Leitl: Integrationsplan stellt mit Fokus auf Spracherwerb, Arbeitsmarkt und Wertevermittlung die richtigen Weichen

Flüchtlingsfrage ist Herausforderung und Chance gleichermaßen – auch Wirtschaftskammer leistet aktiven Beitrag zu erfolgreicher Integration

Wien (OTS) - Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl begrüßt den heute von Bundesminister Sebastian Kurz vorgeschlagenen Integrationsplan. „ Damit zeigt der Außenminister Problemlösungskompetenz. Klar ist: Die Flüchtlingsfrage ist für unser Land mit großen Herausforderungen verbunden, lösungsorientierte Maßnahmen vorausgesetzt bietet sie aber auch Chancen.“

Das Konzept des Integrationsministers fußt auf den wichtigsten drei Grundpfeilern einer erfolgreichen Integration: Mit den Schwerpunkten Spracherwerb, Einstieg in den Arbeitsmarkt und Wertevermittlung wird ein effektiver Dreiklang zu erfolgreicher Integration geschaffen. Alle im Integrationsplan vorgesehenen bildungspolitischen Vorhaben werden von der WKÖ begrüßt, besonders wichtig sind Integrationsmaßnahmen bereits im frühkindlichen Alter. „Die Implementierung eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahres erscheint da ganz besonders wertvoll“, so Leitl.

Die WKO ist auch selbst im Bereich Integration aktiv und startet gemeinsam mit dem AMS und in Kooperation mit dem BMWFW und BMASK ein Pilotprojekt zur überregionalen Lehrstellenvermittlung. Ziel ist es, in einer Erstphase 100 jugendlichen Flüchtlingen aus Wien im Zuge einer überregionalen Vermittlung eine berufliche Perspektive in Berufen und Regionen mit Lehrlingsmangel zu bieten. Lehrling und Betrieb werden bei einem erfolgreichen Start in die Berufsausbildung begleitet. Leitl: „Mit diesem Projekt schaffen wir eine Win-Win-Situation: Die Jugendlichen bekommen eine Perspektive und ein berufliches Rüstzeug fürs Leben. Und in unseren Betrieben können offene Lehrstellen, die sonst frei bleiben würden, besetzt werden“. Mit der Testung „WKO Job Profil“ hat die WKÖ bereits im Rahmen dieses Pilotprojektes ein Testverfahren für jugendliche Flüchtlinge in den Sprachen Arabisch, Englisch und Deutsch (in weiterer Folge Farsi) entwickelt - mit dem Ziel, den passenden Lehrberuf zu finden bzw. Berufsmöglichkeiten auszuloten.

In Hinblick auf eine verbesserte Anerkennung von Qualifikationen erstellt die WKÖ ein breitangelegtes Instrumentarium an praktischen berufsbezogenen Testverfahren für unterschiedliche Sprach- und Qualifikationsniveaus.

Im Integrationsplan wird auch eine Anlaufstelle für engagierte Betriebe empfohlen. Die WKÖ übernimmt auch hier Verantwortung und stellt mit der Website www.fachkraeftepotenzial.at den Betrieben umfassende Informationen rund um das Thema Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen – angefangen von rechtlichen Informationen bis zu konkreten Unterstützungsangeboten - zur Verfügung.

Als besonders positiv wird von Präsident Leitl der im Integrationsplan vorgesehene Ansatz von Fordern und Fördern betrachtet. „Arbeit muss Vorrang vor Transferleistungen haben. Flüchtlinge sollen auf ihrem Weg in den österreichischen Arbeitsmarkt bestmöglich unterstützt werden. Falls die damit verbunden Maßnahmen nicht wahrgenommen werden, sind entsprechende Kürzungen bei der bedarfsorientierten Mindestsicherung vorzunehmen“, stellt Leitl mit Verweis auf erfolgreiche Erfahrungen in Schweden fest.

Zum ebenfalls vorgeschlagenen Ausbau von Mentoringprogrammen für Flüchtlinge verweist Leitl auf das erfolgreiche Programm „Mentoring für MigrantInnen“ (wko.at/mentoring) von WKO, Integrationsfonds und AMS, bei dem bereits beim aktuellen Durchgang ein spezieller Schwerpunkt auf syrische Flüchtlinge gelegt wurde.

WKÖ-Präsident Leitl: „Eine Pauschallösung für die aktuellen Herausforderungen gibt es nicht. Doch Probleme bieten immer auch neue Möglichkeiten. Wenn wir alle gemeinsam aktiv werden und Initiativen setzen, können wir die Chancen für unseren Wirtschaftsstandort und unsere Gesellschaft bestmöglich nutzen.“

Leitl hat die anderen Sozialpartner eingeladen, gemeinsam aktiv zu werden, um einerseits Integration in den Arbeitsmarkt zu erreichen und andererseits Ängste nicht entstehen zu lassen bzw. abzubauen. (PWK894/SR)

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