Kinderfreunde zu Bildungsreform: Ein erster Schritt ist getan

Wien (OTS) - „Das gestern präsentierte Ergebnis der Bildungsreformgruppe hat einige gute Seiten, auch wenn wir uns in manchen Bereichen mehr erhofft hatten“, erklärt Andreas Kollross, stellvertretender Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde. Es liege in der Natur der Sache, dass ein Kompromisspapier von zwei Parteien nicht für Begeisterungsstürme auf beiden Seiten sorgen könne, daher müsse man das Ergebnis als ersten Schritt verstehen: „Wir wollen die positiven Aspekte herausstreichen, zum Beispiel das verpflichtende zweite Kindergartenjahr oder die Stärkung der Schulautonomie. Alle internationalen Vergleichsstudien beweisen die positiven Effekte von mehr Schulautonomie und das Bewusstsein für Kindergärten als elementare Bildungseinrichtungen ist seit vielen Jahren ein Steckenpferd der Kinderfreunde“, freut sich Kollross.

Das Papier sei jedoch in manchen Bereichen auch nicht weitreichend genug: „Es ist unsere Pflicht, auch die Schwächen aufzuzeigen. Wir hätten uns beispielsweise gewünscht, dass die Ausbildung für Kindergartenpädagog/innen stärker aufgewertet würde. Pädagogische Qualität steht und fällt mit der Ausbildung der Pädagog/innen, wir hätten uns daher gewünscht, dass diesem Thema mehr Aufmerksamkeit geschenkt würde“, so Kollross.

Der größte Kritikpunkt am Reformpapier sei jedoch die zögerliche Umsetzung der gemeinsamen Schule: „Eine gemeinsame Schule ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn sie die einzige Schulform in einem größeren Gebiet ist. Sonst werden erst recht wieder soziale Auslese und Undurchlässigkeit gefördert, wenn es parallel möglich ist, die Kinder ins Gymnasium zu schicken“, befindet Kollross. Daher könne die Bildungsreform nur als erster Schritt auf einem langen Weg verstanden werden: „Wir sind von der gemeinsamen Schule überzeugt und das Konzept wird sich überall dort durchsetzen, wo es richtig umgesetzt wird. Auf kurz oder lang werden das auch jene einsehen müssen, die das aktuelle System der Trennung als Nonplusultra sehen“, kündigt Kollross an.

Es sei jetzt jedenfalls wichtig, konsequent weiter zu arbeiten und sich nicht auf dem Reformpapier auszuruhen: „Bildung braucht ein lebendiges System, das sich auf die Bedürfnisse der Kinder einstellen kann. Dazu braucht es ein fortschrittliches Menschenbild und die Bereitschaft, im Interesse der Kinder zu denken. Ein solcher Prozess endet nicht bei einem Kompromisspapier, sondern muss stetig weitergehen“, so Kollross abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Kinderfreunde
Mag. (FH) Daniel Bohmann
Pressereferent
01/512 12 98 - 60, 0699/19529488
daniel.bohmann@kinderfreunde.at
www.kinderfreunde.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KIB0001