AK Studie 2: „Benimmregeln“ für alle!

Wien (OTS) - Wer bei Bewertungsplattformen seine Meinung kundtut, sollte bei der Tatsache bleiben. Von den Betreibern von Bewertungs-und Vergleichsportalen erwartet sich die AK mehr Transparenz, etwa in Bezug auf die Unabhängigkeit des Portals und Maßnahmen gegen gefälschte Bewertungen.

„Vorsicht ist fast immer geboten, sowohl für jene, die Bewertungen abgeben als auch für jene, die sich daran orientieren“, warnt AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. „Über die österreichische Rechtsprechung haben sich Regeln im Umgang mit Webforen etabliert. Bewertungsplattformen dürften wohl ähnlich zu bewerten sein.“ PlattformanbieterInnen müssen etwa offenkundig rechtsverletzende Kommentare entfernen, sobald sie Kenntnis davon erlangen und beobachten, ob erneut Äußerungen der beanstandeten Art auftauchen. NutzerInnen sollten bei der Abgabe ihrer Meinung bei den Tatsachen bleiben und – wie es Gerichte formulieren – „massive Wertungsexzesse“ vermeiden.

„Die Verfasser schädigender Kommentare sind oft anonym und schwer zu fassen“, sagt Zimmer. Betroffene Personen und Unternehmen wenden sich daher meist an die Plattform. Oft geht nicht hervor, wie Einzelbewertungen oder Gesamtrankings zu Stande kommen, und ob Provisionen für die Positionierung gezahlt werden.

Das Medienrecht, das in der Regel auch für Webseiten gilt, schützt Persönlichkeitsrechte bei übler Nachrede oder Beschimpfungen. Es kann gegenüber dem Medieninhaber geltend gemacht werden. Für den Bewerter selbst sind auch strafrechtliche Folgen denkbar (üble Nachrede, Beleidigung). „Konsumenten sollen freilich nicht abgehalten werden, kritische Beobachtungen und Meinungen ins Netz zu stellen“, betont Zimmer. „Wer seiner Enttäuschung freien Lauf lässt, darf nicht die Grenze zur unwahren Behauptung oder Beleidigung überschreiten.“ Das Zivilrecht sieht Schadenersatzansprüche für Betroffene von ehrenbeleidigenden und kreditschädigenden Äußerungen vor. Eventuell kann auch vom Portalbetreiber eine Unterlassung über solche Aussagen verlangt werden.

Fünf Tipps der AK KonsumentenschützerInnen:
+ „Knigge“ für Bewertungsplattformen: Lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen durch. Darin finden sich oft Hinweise zur Verhaltens-Etikette.
+ Auf den Ton kommt’s an: Bleiben Sie bei Bewertungen sachlich im Ton und bei den Angaben. Verfassen Sie negative Bewertungen nicht emotional.
+ Nicht voreilig urteilen: Bewerten Sie Personen, so ist es ratsam, die „Rolle“ zu wechseln. Was würden Sie selbst an negativer Kritik einstecken. Ehrverletzende oder gar verleumderische Aussagen vermeiden.
+ Was liegt, das pickt: Bei unmittelbarem Ärger sollte das Absenden des Beitrags verschoben und später nochmals durchgelesen werden.
+ Eigenlob stinkt: Verbirgt sich hinter Ihrer Bewertung Werbung für Ihr eigenes Produkt, kann das (lauterkeits-)rechtliche Schritte zur Folge haben.

SERVICE: Die AK Studie über Bewertungsportale gibt’s unter wien.arbeiterkammer.at

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