Pirklhuber: Agrarwende für Erhalt und Ausbau bäuerlicher Arbeitsplätze dringend nötig

Grüner Bericht offenbart größte Krise der Agrarpolitik seit dem EU-Beitritt

Wien (OTS) - „Zur Stärkung der bäuerlichen Arbeitsplätze müssen wir den Sektor der Green-Jobs in der Landwirtschaft ausbauen. Das heißt eine klare Offensive zum Ausbau des Bio-Landbaus. Derzeit erzielen die Bio-Milch-Betriebe durch die aktuell hohe Nachfrage am EU-Milchmarkt fast doppelt so hohe Milcherzeugerpreise wie konventionelle Betriebe. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter muss daher seinen völlig unambitionierten Bio-Aktionsplan dringend überarbeiten und eine eigene Umstellungsprämie für Milchbetriebe anbieten“, fordert Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen anlässlich der heutigen Debatte zum Grünen Bericht 2015.

„In den letzten zehn Jahren mussten 24.000 landwirtschaftliche Betriebe die Hoftür schließen. Die landwirtschaftlichen Einkommen sind in Folge weiter gesunken. Bei den Nebenerwerbsbetrieben im Drei-Jahresvergleich sogar um 34 Prozent. Unter Abzug der öffentlichen Gelder und abzüglich des Sozialversicherungsbeitrages erwirtschaftet ein landwirtschaftlicher Betrieb im Durchschnitt in Österreich gerade einmal 2.700 Euro pro Jahr aus seiner agrarischen Produktion“, analysiert Wolfgang Pirklhuber die aktuelle Krisensituation in der Landwirtschaft.

„20,5 Prozent aller Betriebe haben sogar negative landwirtschaftliche Einkünfte. Ohne öffentliche Gelder sind die meisten Betriebe nicht mehr lebensfähig. Daher ist es besonders wichtig, dass diese Gelder gerecht zugeteilt und zügig ausgezahlt werden“, meint Pirklhuber. Er fordert in einem Antrag die ersten 30 Hektar höher zu fördern, wie dies durch die sogenannte EU-GAP-Reform ermöglicht wurde.
Kritik übte Pirklhuber auch an der Ineffizienz im Bereich Pestizid-Reduktion. „Die Zahl der zugelassenen Pflanzenschutzmittel hat sich seit 2011 von 573 Pestiziden auf 1099 im Jahr 2014 erhöht. Die Gesamtmenge der Pestizide, die in Österreich in Verkehr gebracht wurden, betrug 11.625 Tonnen, davon 3378 Tonnen reiner Wirkstoff“, erläutert Pirklhuber.

„Eine schrittweise Pestizid-Reduktion durch das Agrar-Umweltprogramm (ÖPUL) ist aus dem vorliegenden Bericht in keiner Weise ablesbar, auch die Belastung von Grundwasser durch Nitrat konnte in der letzten Programmperiode nicht gesenkt werden. Der Anteil von Messstellen, die über dem Schwellenwert von 45 mg/l liegen blieb mit 10,7 Prozent seit 2007 sogar konstant. Eine Offensive für den Biolandbau und ein konsequenter Bio-Wachstumspfad ist sowohl aus klima- und umweltpolitischen Gründen, als auch zur Stärkung der landwirtschaftlichen Einkommen ein Gebot der Stunde“, sagt Pirklhuber.

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