AKS/SJ/VSSTÖ ad Kurz: "Zwang und Diskriminierung sind kein Integrationsplan!"

Rote Jugendorganisationen werfen Außenminister Kurz falsche Maßnahmen und Populismus vor

Wien (OTS) - Der 50-Punkte Integrationsplan stößt bei den Vorsitzenden der Jugendorganisationen Aktion Kritischer Schüler_innen (AKS), Sozialistischer Jugend (SJ) und Verband Sozialistischer Student_innen (VSSTÖ) auf viel Unverständnis. Sie sehen insbesondere die Verpflichtung zu gewissen Maßnahmen, wie der Arbeitssuche und einem Wertekurs, sehr kritisch. "Integrationskonzepte als Zwangsmaßnahmen zu formulieren, die bei Nichteinhaltung mit Sanktionen bestraft werden, ist der völlig falsche Weg. Asylberechtigten die Sozialhilfe zu kürzen hilft sicherlich nicht bei der Integration. Im Gegenteil: für ein gutes Zusammenleben muss die österreichische Regierung die richtigen Rahmenbedingungen schaffen“, so die Vorsitzenden Christina Götschhofer (AKS), Julia Herr (SJ) und Katharina Walch (VSSTÖ).

Vor allem die Idee eines verpflichtenden Wertekurses halten die Vorsitzenden der roten Jugendorganisationen für weltfremd und diskriminierend. "In Wahrheit unterstellt dieser Vorschlag pauschal, Flüchtlinge wären der österreichischen Mehrheitsgesellschaft moralisch unterlegen und es gäbe einen einheitlichen Wertekanon, der 'unterrichtet’ werden könnte. Das ist schlicht Anbiederung an rechte Positionen und billiger Populismus!“

Doch weil die Vermittlung von Grundwerten wie Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit sehr wohl dringend notwendig ist, fordern die drei Jugendorganisationen seit Jahren die Einführung des verpflichtenden Faches Politische Bildung - für alle! "Obwohl dies eigentlich auch der Außenminister fordert, fehlt diese sinnvolle Maßnahme erneut -genauso wie eine ausreichende Finanzierung für die angekündigten Deutschkurse“, kritisieren die Vorsitzenden.

Abschließend stellen sich Götschhofer, Herr und Walch die Frage, welche Wertevermittlung die Österreichische Volkspartei wünscht. "Die Vorstellungen von Gleichberechtigung einer Partei, deren Frauenquote in der oberösterreichischen Landesregierung bei 0% liegt, wünschen wir uns nicht als Wert in der österreichischen Gesellschaft.“ so die Vorsitzenden unisono.

Rückfragen & Kontakt:

Sozialistische Jugend Österreich
Roland Plachy
SJ-Pressesprecher
+43 664 / 450 12 58
office@sjoe.at
www.sjoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SJO0002