Wir appellieren an die Regierung, den Reformweg auch 2016 mit Beteiligung aller Stakeholder weiterzugehen. Dafür braucht es Mut, ideologiefreie Zugänge und einen sachorientierten, parteiübergreifenden Prozesses. Nach der Bildungsreform ist also vor der Bildungsreform.“

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