Tag der Kinderrechte: Kinder auf der Flucht brauchen eine faire Chance

Ungerechtigkeit, Gewalt und Verletzung der Menschen- und Kinderrechte sind die treibenden Kräfte hinter der Flüchtlingskrise in Europa

Wien (OTS) - Fast 14 Millionen Kinder und Jugendliche in Syrien, dem Irak und Afghanistan werden täglich mit Krieg und Ungerechtigkeit konfrontiert, das schürt die Flüchtlingskrise in Europa.

Der heute, am Tag der Kinderrechte, von UNICEF veröffentlichte Bericht „For every child, a fair chance: The promise of equity“ zeigt, dass die Welt, trotz erheblicher Fortschritte seit Beschluss der Kinderrechtskonvention im Jahr 1989, ein zutiefst ungerechter Ort für die ärmsten und am meisten benachteiligten Kinder bleibt. Dazu zählen zurzeit auch die Flüchtlingskinder in Europa.

„Manche haben in ihrem Leben nichts anderes als Terror, Unglück, Ungerechtigkeit und Benachteiligung kennen gelernt, deswegen ist es kaum eine Überraschung, dass mehr als 200.000 Kinder in diesem Jahr ihr Leben riskiert haben, um in Europa Zuflucht zu suchen“, so Marie-Pierre Poirier, UNICEF Sonderbeauftragte für die Flüchtlingskrise in Europa. „Sie sind Opfer von Umständen, die sie nicht kontrollieren können; sie sollten nicht noch einmal zu Opfern gemacht werden und vor neuen Hindernissen stehen – geschlossene Grenzen, verschlossene Schulen, kein Obdach. Es ist nur richtig, dass sie eine faire Chance auf ein neues Leben bekommen.“

Laut UNICEF ist die einzige Möglichkeit, all den Kindern, die vor Krieg und Konflikt in Syrien, dem Irak und Afghanistan fliehen, eine faire Chance zu geben, eine baldige politische Lösung für die Konflikte in ihren Herkunftsländern und humanitäre Unterstützung in der Region.

Für Kinder, die vor Benachteiligung und Ungerechtigkeit auf dem Balkan oder in Teilen Afrikas und Südasiens fliehen, liegt der Schlüssel darin, die teuflische intergenerationelle Spirale von Armut und Benachteiligung zu durchbrechen, indem man die Ressourcen dort bündelt, wo sie am meisten gebraucht werden – bei den am schlechtesten gestellten Mitgliedern der Gesellschaft.

Der Bericht „For every child, a fair chance: The promise of equity“ zeigt anhand von Statistiken, wie es den weltweit marginalisiertesten Kindern hinsichtlich Basisindikatoren für menschliche Entwicklung ergangen ist. Der Bericht plädiert dafür, Chancengleichheit herzustellen, wo es sie noch nicht gibt und argumentiert, dass die Investition in Kinder, vor allem die verwundbarsten, nicht nur aus Prinzip richtig, sondern auch praktisch sinnvoll ist. Nicht nur die Kinder profitieren davon, sondern auch ihre Familien, Communities und die Wirtschaft.

Am 20. November startet UNICEF die Kampagne „Fight Unfair“. Weltberühmte UNICEF-BotschafterInnen werden ihre Stimmen erheben und ihre Social Media-Netzwerke aktivieren, um Maßnahmen für die am meisten benachteiligten Kinder der Welt voranzutreiben.

„Es ist erschütternd, dass eines von neun Kindern in einem Land lebt, das von einem bewaffneten Konflikt betroffen ist, schreckliche Gewalt miterleben muss und sein Recht auf Leben, Gesundheit und Bildung zerstört wird“, so der britische Schauspieler und UNICEF-Botschafter Orlando Bloom. „Ich bin mit UNICEF in die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien und nach Serbien gereist und habe gesehen, wie der Krieg Kinder und ihre Familien aus ihrem Zuhause vertreibt. Die Welt erlebt die schlimmste Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Jedes Land, das dazu in der Lage ist, sollte die betroffenen Kinder und Familien unterstützen.“

Hinweis für Redaktionen – einige statistische Kennzahlen aus dem Bericht:

• Die Wahrscheinlichkeit vor der Vollendung des 5. Lebensjahres zu sterben ist bei Kindern aus den ärmsten Haushalten doppelt so hoch wie bei Kindern aus den reichsten Haushalten, die Wahrscheinlichkeit nicht zur Schule zu gehen ist fünfmal so hoch.

• Die Wahrscheinlichkeit vor dem 18. Geburtstag verheiratet zu sein ist bei Mädchen aus den ärmsten Familien viermal so hoch wie bei Mädchen aus den reichsten Familien.

• Mehr als 2,4 Milliarden Menschen haben noch immer keinen Zugang zu angemessenen Sanitäreinrichtungen – 40 Prozent davon leben in Südasien; mehr als 660 Millionen Menschen haben immer noch keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser – fast die Hälfte davon lebt in Afrika südlich der Sahara.

• Ungefähr die Hälfte der 159 Millionen von „stunting“ (Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Entwicklung durch chronische Unterernährung) betroffenen Kinder lebt in Südasien, ein Drittel in Afrika.

• Fast die Hälfte aller Todesfälle von Kindern unter 5 Jahren ereignet sich in Ländern, die von Konflikten und Naturkatastrophen betroffen sind. Dort leben auch 43 Prozent der Kinder, die nicht zu Schule gehen.

Der Report "For every child, a fair chance: The promise of equity" steht ab 20.11.2015, ab Mitternacht zum Download unter
https://www.unicef.at/index.php?id=1489

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