VSStÖ zu OECD-Studie: Der Blick trügt!

Veränderte Klassifikationsstufen schönen Akademiker_innenquote und öffentliche Ausgaben für Hochschulen – ändern jedoch nichts an den realen Problemen

Wien (OTS) - Der Verband Sozialistischer Student_innen nimmt die heute präsentierte Studie der OECD "Bildung auf einen Blick" zum Anlass, um die Regierung an den Handlungsbedarf im Bildungs- und Hochschulsektor zu erinnern.

Dabei gilt es vor allem, sich nicht von den scheinbar besseren Werten bei der Akademiker_innenquote und den Ausgaben im tertiären Bildungsbereich täuschen zu lassen. Diese sind lediglich auf veränderte ISCED-Klassifikationsstufen zurückzuführen, die eine BHS-Matura jetzt wie einen Hochschulabschluss einstufen.

Bei genauerem Hinschauen wird deutlich, dass die HAK- und HTL-Maturant_innen nun die Akademiker_innenquote und die Ausgaben für die 4. und 5. BHS-Jahrgänge das Hochschulbudget erhöhen. "Das ändert aber nichts an den realen Problemen unseres Hochschulsystems", kritisiert Katrin Walch, Bundesvorsitzende des Verbands Sozialistischer Student_innen.

Ohne die BHS-Maturant_innen liegt die Akademiker_innenquote in Österreich immer noch weit unter dem OECD-Schnitt. "Der internationale Vergleich zeigt einmal mehr, dass wir in Österreich mehr Studierende brauchen und nicht weniger. Weitere Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren würden die aktuelle Situation nur verschlechtern. Wir brauchen den freien Hochschulzugang und eine echte soziale Absicherung um mehr Menschen einen Studienabschluss zu ermöglichen", so Walch.

Auch die realen Ausgaben für den tertiären Bildungssektor sind noch weit von dem erklärten Ziel der zwei Prozent des BIPs entfernt. "Die Bundesregierung muss ihrer Verantwortung endlich nachkommen und Bildung zur Priorität machen. Insbesondere auch die hohe Zahl an Arbeitslosen verlangt nach Zukunftsinvestitionen statt weiterem Kaputtsparen", so Walch weiter.

"Ein weiterer Befund aus der OECD-Studie ist besonders im Hinblick auf die völlig unzureichende Bildungsreform alarmierend: Österreich gehört einmal mehr zu den Schlusslichtern bei der sozialen Aufwärtsmobilität. Es ist höchste Zeit, für ein sozial gerechtes Bildungssystem", so Walch abschließend.

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