ÖVP-Becker: "Europa retten heißt Afrika retten"

Flüchtlingsgipfel in Valletta: Becker fordert "Marshall- Plan für Afrika"

Brüssel, 12. November 2015 (OTS) Einen "Marshall-Plan für Afrika" fordert der Sicherheitssprecher der ÖVP im EU-
Parlament, Heinz K. Becker, vom heutigen EU-Flüchtlingsgipfel
mit 35 afrikanischen Staaten im maltesischen Valletta. *****

"Europa muss in der Migrationskrise zwei Aufgaben zugleich bewältigen: Erstens ist unmittelbares Krisenmanagement zu
leisten. Hier sind die EU-Innenminister gefordert. Und
zweitens müssen wir ab sofort groß angelegte Maßnahmen vorbereiten, um die Ursachen der vorhersehbaren, noch größeren Migrationswelle aus Afrika zu bekämpfen. Deshalb fordere ich
einen neuen Marshall-Plan für Afrika", so Becker.

Becker zitiert den bekannten Journalisten Hugo Portisch:
"Europa retten heißt Afrika retten", so der ÖVP-Abgeordnete
heute in Brüssel.

Becker verweist auf einen Bericht der Vereinten Nationen,
wonach 15 Millionen Menschen in Afrika auf der Flucht sind.
"Auch für diese Menschen ist Europa das Ziel Nummer eins.
Daher braucht Afrika einen neuen Marshall-Plan. Nur wenn es
für die Menschen in ihren Herkunftsländern Hoffnung und Perspektive gibt, werden sie sich nicht in die Hände von
Schleppern begeben", so der Europaparlamentarier.

Vorbild für den wirtschaftlichen Aufschwung Afrikas soll
laut Becker der amerikanische Marshall-Plan für Europa nach
dem zweiten Weltkrieg sein. Becker führt aus, dass die USA
dabei nicht nur die volle Kontrolle über die Verwendung der eingesetzten Gelder behielten und so Missbrauch und Korruption verhindern konnten. Die Staaten in Not, denen geholfen wurde,
waren auch verpflichtet, alle Maschinen, Technologie und Güter
nur aus den USA zu beziehen. Damit flossen große Teile der eingesetzten Gelder wieder in die USA zurück und sorgten dort
für zusätzliches Wirtschaftswachstum.

"Setzt Europa dieses Modell - natürlich angepasst an die Notwendigkeiten unserer Zeit - erfolgreich in Afrika um, haben
wir eine Win-Win-Situation. Was könnte Europa besser
gebrauchen als einen Wirtschaftsaufschwung?", fragt der ÖVP-Politiker.

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