Sorgfältige Prüfung statt ÖAMTC-Panikreflexe bei Tempo 30

Fragwürdige Alt-Studie unrichtig wiedergegeben – Ergebnisse vom VW Skandal überholt

Wien (OTS) - Für eine sorgfältige Prüfung einer Ausweitung von Tempo 30 Zonen spricht sich die Umweltorganisation VIRUS aus. Sprecher Wolfgang Rehm "Die Panik die der ÖAMTC gemeinsam mit allzu wohlwollenden Medien reflexartig verbreitet, um die Tempo-30-Diskussion erneut zu beenden bevor sie richtig begonnen hat, ist unangebracht. Die erwähnte Studie ist reif für den Papierkorb und noch nicht einmal richtig wiedergegeben".

Wenig überraschend ist für die Umweltorganisation, dass der ÖAMTC als Reaktion auf das Wiener Koalitionspapier eine alte Studie wieder aufwärmt die bereits im Jahr 2014 gegen Tempo 30 in Stellung gebracht worden sei. „Erstellt wurde sie am Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien, und als Herausgeber scheinen neben dem Arbeitskreis der Automobilimporteure und Bundesgremium Fahrzeughandel auch der bereits als äußerst dubios aufgefallene und mit dem genannten Institut eng verflochtene Verein für Kraftfahrzeugtechnik auf und mehr als eine veraltete Studie habe der ÖAMTC offenbar auch nicht zu bieten, “ so Rehm. Allerdings seien im Wunsch die Sachlage so darzustellen, wie man sie gerne haben will nicht einmal die Ergebnisse der Studie richtig wiedergegeben worden, nicht eine allgemeine Verschlechterung für die Umwelt sondern "keine schlüssigen Emissionsvorteile" sei das Resultat der TU. Bei Stickoxiden brächte Tempo 30 auch nach dieser Studie sehr wohl Reduktionen aber aufgrund Steigerungen bei Feinstaub und CO2 zeige die Untersuchung ein uneinheitliches Bild. War laut VIRUS die Aussagekraft der Studie bereits zum Erscheinungszeitpunkt wegen ihrer methodischen Anspruchslosigkeit in Zweifel zu ziehen, so fehlen Angaben zur Aussagegenauigkeit und bestehe der Input im Wesentlichen aus dem Handbuch für Emissionsfaktoren HBEFA, sei dieses nun nicht mehr auf der Höhe der Zeit und bilde auch die neuere Version die reale Emissionssituation nicht ab. "In Zeiten des lange nicht mehr nur Volkswagen betreffenden VW-Skandals ist es unzulässig mit derart überholten Daten zu arbeiten", kritisiert Rehm. „Es brauche daher neue Untersuchungen auf Basis so genannter "real drive emissions" um die Planung von Verkehrslenkungsmaßnahmen auf eine optimale Basis zu stellen. "Längst überfällig sind aber auch von technischen Sperren, die die Einhaltung der Tempolimits in gegenwärtigen wie zukünftigen Tempobegrenzungszonen ausnahmslos garantieren,“ so Rehm abschließend.

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Wolfgang Rehm, 0699/12419913, virus.umweltbureau@wuk.at

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