Bildungsreform: Hilfswerk-Präsident Karas fordert mehr Schulautonomie und Sozialarbeit an Schulen

Einladung zur Hilfswerk-Enquete „Beziehungsraum Schule. Oder: Was die Schule der Zukunft braucht." am 19.11. im Wiener Leopold Museum

Wien (OTS) - Hilfswerk-Präsident Othmar Karas beurteilt den gestern, Dienstag, präsentierten Vorschlag der Bundesregierung zur Bildungsreform zwiespältig. So sei beispielweise die angekündigte größere Autonomie von Schulen sehr zu begrüßen, aber zu wenig weitgehend formuliert.

„Die Möglichkeit für Schulen, einen Teil des Lehrpersonals in pädagogisches Supportpersonal umzuwandeln, ist richtig gedacht, die Deckelung mit 5% ist jedoch zu restriktiv. Außerdem bräuchten wir hier auch dringend zusätzliche Ressourcen! Das zeigt uns auch der internationale Vergleich.“, so Karas.

„Die Schulen wissen selbst am besten, was sie brauchen“, ist Karas überzeugt und plädiert für mehr Schulautonomie. „Da gibt es je nach Standort massive Unterschiede. Vor allem, wenn ich an die soziale Arbeit an Schulen denke, die in Österreich äußerst unterentwickelt ist. Nur an 5% der Schulen in Österreich findet überhaupt Schulsozialarbeit statt! Und das, obwohl Fachleute im pädagogischen Bereich einhellig die positive Wirkung von sozialer Arbeit an Schulen betonen – beispielsweise im Hinblick auf Herausforderungen wie die Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, soziale Inklusion und Konfliktbewältigung, aber auch bezüglich der Senkung von Schulabsenz und der Vermeidung von Schulabbrüchen“, sagt Karas.

„Es ist gut und richtig, dass die Bundesregierung die Schulreform vorantreibt, aber man sollte den Fokus neben der formalen Bildungsarbeit auch auf darüber hinaus gehende, äußerst wertvolle Ansatzpunkte richten: Gute Schulsozialarbeit, qualitätsvolle Freizeitbetreuung, die vielen Möglichkeiten von Sport und Kultur fördern ganzheitlich Talente, bieten Ausgleich zum Unterricht, stärken die soziale Kompetenz und das Konfliktlösungspotenzial, entlasten die Lehrerschaft und helfen den Eltern. All das hilft, ein gutes Klima für gemeinsames Lernen und Arbeiten in der Schul- und Klassengemeinschaft zu schaffen. Günstig und nachhaltig!" so Karas abschließend.

Das Hilfswerk veranstaltet morgen, Donnerstag, den 19. November, eine Enquete zum Thema „Beziehungsraum Schule. Oder: Was die Schule der Zukunft braucht." im Wiener Leopold Museum. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung erforderlich, unter
http://eventmaker.at/hilfswerk/hilfswerk_enquete_2015 oder
telefonisch unter 01/40442. Die Teilnahme ist kostenlos.

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