GRAS ad Mitterlehner: Investitionspläne Mitterlehners fördern unfreie Forschung

Nur die Ausfinanzierung der Hochschulen garantiert eine von finanziellen Zwängen freie Forschung

Wien (OTS) - Die von Reinhold Mitterlehner in der Fragestunde des Parlaments vorgestellten Investitionspläne für die Entwicklung der Forschung und deren gleichzeitig Lobpreisung kritisiert die Aktivistin Kathrin Quell der Grünen & Alternativen Student_innen (GRAS) aufs schärfste. "So zu tun, als würde eine reine Orientierung auf den Markt und Drittmitteln bei gleichzeitiger Verstärkung der Zugangsbeschränkungen die Probleme unseres Hochschulsektors lösen, ist nicht nur naiv, sondern zeugt von Realitätsverweigerung", findet Quell klare Worte. "Nur durch eine komplette Ausfinanzierung des Hochschulsektors kann eine frei von allen finanziellen Zwängen agierende Lehre und Forschung stattfinden. Deshalb soll die Bundesregierung endlich ihrem Versprechen nachkommen, 2% des BIP für die Hochschulen zur Verfügung zu stellen."

Die Aktivistin Kathrin Quell begrüßt zwar die zusätzlichen finanziellen Mitteln im Ausmaß von 615 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren, doch dieser Tropfen auf den heißen Stein wird das große Loch in der Ausfinanzierung der Hochschulen nicht schließen. Darüber hinaus werden diese zusätzlichen budgetären Mittel zum Großteil an marktnützliche Studiengänge fließen, wie Mitterlehner bei der Ankündigung von 95 weiterer Professor_innen für eben diese Studien erkennen lässt. "Studiengänge, die für den Markt nützlich sind, werden unaufhörlich gefördert. Andere beliebte Studiengänge, die keinen augenscheinlichen Nutzen für die Wirtschaft haben, werden stattdessen mit weiteren Zugangsbeschränkungen belegt und erhalten weniger finanzielle Aufwendungen. Anstatt 'universitäre Profilbildung' als Ziel zu definieren, muss eine freie Forschung priorisiert werden, die aber ohne komplette Ausfinanzierung der Hochschulen nie Realität sein wird", so Quell.

Symptomatisch für den von finanziellen Zwängen durchzogenen und unterfinanzierten Lehr- und Forschungsapparat steht die Förderungsforschungsgesellschaft FFG, die Forscher_innen bei der Akquise von Mitteln aus europäischen Programmen unterstützen soll. "Die Einrichtung einer solchen Gesellschaft wäre nicht von Nöten, würde die österreichische Bundesregierung endlich ihrer Pflicht nachkommen und den Hochschulen jene Mittel zukommen lassen, die für ihre Lehre und Forschung benötigt werden", erläutert Kathrin Quell abschließend.

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