Moderne Antisemitismen an den Peripherien.

Europa und seine Kolonien 1880-1945. Simon Wiesenthal Conference 2015

Wien (OTS) - Arbeiten zum modernen Antisemitismus fokussierten hautsächlich auf Deutschland, war es doch jenes Land, in dem das Phänomen sowohl entstanden war als auch – im Holocaust – seinen massenmörderischen Höhepunkt gefunden hatte. Dies führte dazu, dass der Antisemitismus allzu oft mit den in Westeuropa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten rassistischen Theorien gleichgesetzt wurde. Das geschah unter Außerachtlassung jener vielfältigen Formen, die der moderne Antisemitismus in Räumen und Regionen annahm, die landläufig als – vom europäischen Zentrum her gesehen – ‚peripher“ bezeichnet werden.

Die Tagung wird versuchen, feinere Nuancen in diese Narrative einzubringen, indem sie Auffassungen und Sichtweisen aus und von der Peripherie in die Diskussion einbringt. In diesem Kontext wird der moderne Antisemitismus nicht mehr als ein ausschließliches Gebilde des Zentrums gesehen, das nach und nach an die Peripherien übertragen wurde, sondern vielmehr im Rahmen der Verflechtungen zwischen solchen Transfers und lokalen Mustern der Ausgrenzung. Diese produzierten in der Folge eine Fülle von Narrativen und Formen von Vorurteilen, die wiederum die rassistischen Entwürfe beeinflussten, die im Zentrum konzipiert worden waren.

Das Konzept der „Peripherien“ wird so nicht nur in einem engen geografischen Sinn verstanden, sondern vielmehr in einem komplexen und facettenreichen – der nicht nur Räume innerhalb oder außerhalb Europas umfasst, die für den von Westeuropa angetriebenen Modernisierungsprozess peripher gewesen sind, sondern durchaus auch Räume innerhalb von Staaten, städtischen Gesellschaften und Strukturen der sozialen Reproduktion im peripheren Kapitalismus.

Moderne Antisemitismen an den Peripherien. Europa und seine Kolonien
1880-1945


Simon Wiesenthal Conference 2015

Internationale wissenschaftliche Tagung (Vorträge in englischer und
deutscher Sprache)

Mo., 30.11.2015, 9.00-13.30 Uhr, Palais Epstein,
Dr.-Karl-Renner-Ring 1, 1010 Wien

Mo., 30.11.,15.30-17.30 Uhr, Di., 1.12., 9.00-13.00 14.30-18.30
Uhr, Mi., 2.12.2015 9.00-13.30 Uhr, Österreichisches Theatermuseum,
Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien

Datum: 30.11.2015, 09:00 - 13:30 Uhr

Ort:
Palais Epstein
Dr.-Karl-Renner-Ring 1, 1010 Wien

Url: www.vwi.ac.at

Rückfragen & Kontakt:

Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Dr. Jana Starek
Tel.: +43-1-890 15 14-300
E-mail: jana.starek@vwi.ac.at
www.vwi.ac.at

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