Gewerkschaftsjugend für Öffnung des Arbeitsmarkts für AsylwerberInnen

Unhaltbaren Zustand für AsylwerberInnen und Gesellschaft beenden

ÖGB/Wien (OTS) - „Durch den beschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt werden AsylwerberInnen in fragwürdige, noch prekärere Lebenssituationen gedrängt und in der Illegalität gehalten. Ihre soziale und rechtliche Diskriminierung ist sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesellschaft ein unhaltbarer Zustand“, sagt Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). Der Bundesvorstand der ÖGJ sprach sich daher in seiner letzten Sitzung für die Öffnung des Arbeitsmarkts für AsylwerberInnen aus. „AsylwerberInnen müssen einen vollen Zugang zum Arbeitsmarkt spätestens drei Monate nach Asylantragsstellung erhalten. In dieser Zeit müssen AsylwerberInnen die Möglichkeit haben, sich auf den österreichischen Arbeitsmarkt vorbereiten zu können. Das schließt zum Beispiel kostenlose Deutschkurse sowie entsprechende Weiterbildungen in Bezug auf vorangegangene beruflichen sowie schulische Qualifikationen ein“, erklärt Ernszt. ++++

Diese Schritte seien notwendig, da die Illegalität nicht nur erpress-und ausbeutbar mache, sondern auch dazu führe, dass ein Schwarzmarkt für Arbeitskräfte erhalten wird und Arbeitgeber dazu ermuntert, Kollektivverträge zu unterwandern und mit Lohndumping der gesamten österreichischen Volkswirtschaft zu schaden. Weiters heißt es im Beschluss des ÖGJ-Bundesvorstands: „Arbeit ist mehr als reiner Lohnerwerb: Identität, Selbstanerkennung, die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln, wirtschaftliche sowie persönliche Unabhängigkeit (auch vom Sozialstaat) und „das Dazugehören“ sind Teil der Grundbedürfnisse für ein bewusstes, glückliches und somit gutes Leben.“

Der Bundesjugendvorstand der Österreichischen Gewerkschaftsjugend fordert:

  • Ausbau der arbeitsmarktrelevanten Qualifizierung für Asylsuchende.
  • Ausbau der Sprachförderung für Asylsuchende.
  • Internationales Regelwerk zur Anerkennung von Bildungsabschlüssen, speziell auch für Berufsausbildungen, und einfachere Anerkennungsverfahren in Österreich, auch durch Schaffung spezifischer Anpassungslehrgänge.
  • Aufhebung der Beschränkung der Lehrausbildung für lehrstellensuchende AslywerberInnen auf Mangelberufe und der Beschränkung auf minderjährige Lehrstellensuchende
  • Der Bartenstein-Erlass vom 1. Mai 2004, der die Arbeitsmöglichkeit für AsylwerberInnen auf die Saison-, Erntearbeit und „Neue Selbständigkeit“ beschränkt, muss aufgehoben werden.
  • AsylwerberInnen müssen einen vollen Zugang zum Arbeitsmarkt spätestens drei Monate nach Asylantragsstellung erhalten. Innerhalb dieser Zeitspanne muss der/die AsylwerberIn die Möglichkeit haben, sich auf den österreichischen Arbeitsmarkt vorbereiten zu können. Das impliziert z. B.: kostenlose Deutschkurse sowie entsprechende Weiterbildungen in Bezug auf vorangegangene beruflichen sowie schulische Qualifikationen.
  • Den Stopp der Diffamierung von Kriegsflüchtlingen, wie jenen aus Syrien, als Wirtschaftsflüchtlinge. Jede/r politisch Verfolgte/r, der/die Hilfe benötigt, muss diese im Sinne der unverhandelbaren Menschenrechte auch bekommen.
  • Abrüstung der EU-Außengrenzen und Verwendung der Mittel für Sozialpolitische Maßnahmen im Bereich der Flüchtlingspolitik.
  • Aktive Unterstützung bei der Suche nach Familienangehörigen der AsylwerberInnnen seitens des Staates.

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund
Katja Dämmrich
Mobil: 0664 614 5011
katja.daemmrich@oegb.at
www.oegb.at
www.facebook.at/oegb.at
www.twitter.com/oegb_at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003