Sparpläne der APA sind ein Alarmsignal für den Journalismus

Niko Alm: "Wenn die Regierung keine 90 Grad Korrektur in der Medienpolitik schafft, gibt es bald keinen Journalismus mehr, über den sie schimpfen kann"

Wien (OTS) - Von einem 700.000 Euro schweren Sparpaket bei der APA ist heute unter anderem in Standard und Kurier die Rede. Zu den Eigentümern der APA gehören der ORF mit 45 Prozent und 13 Tageszeitungen; die Kronen Zeitung und die Gratiszeitung Heute sind beispielsweise nicht dabei. Offenbar reicht das Budget der APA nicht aus, um notwendige neue Sparten wie die Videoproduktion auszubauen und gleichzeitig die bisherigen Dienstverhältnisse aufrecht zu erhalten, auch wenn der erste Eindruck mittlerweile selbst von der APA relativiert wurde.

NEOS-Mediensprecher Niko Alm, sieht darin ein weiteres Zeichen hoher Not im österreichischen Journalismus. "In den vergangenen Jahren haben wir erlebt, wie Zeitungsredaktionen aus Kostendruck immer mehr Journalismus direkt von der APA beziehen. Bereits diese Entwicklung war aus Sicht der Vielfalt problematisch. Wenn nun die APA beginnt zu kürzen, ist bald kaum noch Journalismus übrig, der diesen Namen verdient," so Alm.

Die österreichische Medienpolitik erzwinge eine Abwärtsspirale, deren Ursachen nicht nur in den großen Trends von Digitalisierung, Vernetzung, Globalisierung und Aggregation zu suchen sind. Denn nur in Österreich gäbe es die weltweit einmalige Kombination aus der Extrasteuer Werbeabgabe und der Vergabe 'direkter Presseförderung' durch die öffentliche Hand über Anzeigen. Hier fließen hunderte Millionen Euro pro Jahr v. a. in den Boulevard.

"Wir müssen jetzt den Hebel umlegen, Inseratenvolumen der öffentlichen Hand massiv kürzen und das Geld in Journalismus und 'Public Value' investieren. Es sind bereits genug öffentliche Mittel für die Förderung des Journalismus im Umlauf. Die Regierung muss nur endlich die Besteuerung des Qualitätsjournalimsus bei gleichzeitiger Subvention des Boulevard umkehren. Mit dieser Maßnahme könnte die indirekte Presseförderung verzehnfacht und die Werbeabgabe gestrichen werden", errechnet Alm.

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