Gesundheitskompetenz stärkt Menschen und Gesundheitssystem gleichermaßen

Wien (OTS) - Spätestens seit der European Health Survey 2012 wissen wir, dass Österreich im Bereich Gesundheitskompetenz Aufholbedarf hat. Auf langfristige Sicht stellt dieser Befund das heimische Gesundheitswesen vor große Herausforderungen. Mit der Entwicklung von Rahmen-Gesundheitszielen wurde darauf reagiert. Zahlreiche Initiativen laufen, um die Bevölkerung in ihrer Gesundheitskompetenz zu stärken und Gesundheitseinrichtungen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf das Thema einzustellen.

„Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken“

Die erste europäisch-vergleichende Studie zur Gesundheitskompetenz (Health Literacy Survey, 2012) hat ergeben, dass die Gesundheitskompetenz der heimischen Bevölkerung verbessert werden muss. Bei einem Vergleich von acht europäischen Ländern landete Österreich auf den hinteren Rängen. Die Tragweite dieses Befundes wurde rasch erkannt und das Thema Gesundheitskompetenz auf die politische Agenda gesetzt. „Wir wissen wie wichtig es ist, dass die Menschen ausreichenden Zugang zu gesundheitsrelevanten Informationen haben und wie entscheidend es ist, dass diese Informationen auch verstanden werden. Wollen wir, dass die Österreicherinnen und Österreicher so lange wie möglich gesund bleiben, müssen wir ihnen auch die entsprechenden Werkzeuge in die Hand geben – wir müssen ihre Gesundheitskompetenz fördern“ erklärt die Sektionsleiterin im Bundesministerium für Gesundheit Dr.in Pamela Rendi-Wagner. Diesem Anspruch wurde bei der Formulierung der österreichischen Rahmen-Gesundheitsziele entsprochen. Die Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung wurde zu einem zentralen gesundheitspolitischen Ziel erklärt. Wesentlicher Teil der Bemühungen ist die Gründung der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz, die im September 2015 ihre Arbeit aufgenommen hat.

„Höhere Gesundheitskompetenz heißt mehr Gesundheit“

Dass Gesundheitskompetenz keine leere Worthülse ist, zeigt ihre direkte Auswirkung auf die Gesundheit der Menschen. „Wer besser mit gesundheitlich relevanten Informationen umgehen kann, lebt länger. Das heißt: wer weiß, wo Informationsquellen zu finden sind und filtern kann welche Inhalte auch wirklich relevant sind, bleibt gesünder“ weist Univ.Prof.Dr. Jürgen Pelikan auf die Bedeutung des Ansatzes hin. Dazu braucht es Schulungen der Bevölkerung aber auch einfacher formulierte und zugängliche Informationen. In der österreichischen Bundeshauptstadt gibt es dazu das „Wiener Konzept Gesundheitskompetenter Krankenbehandlungsorganisationen“ (WKGKKO).

In Kooperation mit dem Österreichischen Netzwerk

Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (ONGKG) entwickelt, wird es in Zukunft Krankenhausbetreiber beim Monitoring konkreter Projekte im Bereich Gesundheitskompetenz unterstützen und den Austausch zwischen einzelnen Akteurinnen und Akteuren fördern. „Gesundheitskompetenz ist Hol- und Bringschuld aller Beteiligten im Gesundheitssystem – sie beginnt beim Einzelnen muss aber von Ärztinnen, Ärzten und Krankenhausbetreibern genauso gelebt werden wie von jeder Patientin und jedem Patienten. Diese Erkenntnis wollen wir als ONGKG forcieren“ betont Prim.a Dr.in Ulrike Sommeregger.

Herausforderung Gesundheitskompetenz für Krankenhausbetreiber

Als Krankenhausbetreiber ist der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) an vorderster Front, wenn es um die Etablierung von Ansätzen wie Gesundheitskompetenz geht. Ein modernes Krankenhaus muss übersichtlich sein, sodass sich die Patientinnen und Patienten einfach zurechtfinden. Und es braucht Informationsveranstaltungen, bei denen oft sehr schwierige medizinische Themen so vermittelt werden, dass auch Laien sie verstehen. Im KAV wird dazu viel unternommen, wie ao. Prof. Dr. Michael Binder ausführt: „Im Wiener Krankenanstaltenverbund ist uns die Stärkung der Gesundheitskompetenz ein großes Anliegen – sowohl was unsere Patientinnen und Patienten angeht, als auch was uns als Organisation selbst betrifft. Wir betreiben dazu zahlreiche Projekte: von Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung bis hin zu Maßnahmen, die die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern.“ Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Prävention von Erkrankungen geleistet und letztlich das gesamte Gesundheitssystem auf Dauer gestützt.

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Mag. Ralph Luger
Pressesprecher Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV)
01/40 409 – 700 64
Ralph.luger@wienkav.at

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