Neues Volksblatt: "Phantomschmerz" von Markus EBERT

Ausgabe vom 20. November 2015

Linz (OTS) - Auf eines kann man ziemlich unbesorgt wetten: Wenn hierzulande von jemandem etwas verlangt wird und es bei Nichterfüllung des Verlangten Sanktionen gibt, dann gibt es dagegen eine linke Ablehnungsfront. Und so verwundert der rot-grüne Aufschrei gegen das, was Integrationsminister Sebastian Kurz gestern als Maßnahmenbündel vorgelegt hat, auch gar nicht — eher muss man bei mancher Argumentation den Kopf schütteln. Die Kürzung der Mindestsicherung etwa bei Nichterfüllung gewisser Kriterien ist schon deswegen keine Strafe, weil niemandem etwas weggenommen wird — er bekommt bloß nicht mehr die volle Geldleistung. Wobei er/sie diese tunlichst ohnehin nicht brauchen sollte, denn Zuwanderer ins Sozialsystem kann sich ein Land auf Dauer gar nicht leisten. Ein Problem damit zu haben, dass man hierzulande nach unserer Werten lebt, ist auch eigenartig. Immerhin sind Beispiele verbrieft, dass etwa muslimische Männer das Gespräch mit der Lehrerin verweigern oder eine Richterin nicht akzeptieren.
Also: Was kann den Neuankommenden Besseres passieren, als umgehend in unsere Gesellschaft mit hereingenommen zu werden — etwas, was bekanntlich bei der sogenannten ersten Gastarbeitergeneration völlig vernachlässigt wurde. Es mag Roten und Grünen wehtun, wenn klare Regeln aufgestellt werden und die Missachtung sanktioniert wird. Aber in Wirklichkeit sind das Phantomschmerzen.

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