ÖVP-Frauen entsetzt über Aussagen des oö. Vorsitzenden der islamischen Religionsgemeinschaft und Religionslehrers Murat Baser

Weibliche ÖVP-Abgeordnete: "Gewalt an Frauen ist eine Straftat" – Werteschulung empfohlen!

Wien (OTS) - "Entsetzt" sind die ÖVP-Frauen über frauenfeindliche Aussagen des Vorsitzenden der islamischen Religionsgemeinde in Oberösterreich und islamischen Religionslehrers Murat Baser in der heutigen Ausgabe des "Neuen Volksblatt". "Diese Aussagen sind ein Schlag ins Gesicht der Gleichberechtigung und eine Verharmlosung von Gewalt an Frauen", so die weiblichen ÖVP-Abgeordneten Gertrude Aubauer, Martina Diesner-Wais, Claudia Durchschlag, Maria Fekter, Angela Fichtinger, Eva Maria Himmelbauer, Brigitte Jank, Beatrix Karl, Kathrin Nachbaur, Elisabeth Pfurtscheller, Dorothea Schittenhelm, Michaela Steinacker, Gabriele Tamandl und Angelika Winzig am Rande der heutigen Plenarsitzung des Nationalrats.

Die Frauensprecherin der ÖVP, Abg. Dorothea Schittenhelm: "Die Aussagen von Murat Baser sind in ihrer Grundbotschaft frauenfeindlich, negieren die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Österreich und versuchen, Gewalt gegen Frauen zu erklären. Das ist gerade angesichts des morgigen internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen alarmierend, inakzeptabel und zutiefst abzulehnen." In diesem Zusammenhang empfiehlt Schittenhelm Murat Baser, "eine Werteschulung zu besuchen, wie sie Integrationsminister Sebastian Kurz vorschlägt."

Als Pädagoge an einer österreichischen Schule habe Murat Baser die österreichische Verfassung genauso wie alle anderen Rechte und Pflichten einzuhalten und diese seinen Schülerinnen und Schülern auch so weiterzugeben. "Gewalt an Frauen ist eine eindeutige Straftat. Das muss dezidiert unterstrichen und darf nicht verharmlost werden", betonen die ÖVP-Frauen und erinnern an ein Zitat von Sir Karl Popper:
"Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit Ihnen..." "So weit darf es nicht kommen", sagen die weiblichen ÖVP-Abgeordneten.

In dem Interview (Neues Volksblatt, 24. November 2015, S. 6 und 7) sagt Murat Baser unter anderem: "Im Islam ist der Mann verantwortlich für die Unterkunft, er muss arbeiten für seine Frau und seine Kinder, also Geld herholen, Arbeit finden und versorgen. Gleichberechtigung gibt es sowieso, keine Frage – aber jemand muss dann letztendlich entscheiden. Wenn eine Firma gegründet wird, dann hat irgendwer 51 Prozent, also niemals 50:50. Und in der Familie ist es genau dasselbe." Und weiter: "...laut Koran ist der Mann verantwortlich für die Unterkunft. Der Mann ist Hauptverantwortlicher sozusagen. Es wird immer wieder kritisiert, wieso hat Gott keine einzige Frau als Prophet geschickt. Ganz logisch: Physisch und psychisch sind die Frauen eben schwach, und sie werden schwanger, und wenn sie allein sind, brauchen sie Schutz, sind in Gefahr." Schließlich sagt Murat Baser: "Es gibt keine einzige Überlieferung, wo der Prophet eine Frau geschlagen hat. Wenn wir diesen Vers (Sure 4, Vers 33, Anmerkung d. Redaktion) wörtlich nehmen, muss man betonen, dass der arabische Begriff 'schlagen' auch andere Bedeutungen haben kann. Viele Stellen im Koran fordern eine gute Behandlung der Frau. Es gibt auch Studien in Österreich, dass Männer ihre Frauen unterdrücken und schlagen." (Schluss)

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