„Kulturmontag“ am 23. November mit Spielberg, Rushdie, Ruch

Außerdem: Zwei weitere „Songbook“-Projekte

Wien (OTS) - Clarissa Stadler bittet am 23. November 2015 zu einem höchst spannenden „Kulturmontag“, der aufgrund der „Promi-Millionenshow“ zugunsten „Licht ins Dunkel“ erst um 23.10 Uhr in ORF 2 beginnt. So kommt Starautor Salman Rushdie im österreichischen TV-Exklusivinterview über religiösen Fanatismus und sein jüngstes Buch zu Wort, ebenso wie Regisseur und Produzent Steven Spielberg, der dem ORF-Kulturmagazin ein Interview anlässlich seines neuen Films „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ gab. Der „Kulturmontag“ befasst sich weiters mit politischer Aktionskunst am Beispiel des aktuell eindrucksvollsten Künstlerkollektivs „Zentrum für politische Schönheit“. Außerdem stellt die Sendung zwei weitere Filme des von Mentoren wie Ildikó Raimondi und Michael Haneke geförderten Klassik-Videoclip-Projekts „Songbook“ vor.

Salman Rushdie über Paris-Terror und neues Buch: Der Starautor im Interview

Die Verhängung des Todesurteils gegen ihn vor 26 Jahren machte Salman Rushdie zum Inbegriff eines politischen unbeugsamen Autors. Zwölf Jahre hat der heute 68-jährige Verfasser des Romans „Die satanischen Verse“, mit dem die islamische Welt ihren Glauben und den Propheten Mohamed beleidigt sah, unter falschem Namen und unter Personenschutz im Untergrund gelebt, ständig an anderen Orten. Auch wenn sich Rushdie heute immer wieder daran stößt, auf das politische Moment reduziert zu werden: Seine Bücher sind immer auch Texte über die Welt, in der sie verfasst werden. In seinem jüngsten Roman „Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte“ seziert der seit vielen Jahren in New York lebende Autor eine Frage, die zur Zeit alle beschäftigt: Warum ist es so schwer, religiösen Irrationalismus und Fundamentalismus aus der Welt zu schaffen und im Gestalten des Zusammenlebens Vernunft walten zu lassen? Seine kompromisslose Position gegen Fanatismus jedweder Art bringt er im Gespräch mit dem „Kulturmontag“ deutlich zum Ausdruck.

Wie man die Welt mit Kunst noch irritieren kann – Philosoph Philipp Ruch als Meisterprovokateur

Keine andere deutsche Künstlergruppe sorgt derzeit für größere Irritationen im öffentlichen Raum als das Berliner „Zentrum für politische Schönheit“. Das von Philosoph Philipp Ruch gegründete, kurz ZPS genannte, Kollektiv beerdigt medienwirksam ertrunkene Flüchtlinge in Berlin, versetzt DDR-Mauerkreuze an die EU-Außengrenzen oder behauptet im Internet, dass Österreich eine Brücke als sichere Fluchtroute zwischen Afrika und Europa baue. Das ZPS wirbt für einen „aggressiven Humanismus“, den es als letzte politische Utopie zu realisieren gelte – gegen die „Gleichgültigkeit der Satten“, rechtspopulistische Flüchtlingspolitik und den Terror des Extremismus. Doch politische Schönheit beschränkt sich nicht auf die Kunst. „Wenn nicht wir, wer dann?“, fragt Ruch in seinem neuen Buch und meint damit uns alle. Der „Kulturmontag“ hat den Meisterprovokateur in Berlin getroffen.

Steven Spielbergs „Bridge of Spies“ im Kino – Das Jahrhunderttalent über seine Traumwelten

Er ist der kommerziell erfolgreichste Filmregisseur und Produzent in der Geschichte des Kinos: Steven Spielberg. Der große Illusionist und naive Kinomagier Hollywoods entzieht sich Zeit seiner Karriere jeder Kategorisierung und entzweit bis heute die Kritiker. Ist er nun einfach ein geschickter Blockbuster-Fabrikant oder doch genialer Filmkünstler? Sicher ist: Der 68-Jährige dreifache Oscar-Gewinner, der für Filme wie „The Sugarland Express“, „Der weiße Hai“, „E.T.“ oder „Schindlers Liste“ verantwortliche zeichnet, zählt heute zu den größten Erzählern, die das Kino hervorgebracht hat. So hat er sich nach seiner Präsidentenbiografie „Lincoln“ wieder einen historischen Stoff vorgenommen. „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ erzählt eine wahre Geschichte aus der frühen Phase des Kalten Krieges, dem ersten Agenten-Austausch zwischen den USA und der Sowjetunion 1962. Als US-amerikanischer Unterhändler brilliert Oscar-Preisträger Tom Hanks. Der „Kulturmontag“ hat Steven Spielberg und seinen Hauptdarsteller zum Interview getroffen.

ORF-„Songbook“ mit Schuberts „Gretchen am Spinnrade“ und „Der Gast“ nach Brahms' „Denn es gehet dem Menschen wie dem Vieh“

Seit 2. November stellt der „Kulturmontag“ wöchentlich die insgesamt neun Filme des ORF-„Songbook“ vor: Im Rahmen des von Mentoren wie Michael Haneke und Ildikó Raimondi unterstützten Klassik-Videoclip-Projekts haben Gesangs- sowie Filmstudentinnen und -studenten deutschsprachiges Liedgut neu vertont und zeitgemäß verfilmt. Die Musikvideos eröffnen interessante inhaltliche Zugänge zu den Liedthemen. Diese Woche sind die Interpretationen von Franz Schuberts „Gretchen am Spinnrade“ (Regie: Magdalena Chmielewska; Gesang: Caroline Jestaedt, Sopran) sowie „Johannes Brahms' „Denn es gehet dem Menschen wie dem Vieh“ unter dem Titel „Der Gast“ (Regie:
Peter Brunner; Gesang: Christina Maria Fercher, Sopran) zu sehen. Zum Abschluss der Clip-Präsentationen im „Kulturmontag“ steht am 30. November eine Making-Of-Doku auf dem Programm. Parallel läuft ein Online-Wettbewerb, bei dem das beste Konzept gewählt und prämiert wird.

Der „Kulturmontag“ wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

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