Arbeitsklima Index: Wandel in der Industrie drückt Zufriedenheit der Arbeiter/-innen

Linz (OTS) - Die Schlagworte Industrie 4.0, digitalisierte Industriearbeit oder Automatisierung werden immer öfter genannt. Dahinter steckt ein tiefgreifender Wandel in der Industrie, der vor allem die Arbeiter/-innen pessimistisch stimmt.

Nur 28 Prozent der Fabrikarbeiter/-innen geben an, mit ihrer jetzigen Qualifikation auch in fünf Jahren noch ihren Job sehr gut ausüben zu können. Ein Viertel rechnet damit, dazu nur noch mittel bis sehr schlecht in der Lage zu sein. Karriere- und Arbeitsmarktchancen werden von Fabrikarbeitern/-innen nicht nur aufgrund ihres höheren Durchschnittsalters schlechter eingeschätzt. Hinzu kommt: Sowohl mit Art und Inhalt der beruflichen Tätigkeit als auch mit den Möglichkeiten, über Arbeitsabläufe selbst zu bestimmen, sind Fabrikarbeiter/-innen deutlich unzufriedener als andere Berufsgruppen. Ein Fünftel ist explizit unzufrieden mit dem Ausmaß der eigenen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Arbeit. Fehlende Autonomie bei der Arbeit senkt wiederum die allgemeine Arbeitszufriedenheit.

Schrumpfende Berufsgruppe
Die Industrie, ein wichtiges Berufsfeld, befindet sich in einem starken Wandel. Vor 20 Jahren zählten noch 39 Prozent aller unselbstständig Beschäftigten zur Arbeiterschaft. Mittlerweile sind es nur mehr 29 Prozent - davon sind 12 Prozent als Fabrikarbeiter/-innen tätig. Drei Viertel davon sind Männer.

Fabrikarbeiter/-innen sind eher älter. Das Durchschnittsalter liegt bei 42 Jahren und 39 Prozent sind über 45 Jahre alt. Fast die Hälfte aller Fabrikarbeiter/-innen hat einen Lehrabschluss, allerdings haben vier von zehn keinen über die Pflichtschule hinausgehenden Bildungsabschluss. Entsprechend liegt das Berufseinstiegsalter auch niedriger (15 Jahre) als in der Restbevölkerung (16 Jahre). Mit 27 Prozent liegt der Anteil an Beschäftigten mit Migrationshintergrund höher als in anderen Berufsfeldern.

Jobzufriedenheit deutlich niedriger
„Fabrikarbeiter/-innen erreichen im Schnitt der Jahre 2010 bis 2015 einen Arbeitsklima Index von lediglich 100 Punkten. Das sind acht Punkte weniger als der Wert in sonstigen Berufen“, weiß AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer um die Situation der Beschäftigten. Es ist vor allem der eigene gesellschaftliche Status, der von Fabrikarbeiter/-innen wesentlich schlechter bewertet wird: Nur 58 Prozent waren im Zeitraum 2010 bis 2015 mit ihren Rechten als Arbeitnehmer/-in zufrieden (Rest: 70 Prozent), nur 60 Prozent mit ihrer sozialen Position (Rest: 72 Prozent).
Auch die eigenen Karrieremöglichkeiten und sie subjektiven Chancen am Arbeitsmarkt werden von Fabrikarbeiter/-innen wesentlich pessimistischer eingeschätzt: Nur 42 Prozent waren mit ihren Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten zufrieden, nur 45 Prozent mit ihren Weiterbildungsmöglichkeiten. Kein Wunder, denn nur 14 Prozent sagen, dass sie berufliche Weiterbildungen erhalten haben. Die deutliche Mehrheit der Fabrikarbeiter/-innen rechnet sich auch deshalb schlechte Chancen am Arbeitsmarkt aus: Nicht einmal jede/r Dritte glaubt, er/sie könne „leicht“ wieder eine neue annehmbare Stelle finden.

Weitere Informationen zum Österreichischen Arbeitsklima Index, der von den Instituten SORA und IFES im Auftrag der AK Oberösterreich erhoben wird, finden Sie unter ooe.arbeiterkammer.at/arbeitsklima .

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