Breitband = Wertschöpfung + 3% und Beschäftigungsanstieg von 27.000 in Österreich

Bei der Kommunikation Infrastruktur muss nun die öffentliche Hand eingreifen

St. Pölten (OTS) - „Österreich hat beim „Internet“ viel versäumt“, ist das Resümee von Klubobmann Ernest Gabmann aufgrund seiner langjährigen Beobachtung auf diesem Gebiet.

Unserer guten alten Post (PTA) wurde der Boden unter den Füßen weggezogen, da man den Wert eines staatlichen Leitbetriebes nicht erkannt hat. Man begriff nicht, dass man das damalige PTA samt Töchter- Enkel- und Urenkel- Betriebe schützen muss, da es sich bei Kommunikationsnetzen um vitale und kritische Infrastruktur handelt und das öffentliche Interesse nach zukunftssicheren Netzen sehr hoch sein sollte. Ebenso wie Energie-, Wasser- und Straßennetze sind leistungsfähige Kommunikationsnetze für spätere Generationen zum wirtschaftlichen Überleben notwendig.

Nach der Privatisierung des PTA hat man die Kühe gemolken, solange sie Milch gaben, indem man die Telekommunikationsunternehmen mit Auktionen, Frequenzvergaben, Restriktionen und überzogenen Regulationen belastete. Damit nahm man innovativen Unternehmungen, die die Zukunft installieren sollten, von Beginn an viel Lust und Luft weg, dies über Jahrzehnte und eigentlich bis heute.

Europa hat seine Rolle als Technologieführer bei digitalen Technologien verloren. Insbesondere Ökonomien in Asien und Nordamerika weisen mittlerweile eine wesentlich bessere „Qualität“ auf. Aber auch in Europa zeigt sich das Aufholpotential Österreichs deutlich. Die Niederlande, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, alle diese Staaten haben eine weit höhere Penetrationsrate als Österreich.

Hochentwickelte Industrienationen greifen nun bereits seit 20 Jahren regulierend ein, um diese Infrastruktur nicht der marktwirtschaftlichen Natur zu überlassen. Rein marktwirtschaftliches Denken ist bei dieser Infrastruktur nicht zielführend. Ausschließlich marktorientierte Unternehmen investieren dort am schnellsten, wo die Nachfrage am größten ist. Sie dürfen und sollen dort nicht investieren, wo es sich nicht rechnet. Demnach würde die digitale Kluft zwischen versorgten Ballungszentren und nicht- oder mangelhaft versorgten ländlichen Gebieten immer größer. Daher besteht die Verpflichtung der öffentlichen Hand, regulierend und unterstützend einzugreifen. Durch private Investitionen ist kein optimales Investitionsniveau zu erreichen.

Die positiven volkswirtschaftlichen Effekte sind beachtenswert. Langfristige Untersuchungen belegen in Österreich einen Anstieg der Wertschöpfung von 3% und einen Beschäftigungsanstieg von 27.000 bei einer konsequenten Umsetzung einer „Digitalen Agenda“ bis 2020 für alle Bundesländer.

Österreich hat aber nicht nur einen Aufholbedarf bei der Dichte und Verfügbarkeit, sondern auch bei der Leistungsfähigkeit der Anschlüsse.

„Was NÖ betrifft, so liegen wir bei der Verbreitung von mobilen Endgeräten und mobilen Breitbandanschlüssen im europäischen Spitzenfeld, bei Breitbandanschlüssen insgesamt bisher aber nur im unteren Mittelfeld“, stellt Klubobmann Gabmann fest.

„Da das Internet die Handelsstraße der Zukunft ist, wird künftig der keine Rolle mehr spielen, der keine ordnungsgemäße Anbindung hat. Wackeln wir daher nicht halbherzig unseren Nachbarstaaten, wie den skandinavischen Ländern, hinterher, sondern packen unsere digitale Zukunft endlich beherzt an!“, fordert Gabmann.

Rückfragen & Kontakt:

Klubdirektor Dr. Werner Katschnig
werner.katshnig@noel.gv.at
02742 / 9005 / 13760

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | LTN0001