AK Studie Rechtsschutzversicherungen: Ziemlich knifflig! 1

Wien (OTS) - Rechtsschutzversicherungen sind recht komplex, denn die Komplettpakete setzen sich aus vielen Bausteinen zusammen. Zudem sind Jahresprämien und Versicherungssummen sehr unterschiedlich. Es gibt viele Leistungen und Ausschlüsse. Bei Neuverträgen gibt es häufig eine Reihe von speziellen Erweiterungen, die allerdings wenig werthaltig sind. Hingegen wurde der Versicherungsschutz in wichtigen Bereichen zum Teil reduziert. Das zeigt eine aktuelle AK Studie, in der Angebote und Verträge von 14 Rechtsschutzversicherungen am Prüfstand standen.

Rechtsschutzversicherungen sollen im Streitfall die Kosten tragen. Es gibt allerdings keine All-Risk-Deckung, sondern Versicherungsschutz nach dem Bausteinprinzip. Die in der AK Analyse untersuchten Privatrechtschutzpakete für Familien, ohne Selbstbehalt beinhalten neun Standard-Bausteine, wobei jeder einen bestimmten Risikobereich abdeckt. In den letzten Jahren sind zu den Standard-Bausteinen, etwa allgemeiner Vertrags-, Arbeitsgerichtsrechts- oder Sozialversicherungsrechtsschutz einige Erweiterungen dazugekommen, zum Beispiel Stalking-, Mobbing- oder Daten-Rechtsschutz. „Die Bausteinerweiterungen machen den Vergleich schwierig. Außerdem sind Rechtsschutzversicherungen mit unterschiedlichen Risikoausschlüssen, Einschränkungen und Bedingungen versehen“, sagt AK Konsumentenschützer Christian Prantner. So prüft im Schadensfall der Versicherer in etlichen Bausteinen die Erfolgsaussicht der Wahrnehmung rechtlicher Interessen – falls dies der Versicherer verneint, wird die Übernahme der Kosten ebenfalls abgelehnt.

Die AK Studie zeigt eine Bandbreite der Jahresprämien (Komplettpaket ohne Selbstbehalt) zwischen 250 bis 400 Euro (bei zehnjähriger Laufzeit). Die Versicherungssummen sind ebenso unterschiedlich. Sie belaufen sich auf 85.000 bis 250.000 Euro bei durchaus unterschiedlichen Leistungen Für eine langjährige Bindung (zehn Jahre) wird KonsumentInnen ein Laufzeitnachlass, ein sogenannter Dauerrabatt, eingeräumt.

„Die untersuchten Versicherer bieten im Schnitt drei bis vier Erweiterungen an. Allerdings sind in den Erweiterungen keine wirklich werthaltigen Leistungen enthalten“, so Prantner. Denn sie können mit geringen Kostenlimits gedeckelt sein. Oder sie decken Bereiche ab, die bereits durch einen Standard-Baustein abgedeckt sind. So ist zum Beispiel die Erweiterung Patienten-Rechtsschutz durch den Standard-Baustein Schadenersatz-Rechtsschutz abgedeckt, wenn es etwa um Schadenersatz wegen eines ärztlichen Aufklärungs- und Behandlungsfehlers geht.“

Bei Neuverträgen gibt es teilweise Einschnitte für KonsumentInnen. So wurde vor einigen Jahren der Versicherungsschutz in wesentlichen Bereichen reduziert, etwa Streitigkeiten im Zusammenhang mit der Veranlagung von Vermögen sind weitgehend vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Die Musterbedingungen 2015 sehen weitere Lücken im Versicherungsschutz vor: So sollen arbeitnehmerähnliche Personen im Arbeitsgerichts-Rechtsschutz nur bei besonderer Vereinbarung versichert sein.

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