ÖSTERREICH: Häupl schließt Wiederkandidatur 2020 nicht aus: "Fühle mich nicht alt."

Wiens Bürgermeister kritisiert Mikl-Leitner und Kurz in Flüchtlingsfrage - Keine Absage von Silvesterpfad wegen Terrorgefahr: "Dann hätte der Terror gewonnen."

Wien (OTS) - Im Interview für die Tageszeitung ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe) schließt Wiens Bürgermeister Michael Häupl eine Wiederkandidatur 2020 nicht aus: "Ich habe ja noch sehr viel Zeit darüber nachzudenken. Der Wahlkampf und die Koalitionsverhandlungen waren zwar sehr anstrengend, aber ich fühle mich sehr gut und nicht alt. Auch dank meiner Frau."

Als seine derzeit herausforderndste Aufgabe sieht Häupl angesichts des internationalen Terrors, den Menschen die Angst zu nehmen. Deshalb öffentliche Vernstaltungen wie Christkindlmärkte oder den Sivesterpfad abzusagen, lehnt der Wiener Bürgermeister ab. Häupl: "Es liegt keine Information vor, dass wir da Handlungsbedarf hätten. Wenn man in Österreich die Christkindlmärkte absagen würde, dann hätte der Terror a priori gewonnen."

Kritik übt Häupl in der Flüchtlingsfrage am Innenministerium: "Wer innerhalb Europas Zäune baut, der reißt Europa nieder. Natürlich brauchen wir einen geordneten Zuzug, müssen wissen, wer zu uns kommt. Aber wenn man in Schwechat täglich 61.000 Gäste am Flughafen registrieren kann, dann werden wir die 8.000 in Spielfeld auch hinkriegen." Und: "Beim Krisenmanagement im Innenministerium ist sicher Verbesserungspotenzial erkennbar, um es euphemistisch zu sagen."

Vorbildlich im Handling des Flüchtlingsproblems sei sein Wien. Häupl: "Man kann alles professionell erledigen. Wir in Wien erfüllen die Quote zu 120 Prozent. Merken Sie irgendwas davon?"

Unzufrieden zeigt sich Häupl auch mit Außenminister Sebastian Kurz: "Was der Herr Außenminister tut, weiß ich nicht. Die deutsche Kanzlerin wegen ihrer Kontakte zur Türkei zu kritisieren, versteh ich nicht." Auch konstatiere er bei Kurz einen Rechtskurs "soferne man von einem Kurs sprechen kann." Und: "Kurz schlägt sich offensichtlich in der ÖVP auf die Seite jener, die immer noch eine Koalition mit der FPÖ für ergiebiger halten. Da glauben manche, was Schüssel 2001 gemacht hat, ist wiederholbar. Irrtum. Denn wenn es wieder so eine Regierung gibt, wird es eine Blau-Schwarze. Dann haben wir eine Orbanisierung unseres Landes – und werden ein weiterer Unsicherheitsfaktor in der EU."

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