AKNÖ: Flexibilisierung auch in Niederösterreich auf dem Vormarsch

Dialogforum Arbeit präsentiert Ergebnisse einer Befragung durch die TU Wien

Sankt Pölten (OTS) - Die eintägige Enquete „Flexibilität 4.0“ aus der Reihe Dialogforum von AKNÖ und ÖGB NÖ findet heute in der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse in St. Pölten statt. Es wird zum Thema „Flexibilisierung in der Arbeitswelt“ diskutiert. Die Ergebnisse einer Befragung von 754 ArbeitnehmerInnen aus Niederösterreich durch das Institut für Managementwissenschaft der TU Wien werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. „Die Digitalisierung bietet eine ganze Reihe von Entwicklungspotenzialen für Wirtschaft und Gesellschaft. Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen, um den richtigen Gratwanderweg zu finden und den Gipfel zu erreichen“, sagt AKNÖ-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Neue Technologien machen es möglich, vermehrt zeit- und ortsungebunden zu arbeiten. In seiner Eröffnungsrede betont Markus Wieser: „Wenn Unternehmer oder neoliberale Wirtschaftswissenschafter Flexibilisierung meinen, dann geht es vorwiegend um Senkung der Löhne, Abbau von Zuschlägen, längere Arbeitszeiten, Beseitigung von Schutz- und Ruhebestimmungen oder Aushöhlung des kollektiven Arbeitsvertragsrechtes“. Im Interesse der ArbeitnehmerInnen fordert Wieser daher: „Die Wirtschaft muss menschengerecht und nicht umgekehrt die Menschen wirtschaftsgerecht sein.“

Flexibles Arbeiten in Niederösterreich

In ihrer Keynote-Rede nähert sich Univ.-Prof. Dr. Sabine Köszegi wissenschaftlich dem Thema Flexibles Arbeiten und stellt die Hauptergebnisse einer Befragung von 754 TeilnehmerInnen aus ausgewählten Branchen vor. „Neue Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen eine permanente Erreichbarkeit. Die Menschen verinnerlichen zunehmend die Erwartung, sie müssten ständig für den Arbeitgeber verfügbar sein“, sagt Köszegi. Die Befragung zeigt, dass Flexibilisierung auch in Niederösterreich auf dem Vormarsch ist. Nur ein Viertel der Befragten hat eine fixe Arbeitszeit und das Arbeiten von zu Hause aus wird für immer mehr Menschen zum Thema. Neben vielen Chancen birgt diese Entwicklung auch einige Risiken, z.B. die Entgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben durch ständige Erreichbarkeit.

Die Regisseurin, Autorin und Journalistin Elisabeth Scharang zeigt anschließend Ausschnitte aus ihrem Dokumentarfilm „Kick out your boss“. Der Film stellt u.a. das brasilianische Unternehmen SEMCO vor, wo seit mehr als 30 Jahren eine neue Form der demokratischen Unternehmensführung gelebt wird.

Am Nachmittag diskutieren die Expertinnen aus der Praxis Mag. Martina Molnar von humanware GmbH und Mag. Isabel Koberwein von der GPA-djp mit dem Publikum über Chancen und Risiken der Flexibilisierung und suchen nach Lösungswegen für eine humane Arbeitswelt.

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