Preiner zu Unterausschuss-Landwirtschaft: Mut zur Veränderung

SPÖ-Agrarsprecher betont Agrarpolitik als Sozialpolitik

Wien (OTS/SK) - In der ersten Sitzung des Unterausschusses Landwirtschaft heute im Parlament forderte SPÖ-Agrarsprecher Erwin Preiner mehr Mut zur Veränderung: „Die Situation in der Milchproduktion ist alarmierend. Die SPÖ fordert Mut zur Veränderung und ein Bekenntnis dazu, hinkünftig im Milchbereich nachhaltiger zu produzieren“. Man müsse außerdem auf mehr leistbare Qualität als auf Quantität setzen. Wesentlich ist für den SPÖ-Agrarsprecher, dass ab sofort der Einsatz von Kraftfutter reduziert werden soll. ****

„Wir brauchen keine Turbokühe – die Entwicklung in Österreich zeigt, dass der Weg in eine falsche Richtung geht“, so Preiner. Laut Statistik Austria lieferte im Jahr 1960 eine Milchkuh pro Jahr 2.500 kg Milch – im Jahr 2014 waren es bereits 6.500 kg pro Kuh/pro Jahr. Und das obwohl es heute mehr als die Hälfte weniger Kühe gibt als 1960. (1960: 1,13 Mio. Milchkühe in Österreich/ 2014: 534.000 Milchkühe). „Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass hier ein anderer Weg eingeschlagen werden muss“, so Preiner, der in diesem Zusammenhang betont, dass auch verstärkt auf das Tierwohl im Bereich der Milchproduktion geachtet werden muss.

Für Preiner müssen weiters auch die bäuerlichen Familienbetriebe gestärkt werden. „Vor allem die biologisch produzierenden Familienbetriebe bekommen unsere Unterstützung, zumal die Nachfrage nach Bio- und Heumilchprodukten stetig im Steigen ist“, so der SPÖ-Landwirtschaftssprecher. In diesem Bereich werden gegenwärtig Produktionspreise bis zu 50 Cent pro Kilogramm Milch an die LandwirtInnen bezahlt, während der Preis für die konventionelle Milch 30 bis 34 Cent pro Kilogramm Milch beträgt. In Österreich liegt laut Preiner der Selbstversorgungsgrad bei Konsummilch bei 160 Prozent – das sei der Hauptgrund, warum der Milchpreis derart unter Druck gerät. „Wir dürfen die Milchleistung nicht künstlich fördern“, so Preiner und weiter: „Daher fordere ich dringend Mut zur Veränderung und zum Umdenken“.

Man müsse verstärkt auf regionale Produkte und der Vermarktung setzen: „Synergien zwischen Bio-Landwirtschaft, Gastronomie und Tourismus müssen im Sinne einer regionalen Handschrift und Marketing genützt werden“. Für den SPÖ-Agrarsprecher stehe außerdem die soziale Frage im Vordergrund, daher fordert Preiner: „Faire Preise für faire Produkte, die für alle KonsumentInnen leistbar sind“. Milch sei eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel, daher müsse man dafür sorgen, dass der Zugang zu leistbaren Bio-Produkten insbesondere zur Bio-Milch gewährleistet ist“.

Der SPÖ-Agrarsprecher sieht hier den VP-Landwirtschaftsminister besonders gefordert: „Ich fordere den Landwirtschaftsminister auf, sein Versprechen einzuhalten und im Sinne der Milchbäuerinnen und Milchbauern eine Exportoffensive zu starten und sich für eine höhere Exportunterstützung bei der EU einzusetzen“. Österreich habe im Bereich der bäuerlichen Familienbetriebe eine langjährige Tradition für beste Qualität im Lebensmittelbereich zu sorgen. „Daher müssen diese Betriebe bestmöglich unterstützt werden und Agrarpolitik als Sozialpolitik gesehen werden“, so Preiner abschließend. (Schluss) up/rm

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