Studie „Einkauf 4.0 in Österreich“ des BMÖ

Wien (OTS) - Im August 2015 veröffentlichte der BMÖ die Studie „Einkauf 4.0 in Österreich“, die gemeinsam mit IMP im Frühjahr 2015 durchgeführt und in zahlreichen Expertenrunden, zuletzt beim Österreichischen EinkaufsForum im Haus der Industrie diskutiert wurde. In der Studie kommt der Beitrag, den der Einkauf zu Industrie 4.0 leistet deutlich zum Ausdruck. „Digitalisierung und Big Data Ökonomie und die damit verbundene 4. industrielle Revolution sind nicht mehr aufzuhalten, der Einkauf übernimmt dabei eine wesentliche Schlüsselrolle in der Vernetzung im Unternehmen selbst aber und vor allem zu den Lieferanten, betonte der geschäftsführende Vorstand des BMÖ, Dkfm. Heinz Pechek anlässlich der Eröffnung des Österreichischen EinkaufsForums.

Die Studie sowie die persönlichen Gespräche beim Österreichischen EinkaufsForum 2015 widerspiegeln den eindeutigen Trend zu „Industrie 4.0" und zu dem damit verbundenen weiter gestiegenen Ergebnisbeitrag des Einkaufs im Unternehmen und seiner zunehmenden Verantwortung auch für den Wirtschaftsstandort Österreich in einer globalen Wirtschaft, so Pechek. Die Ergebnisse der Befragung österreichischer CPOs im Rahmen der Studie sehen wie folgt aus:

  • 24,1% der Unternehmen geben an, eine klare Strategie für „Industrie 4.0" zu haben.
  • Etwa 14% der Einkaufsleiter gaben an aktiv in diese Strategieentwicklung eingebunden zu sein.
  • 2/3 der Befragten rechnen damit, dass die Veränderung zu „Einkauf 4.0“ sowohl auf die Organisationsform als auch auf die Führungsstruktur Konsequenzen haben wird.
  • Knapp mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer rechnen zudem mit weiteren Auswirkungen auf die juristischen und vertraglichen Gegebenheiten wie Haftung, Gewährleistung, Schadenersatz, etc. durch die totale Vernetzung in „Industrie 4.0“.

„Industrie 4.0" bedingt „Einkauf 4.0" betont Pechek. Der Einkauf wird durch „Industrie 4.0“ ein noch weit komplexeres und verantwortungsvolleres Aufgabenfeld zu bewältigen haben, da sich alle Prozesse in der Kunden-Lieferanten-Beziehung durch die Digitalisierung der Supply Chain dramatisch ändern werden. Es werden Produktionsstraßen automatisch disponieren, Maschinen ihre Ersatzteile digitalisiert anfordern und Kundenwünsche direkt zu Produktionsaufträgen führen. Bis es allerdings soweit ist, ist noch eine weite Strecke des Weges zu gehen, betont Pechek. Dennoch muss und wird der Einkauf rechtzeitig die entsprechenden Prozesse einleiten müssen, wenn die "Big Data Ökonomie" Realität und der Einkauf zum aktiven Gestalter in dieser werden soll. Auch die Vertragspolitik mit Lieferanten und vermehrte Integration der Lieferanten in Konstruktion und Entwicklung, wie es in Österreichs Leitunternehmen schon jetzt der Fall ist, wird zunehmen. Auch die Innovationsgeschwindigkeit wird sich – zum Vorteil für die Wettbewerbsfähigkeit – erhöhen, so Pechek.

Der vielzitierte und befürchtete Verlust von Arbeitsplätzen wird in den minderqualifizierten Bereichen in etlichen Fällen eintreten, dafür werden aber qualitativ weit höherwertige Jobs entstehen, die eine weit höhere und andere Qualifikation, vor allem im IT-technischen und technologischem Bereich erfordern. Damit bedingt entsteht auch ein neues und erweitertes Feld in der Aus- und Weiterbildung, auch und gerade für den Einkauf. Wie die Studie zeigt ist diese Problematik 83,3% der befragten Unternehmen durchaus bewusst und sie sind dabei, die dafür geeigneten Maßnahmen zu treffen.

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