Familienministerin für Statistik über Schwangerschaftsabbrüche

Wien (OTS) - Die aktion leben-Bürgerinitiative „Fakten helfen!“ für Statistik über Abtreibungen kann weiter unterstützt werden. Der parlamentarische Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen beschloss gestern, eine Stellungnahme des Justizministeriums einzuholen. Der erfolgreichsten Bürgerinitiative seit Jahren kann somit weiter online auf www.fakten-helfen.at zugestimmt werden.

Drei Stellungnahmen zu „Fakten helfen!“ sind bisher im Parlament eingelangt. Das Bundesministerium für Familien und Jugend hält es „von großem gesellschaftspolitischen Interesse, mehr über die Motive und Gründe, die sich hinter Schwangerschaftsabbrüchen verbergen, in Erfahrung zu bringen.“

Ein „sinnvolles Mittel“

Das Familienministerium erachtet die „Durchführung einer anonymisierten Statistik über Schwangerschaftsabbrüche als ein sinnvolles Mittel, um Maßnahmen zur Prävention ungewollter Schwangerschaften hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zu prüfen und gegebenenfalls zu optimieren“. Auch könnten aufgrund dieser Informationen verbesserte Rahmenbedingungen für schwangere Frauen geschaffen werden.

Singvögel und Bartgeier werden gezählt

Andere Politikerinnen und Politiker ziehen es hingegen vor, weiterhin im Nebel zu stochern: „Wir wissen nicht genau, welche Frauen mit welchem Hintergrund in welchem Alter besonders betroffen sind. Es widerspricht moderner, transparenter Gesundheitspolitik, in diesem für Frauen so bedeutenden Bereich keine seriös erhobenen Fakten zu wollen“, betont Gertraude Steindl und zeigt erstaunliche Widersprüche auf: „In Wien werden Singvögel gezählt, im Nationalpark Kalkalpen die Bartgeier, doch die Zahl der Abtreibungen ist unbekannt in Österreich - als einzigem Land Europas neben Luxemburg." Die aktion leben werde daher weiterhin dafür eintreten, dass die Sorgen und Nöte von Frauen wegen einer ungewollten Schwangerschaft endlich ernstgenommen werden durch Maßnahmen, die auf seriösen und anonym erhobenen Fakten basieren.

Ideologische Vorbehalte

Wie leider nicht anders zu erwarten sprachen sich sowohl die Gesundheits- als auch die Frauenministerin in ihren Stellungnahmen gegen die Einführung einer anonymisierten Statistik und regelmäßigen wissenschaftlichen Erforschung der Motive aus. „Die Argumente der beiden Ministerien gehen am Inhalt unserer Bürgerinitiative vorbei“, stellt Dr. Gertraude Steindl, Präsidentin der aktion leben, fest. „Die Stellungnahmen des Gesundheits- und des Frauenministeriums zeigen, dass sich die Ressorts nicht auf dem heutigen Wissensstand mit der Materie befasst haben, sondern weitgehend auf ideologischen Vorbehalten basieren.“

Statistik liefert mehr als Zahlen

Als ein Beispiel nennt Steindl die Meinung des Gesundheitsministeriums, dass die Meldepflicht von Abbrüchen in keinem Verhältnis zum Erkenntnisgewinn stehe:

„Zum einen liefert eine Statistik mehr als Zahlen, wie die Meldebögen anderer Länder eindrucksvoll belegen.“ Zum anderen stellten verlässliche Zahlen die unentbehrliche Basis dar, um Maßnahmen zur Prävention auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen zu können.

Immer weniger Abbrüche in Deutschland

Die aktion leben-Präsidentin verweist auf die positiven Beispiele in der Schweiz und in Deutschland, den Ländern mit den niedrigsten Abbruchsraten in Europa: „In Deutschland gehen die Zahlen regelmäßig zurück, weil aufgrund der mittels Statistik gewonnenen Erkenntnisse zielgruppengerechte Maßnahmen zur Prävention von ungewollten Schwangerschaften und Abbrüchen gesetzt werden.“

Auf www.fakten-helfen.at kann die Bürgerinitiative der aktion leben weiterhin online unterstützt werden. Unter „FAQs“ werden die seit Jahren wiederholten und von Gesundheits- und Frauenministerium erneut vorgebrachten Vorbehalte aufgegriffen und faktisch entkräftet.

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