• 18.11.2015, 12:29:53
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Familienministerin für Statistik über Schwangerschaftsabbrüche

Wien (OTS) - Die aktion leben-Bürgerinitiative „Fakten helfen!“ für
Statistik über Abtreibungen kann weiter unterstützt werden. Der
parlamentarische Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen
beschloss gestern, eine Stellungnahme des Justizministeriums
einzuholen. Der erfolgreichsten Bürgerinitiative seit Jahren kann
somit weiter online auf www.fakten-helfen.at zugestimmt werden.

Drei Stellungnahmen zu „Fakten helfen!“ sind bisher im Parlament
eingelangt. Das Bundesministerium für Familien und Jugend hält es
„von großem gesellschaftspolitischen Interesse, mehr über die Motive
und Gründe, die sich hinter Schwangerschaftsabbrüchen verbergen, in
Erfahrung zu bringen.“

Ein „sinnvolles Mittel“

Das Familienministerium erachtet die „Durchführung einer
anonymisierten Statistik über Schwangerschaftsabbrüche als ein
sinnvolles Mittel, um Maßnahmen zur Prävention ungewollter
Schwangerschaften hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zu prüfen und
gegebenenfalls zu optimieren“. Auch könnten aufgrund dieser
Informationen verbesserte Rahmenbedingungen für schwangere Frauen
geschaffen werden.

Singvögel und Bartgeier werden gezählt

Andere Politikerinnen und Politiker ziehen es hingegen vor, weiterhin
im Nebel zu stochern: „Wir wissen nicht genau, welche Frauen mit
welchem Hintergrund in welchem Alter besonders betroffen sind. Es
widerspricht moderner, transparenter Gesundheitspolitik, in diesem
für Frauen so bedeutenden Bereich keine seriös erhobenen Fakten zu
wollen“, betont Gertraude Steindl und zeigt erstaunliche Widersprüche
auf: „In Wien werden Singvögel gezählt, im Nationalpark Kalkalpen die
Bartgeier, doch die Zahl der Abtreibungen ist unbekannt in Österreich
- als einzigem Land Europas neben Luxemburg." Die aktion leben werde
daher weiterhin dafür eintreten, dass die Sorgen und Nöte von Frauen
wegen einer ungewollten Schwangerschaft endlich ernstgenommen werden
durch Maßnahmen, die auf seriösen und anonym erhobenen Fakten
basieren.

Ideologische Vorbehalte

Wie leider nicht anders zu erwarten sprachen sich sowohl die
Gesundheits- als auch die Frauenministerin in ihren Stellungnahmen
gegen die Einführung einer anonymisierten Statistik und regelmäßigen
wissenschaftlichen Erforschung der Motive aus. „Die Argumente der
beiden Ministerien gehen am Inhalt unserer Bürgerinitiative vorbei“,
stellt Dr. Gertraude Steindl, Präsidentin der aktion leben, fest.
„Die Stellungnahmen des Gesundheits- und des Frauenministeriums
zeigen, dass sich die Ressorts nicht auf dem heutigen Wissensstand
mit der Materie befasst haben, sondern weitgehend auf ideologischen
Vorbehalten basieren.“

Statistik liefert mehr als Zahlen

Als ein Beispiel nennt Steindl die Meinung des
Gesundheitsministeriums, dass die Meldepflicht von Abbrüchen in
keinem Verhältnis zum Erkenntnisgewinn stehe:

„Zum einen liefert eine Statistik mehr als Zahlen, wie die Meldebögen
anderer Länder eindrucksvoll belegen.“ Zum anderen stellten
verlässliche Zahlen die unentbehrliche Basis dar, um Maßnahmen zur
Prävention auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen zu können.

Immer weniger Abbrüche in Deutschland

Die aktion leben-Präsidentin verweist auf die positiven Beispiele in
der Schweiz und in Deutschland, den Ländern mit den niedrigsten
Abbruchsraten in Europa: „In Deutschland gehen die Zahlen regelmäßig
zurück, weil aufgrund der mittels Statistik gewonnenen Erkenntnisse
zielgruppengerechte Maßnahmen zur Prävention von ungewollten
Schwangerschaften und Abbrüchen gesetzt werden.“

Auf www.fakten-helfen.at kann die Bürgerinitiative der aktion leben
weiterhin online unterstützt werden. Unter „FAQs“ werden die seit
Jahren wiederholten und von Gesundheits- und Frauenministerium erneut
vorgebrachten Vorbehalte aufgegriffen und faktisch entkräftet.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKL

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