IT-Kollektivvertragsverhandlungen: BetriebsrätInnen machen gegen Arbeitgeberangebot mobil

Österreichweite Betriebsversammlungen angesetzt – BetriebsrätInnen beschließen Resolution

Wien (OTS) - „Die Informationstechnologie ist eine Branche mit steigenden Umsätzen und Gewinnen, in der in den vergangenen Jahren viele neue Arbeitsplätze entstanden sind. Ohne den Einsatz der Beschäftigten wäre dies nicht der Fall. Umso mehr verärgert es uns, dass die Arbeitgeber den Beschäftigten nicht nur den angemessenen Anteil am Erfolg vorenthalten möchten, sondern bei den Kollektivvertragsverhandlungen sogar wesentliche Verschlechterungen der Arbeits- und Ausbildungsbedingungen fordern. Würden wir den Forderungen der Arbeitgeber entsprechen, würde eine IT-Fachkraft Einkommensverluste von mehr als 45.000 Euro in den nächsten fünf Jahren erleiden“, bringt Susanne Sucher, Betriebsratsvorsitzende der s-IT Solutions AT Spardat Gmbh und Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), den Unmut der Beschäftigten und BetriebsrätInnen zum Ausdruck.++++

Darüber hinaus wünschen sich die Arbeitgeber eine gemeinsame Initiative mit dem Ziel, gesetzlich die tägliche Normalarbeitszeit auf 12 Stunden und die wöchentliche auf 60 Stunden auszudehnen. "In Zeiten, in denen dringend eine Arbeitszeitverkürzung notwendig wäre, stehen wir für eine massive Ausdehnung sicher nicht zur Verfügung", stellt Bernhard Hirnschrodt, Wirtschaftsbereichssekretär in der GPA-djp, unmissverständlich klar.

Um Bewegung in die nach zwei ergebnislosen Runden unterbrochenen Kollektivvertragsverhandlungen zu bringen, wurden gestern bei einer BetriebsrätInnen-Konferenz eine Resolution verabschiedet und österreichweite Betriebsversammlungen für den 9. Und 10. Dezember angesetzt. „Die Forderungen der Arbeitgeber sind für uns völlig inakzeptabel. Wir erwarten, dass sie bedingungslos zurückgenommen werden und den Beschäftigten ein Angebot vorgelegt wird, das die geleistete Arbeit honoriert", bringt Sandra Steiner, Betriebsratsvorsitzende von Atos IT Solutions and Services Gmbh, den Standpunkt der versammelten BetriebsrätInnen auf den Punkt.

Unter anderem umfasst das Arbeitgeberangebot eine längere Verweildauer in den Vorrückungsstufen der Tätigkeitsfamilien, sowie eine deutliche Herabsetzung der anrechenbaren Vordienstzeiten, was für die Beschäftigten massive Einkommensverluste bedeuten würde. Des Weiteren soll das Einkommen für Pflichtpraktikantinnen und –praktikanten um die Hälfte gekürzt werden, obwohl die IT-Branche auf gut ausgebildete Beschäftigte angewiesen ist.

In der IT-Branche sind in ganz Österreich über 50.000 Menschen beschäftigt.

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