Gütesiegelverleihung 2015: Soziale Unternehmen machen „ausgezeichnete“ Arbeit

In Wien wurden gestern vierzehn heimische gemeinnützige Unternehmen im arbeitsmarktpolitischen Bereich mit dem Gütesiegel für Soziale Unternehmen ausgezeichnet.

Wien (OTS) - Wenn sich VertreterInnen von Sozialen Unternehmen, Sozialministerium, AMS, bdv austria und Quality Austria in Wien zum Feiern zusammenfinden, dann ist vermutlich das Gütesiegel für Soziale Unternehmen im Spiel: Bei der sechsten Verleihung, heuer in den Räumlichkeiten der Quality Austria im ersten Wiener Gemeindebezirk, konnten sich diesmal gleich 14 Unternehmen über diese Auszeichnung freuen.

„Sie sind alle hier, weil Sie sich der Qualitätsprüfung gestellt haben und erfolgreich waren“, begrüßte Manuela Vollmann, Vorstandsvorsitzende des Bundesdachverbandes für Soziale Unternehmen (bdv austria), die Anwesenden. Das von bdv austria entwickelte und vom AMS geförderte Gütesiegel für Soziale Unternehmen steht für die Einhaltung sozialer, organisatorischer und wirtschaftlicher Qualitätsstandards in Sozialen Unternehmen, die die berufliche Integration von langzeitbeschäftigungslosen Menschen zum Ziel haben.

Hundstorfer: „Wichtiger Bestandteil unseres Gesamtsystems“

Sozialminister Rudolf Hundstorfer bedankte sich in seiner Rede bei den zertifizierten arbeitsmarktintegrativen Sozialen Unternehmen "fürs Mitmachen und fürs Beibehalten der Qualität". Die Themen Langzeitarbeitslosigkeit, gesundheitliche Beeinträchtigungen und mehrfache Problemlagen seien längst nicht abgeschafft, so der Minister: „Sie arbeiten in einem Sektor, der weiterhin wächst. Wir müssen uns bemühen, dass Menschen länger im Erwerbsleben bleiben.“ Soziale Unternehmen seien ein „ganz wichtiger Bestandteil unseres Gesamtsystems“, so Hundstorfer wörtlich.

„Für uns als AMS ist dieser Tag wirklich etwas Besonderes“, betonte AMS-Vorstand Johannes Kopf: „Vertrauen und Freiheit sind ein Geschwisterpaar. Und man sieht, was passiert, wenn dieses Vertrauen erschüttert wird“, so Kopf in Anspielung auf den aktuellen VW-Skandal. Bei den anwesenden Sozialen Unternehmen bedankte sich der AMS-Vorstand für die hohe Qualität der Arbeit: „Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie schwer der Weg war, den Sie da gegangen sind. Umso mehr können wir heute das Ergebnis dieser Reise feiern.“

„Was Sie in den letzten Wochen geschafft haben, ist sensationell. Und mit der Zertifizierung haben Sie sich das schönste Weihnachtsgeschenk selbst gemacht“, streute auch Konrad Scheiber, Geschäftsführer der Quality Austria, den zertifizierten Unternehmen Rosen.

Insgesamt vierzehn Unternehmen wurden heuer zertifiziert: B7 Arbeit und Leben (Linz), dafür gemeinnützige GmbH (Hohenems), ERfA - GBP Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte (Graz), Halleiner Arbeitsinitiative HAI GmbH (Salzburg), Caritas SÖB, Hilfeeinrichtungen der Caritas der Erzdiözese Wien (Wien), Leo GmbH (Großsteinbach), migrare - Zentrum für MigrantInnen OÖ (Linz), SIP Service in Person Personalservice GmbH (Graz), VISP Verwertung und Upcycling GmbH (Grafenwörth), Volkshilfe Arbeitswelt GmbH (Linz), Verein SOFA („s’Gwandtl“, Lienz), BEST Gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft m.b.H. (Voitsberg), Gemeinnützige Dienstleistungsgesellschaft der Region Weiz GmbH (Weiz), SöDieB GmbH (Ebersdorf).

Organisationsentwicklung und Qualitätssteigerung

Im Rahmen der Bewerbung um das bdv austria-Gütesiegel bewerten Assessorinnen und Assessoren das Soziale Unternehmen hinsichtlich bestimmter Qualitätsstandards. Sie untersuchen etwa, wie effektiv und effizient eingesetzte (Förder-)Mittel und Ressourcen verwendet werden. Gleichzeitig betrachten sie die Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens. Die gewonnenen Erkenntnisse leiten dann in Zukunft qualitätssichernde und qualitätssteigernde Entwicklungen ein. Kurz: Sie führen zu weiteren Verbesserungen im Sozialen Unternehmen. Die Unternehmen erhalten das Gütesiegel jeweils befristet auf drei Jahre. Danach müssen sie ihre hohe Qualität erneut unter Beweis stellen. Von den vierzehn heuer zertifizierten sind sechs (B7, migrare, SIP, Dafür, Caritas SÖB, DLG Weiz) „Gütesiegel-Neulinge“.

Zusätzlich zur Urkunde gab es 2015 zum zweiten Mal eine „Anerkennungstrophäe“ für die zertifizierten Unternehmen. Das Objekt aus Stein, auf dem ein metallenes Gütesiegel-Logo prangt, stammt aus der Metallwerkstätte des Vereins Sozial Aktiv in Gmünd. Für den kulinarischen Rahmen sorgte ebenfalls ein Soziales Unternehmen: Die leckeren belegten Brötchen kamen aus der Küche der „Kümmerei“, einem Sozialökonomischen Betrieb der BFI-Tochter Job-TransFair in Wien.

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