Köstinger fordert "Aktion scharf" gegen Erpressung der Landwirte durch Supermarktketten

ÖVP-EU-Abgeordnete will neue Agrarmarktaufsicht und anonyme Beschwerdemöglichkeiten gegen unlautere Handelspraktiken

Brüssel, 12. November 2015 (ÖVP-PD) Die ÖVP-Landwirtschaftssprecherin im Europäischen Parlament, Elisabeth Köstinger fordert schärfere Maßnahmen gegen die Erpressung der Landwirte durch Supermarktketten. "Qualität zu Ramschpreisen
gibt es nicht. Irgendwer zahlt immer. Die massive Kräfteungleichheit zwischen Handel und Landwirtschaft muss ausgeglichen werden", so die ÖVP-Abgeordnete. *****

Der Agrarausschuss des EU-Parlaments stimmt heute über
einen Bericht über unfaire Handelspraktiken in der Lebensmittelversorgungskette ab. Köstinger fordert die
Einrichtung einer unabhängigen Agrarmarktaufsicht und die Möglichkeit für Landwirte, anonyme Beschwerden gegen übermächtige Handelsketten einzureichen.

"Ähnlich wie im Eisenbahnsektor, am Energiemarkt oder bei
der Telekom brauchen wir einen unabhängigen Regulator, der für mehr Transparenz und Objektivität in der Wertschöpfungskette
mit landwirtschaftlichen Produkten sorgt", erklärt Köstinger.

Das bisherige Mittel der EU gegen Preisdumping und
Erpressung der Bauern, die sogenannte "Supply Chain
Initiative" sei – so Köstinger - "ein zahnloses Instrument,
das zu keinen wirklichen Verbesserungen geführt hat".
"Supermärkte bieten mittlerweile einen Liter Milch um 49 Cent
an. Das ist oft weniger als für einen Liter Wasser verlangt
wird", weist Köstinger auf die katastrophalen Entwicklungen
hin.

Der Kampf gegen unfaire Vertragspraktiken in der Lebensmittelversorgungskette richtet sich besonders gegen den weitverbreiteten Zahlungsverzug der Händler, einseitige Vertragsänderungen und gegen Vorabzahlungen an Supermärkte,
die als "Eintrittsgebühr" verlangt werden.

"Wenn Bauern Preise für ihre Produkte bezahlt bekommen,
die unter den Produktionskosten liegen, dann läuft entlang der Lebensmittelkette etwas grundlegend falsch ", so Köstinger.

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