Berlakovich: Wo bleiben Verwaltungsformulare in kroatischer, slowenischer und ungarischer Sprache?

ÖVP-Volksgruppensprecher fordert von Ostermayer rasche Umsetzung der bereits akkordierten Verordnungsentwürfe

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Die Einführung von Verwaltungsformularen in kroatischer, slowenischer und ungarischer Sprache forderte ÖVP-Volksgruppensprecher Nikolaus Berlakovich in der heutigen Budgetausschuss-Sitzung zum Kapitel Verfassung.
Bereits seit Anfang September liegen entsprechende Verordnungsentwürfe vor. Es sei daher unverständlich, warum der zuständige Minister Ostermayer bisher untätig blieb und den Ministerrat noch nicht mit dem Thema befasst hat.

Für behördliche Erledigungen gibt es bisher nur Formulare in deutscher Sprache, die man übersetzen lassen muss. Künftig soll es auch Verwaltungsformulare in kroatischer, slowenischer und ungarischer Sprache geben. „Damit würde ein wichtiger Schritt gesetzt, um die Sprache dieser Volksgruppen weiterhin zu sichern und zu fördern“, so Berlakovich.

Noch besser als amtliche Formulare in den einzelnen Volksgruppensprachen wären allerdings einheitliche Formulare, auf denen alle Sprachen nebeneinander berücksichtigt sind. Das wäre eine Vereinfachung und hätte auch einen Lerneffekt, weil damit automatisch bestimmte Begriffe beim Benutzen eines Formulars auch aus anderen Sprachen mitgelernt werden.

Der ÖVP-Abgeordnete wies erneut darauf hin, dass die Volksgruppen wichtige Träger des österreichischen Kulturguts seien und daher auch Unterstützung benötigten. Das alltägliche Zusammenleben der sprachlichen Gruppen ist problemlos. „Allerdings verlieren viele identitätsstiftende Besonderheiten zunehmend ihre Bedeutung im Alltag“, bedauert der Volksgruppensprecher. „Das betrifft vor allem den Gebrauch der Volksgruppensprachen im Alltagsleben, die mit den ausstehenden Verordnungsentwürfen deutlich gefördert würden“, sieht Berlakovich darin eine wichtige Maßnahme zu Erhalt und zu Förderung der Sprache. „Wenn Kinder zudem doppelsprachig aufwachsen, bietet ihnen das gerade in einem gemeinsamen Europa bessere bildungsmäßige und berufliche Möglichkeiten“, so Berlakovich.

"Die Volksgruppen sind ein wesentlicher Teil der österreichischen Identität und machen die Vielfalt unseres Landes aus. Ihre Mehrsprachigkeit hat durch die Ostöffnung und die europäische Einigung einen neuen Stellenwert erhalten“, hob Berlakovich die besondere Chance im modernen Europa hervor. Berlakovich betonte auch die Bedeutung der Volksgruppenförderung des Bundes. Insgesamt standen dafür 2014 rund 3,87 Millionen Euro zur Verfügung. Mit Projekten in den Bereichen Bildung, Medien, Kultur und Forschung soll der Erhalt von Sprache und Kultur der Volksgruppen langfristig gesichert werden.

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